Direkt zum Inhalt

Fahndungserfolg in Australien Festnahme von 13 jungen Tatverdächtigen, die schwule Männer ausgeraubt haben sollen

Von ms - 17.10.2024 - 14:00 Uhr
Fahndungserfolg in Australien
Foto: iStock / IPGGutenbergUKLtd
ANZEIGE
Loading audio player...

Die australische Polizei kann einen Fahndungserfolg vermelden – in Melbourne konnte sie jetzt insgesamt 13 Personen festnehmen, die offenbar gezielt via Dating-Apps schwule Männer kontaktiert und anschließend ausgeraubt hatten. 

Besorgniserregende Angriffe

Die Polizei von Victoria spricht im Rahmen ihrer Ermittlungen von einer ganzen Reihe von „besorgniserregenden Angriffen“ auf schwule und bisexuelle Männer, die über Dating-Apps wie Grindr verübt wurden. Die Masche findet weltweit immer mehr Anwendung, auch in Deutschland. Treffen sich die späteren Opfer mit den Tätern zu einem Sex-Date, wurden sie nach Angaben der Polizei „angegriffen, ausgeraubt, bedroht und mit homophoben Kommentaren konfrontiert.“ 

Besonders bedenklich ist das Alter der allermeisten mutmaßlichen Täter, die zumeist gerade einmal zwischen 16 und 18 Jahre alt sind. Ihnen droht nun eine Anklage wegen (versuchten) Raubes, vorsätzlicher Körperverletzung und je nach Fall auch Sachbeschädigung. Dazu kommen in einigen Fällen auch Erpressungsvorwürfe sowie sogar Hausfriedensbruch.

Viele Opfer schweigen

Wie in vielen solchen Fällen geht die Polizei auch hier davon aus, dass es eine hohe Zahl an Opfern gibt, die bisher aus Scham und Angst geschwiegen haben: „Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, dieses Verhalten nach der Nutzung einer Dating-App oder einer anderen Social-Media-Plattform erlebt hat, erstatten Sie bitte Anzeige bei der Polizei“, so ein Sprecher der Polizei. 

Da die Fälle inzwischen so überhandgenommen haben, sehen Nutzer von Grindr in Victoria inzwischen beim Öffnen der App eine Pop-up-Warnung inklusive Sicherheitsvorkehrungen, die sie darüber informiert, wie sie sich besser schützen können. Einmal mehr raten die Fachleute dazu, sich an einem öffentlichen Platz zu treffen und den Treffpunkt mit einem vertrauenswürdigen Freund zu teilen. Zuletzt sorgte auch eine Jugendgang in Perth für Schlagzeilen, die nach der gleichen Methodik Jagd auf schwule Männer machte.  

Anzeige

Auch Interessant

Akzeptanz mit Grenzen

LGBTIQ+-Sorge um Zukunft

Viele LGBTIQ+-Menschen in Großbritannien sehen gesellschaftliche Fortschritte, fürchten aber zunehmende Diskriminierung und unsichere Perspektiven.
Zwischenwahlen in den USA

LGBTIQ+-Rechte verstärkt im Fokus

Bei den US-Zwischenwahlen geht es heute auch um die Zukunft der LGBTIQ+-Rechte: Neue Mehrheiten könnten Trumps Politik stärker kontrollieren.
Gemeinsam statt einsam

Bibliotheken öffnen Türen

LGBTIQ+-Menschen sind oft besonders von Einsamkeit betroffen. Ein Aktionsmonat in Bibliotheken schafft nun Gelegenheiten zur Begegnung.
Attacke in Bremen

Trans* Frau bewusstlos geschlagen

Eine 22-jährige trans* Frau wird in Bremen beleidigt und niedergeschlagen. Nach der Attacke vor einer Diskothek ermittelt der Staatsschutz.
Ausgerechnet Dumbledore

Vances Kostüm löst Debatte aus

J. D. Vance feiert Halloween als Dumbledore. Dass der Zauberer schwul ist, sorgt angesichts seiner Politik für spöttische Reaktionen.
Wirbel um Kondom-Rückruf

Einhorn erklärt betroffene Chargen

Frankreich ruft Einhorn-Chargen zurück. Der Berliner Anbieter widerspricht Qualitätsvorwürfen und erklärt, für wen der Austausch gilt.
Abschied von Regina Ziegler

ZDF ändert sein Programm

Regina Ziegler ist mit 82 Jahren gestorben. Das ZDF erinnert mit einem Sonderprogramm an die Produzentin von „Weissensee“ und „Familie Bundschuh“.
Hass beim Spaziergang

Heiner Garg über Anfeindungen

Heiner Garg schildert homophobe Anfeindungen in Kiel. Der frühere Sozialminister spricht über Spucken, Beleidigungen und die Angst junger Queers.
Liebe bei Heated Rivalry?

Hudson Williams zieht Grenzen

„Heated Rivalry“-Star Hudson Williams sprach über die besondere Seelenverwandtschaft zu Kollege Connor Storrie.