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Ein Gay-Club in Pakistan? Eine radikale Idee brachte einen schwulen Mann in die Psychiatrie - seitdem verliert sich seine Spur

Von ms - 11.06.2024 - 15:00 Uhr
Ein Gay-Club in Pakistan
Foto: IMAGO / Newscom World
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Der erste schwule Nachtclub in Pakistan – diese Idee hatte im Mai ein schwuler Einheimischer. Kurz vor der Eröffnung des Etablissements wurde der schwule Mann offenbar von der Polizei in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, seitdem verliert sich seine Spur. 

Ein schwuler Club in Abbottabad

Der Name des Mannes wurde aus Sicherheitsgründen nicht publiziert, er konnte aber dem britischen Telegraph ein Interview geben. In der Region war offenbar bekannt, dass der Mann homosexuell ist und auch einen Partner hatte. Geplant war dabei wohl, den Club in Abbottabad, einer sehr konservativen und homophoben Region Pakistans, zu eröffnen.

Nachdem der Antrag auf die Eröffnung des Clubs in den sozialen Medien verbreitet worden war, begann die Hetzjagd auf den Antragsteller. Im Schreiben erklärte der jetzt Inhaftierte, dass er einen Treffpunkt für homo- und bisexuelle Menschen aber auch für heterosexuelle Freunde schaffen wollte. Dabei versicherte er, dass in seinem „Lorenzo Gay Club“ kein schwuler Sex gestattet werden solle, nur Küsse wären erlaubt gewesen. Die Hinweise hätten auch deutlich in den Räumlichkeiten selbst angebracht werden sollen, sodass niemand gegen die Anti-Sodomie-Gesetze in Pakistan verstoßen hätte können.

Massive Drohungen

Trotzdem sorgte der Fall für große Empörung, mehrere konservative Gruppierungen und rechtsgerichtete Politiker meldeten sich zu Wort und warnten vor „sehr ernsten Konsequenzen“. Ein Abgeordneter drohte damit, das ganze Gebäude am Tag der Eröffnung mit Benzin zu übergießen und in Brand zu setzen. Soweit kam es nun erst gar nicht, der schwule Mann wurde frühzeitig festgenommen. 

„Ich spreche über Menschenrechte“

Vor seiner Festnahme erklärte er dem Telegraph allerdings noch: „Ich spreche über Menschenrechte, und ich möchte, dass die Menschenrechte aller verteidigt werden. Warum wird so ein Vorhaben abgelehnt? In einigen indischen Bundesstaaten sind Beziehungen zwischen homosexuellen Paaren erlaubt. Letztes Jahr hat der Oberste Gerichtshof die Homo-Ehe zwar nicht legalisiert, aber die Entscheidung dem Parlament überlassen. Ich habe den Kampf für die Rechte der am meisten vernachlässigten Gemeinschaft in Pakistan begonnen und ich werde meine Stimme in jedem Forum erheben. Wenn die Behörden sich weiter weigern, werde ich mich an das Gericht wenden und ich hoffe, dass das pakistanische Gericht wie das indische zugunsten der Homosexuellen entscheiden wird.“ 

Große Sorgen nach Verschleppung

Seit der Festnahme versucht das britische Medienhaus Kontakt zu dem inhaftierten schwulen Mann zu bekommen, bisher ohne Erfolg. Die letzte Information ist, dass er aufgrund einer „psychischen Erkrankung“ im Mai in das Sarhad-Krankenhaus eingewiesen worden ist. Ob er sich dort noch immer aufhält, ist ungewiss. 

Gegenüber der Zeitung erklärten seine Freunde, sie machen sich sehr große Sorgen um seine Sicherheit. Sein Partner erklärte: „Ich weiß seit vielen Tagen nicht, wie es ihm geht. Ich versuche immer wieder, etwas über ihn herauszufinden, aber ohne Erfolg. Er ist jetzt besonders verletzlich. Ihm kann jederzeit etwas zustoßen.“

Homosexuelle Handlungen sind bis heute in Pakistan illegal und können offiziell mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Tatsächlich kommt es immer wieder zu lebenslangen Haftstrafen sowie auch zu Lynchjustiz.  

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