Direkt zum Inhalt
Kniefall vor Russland
Foto: IMAGO / Rüdiger Wölk
ANZEIGE

Kniefall vor Russland Kommunikationsbehörde verbietet Duolingo LGBTI*-Inhalte

ms - 07.06.2024 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Die weltweit meistbenutzte Sprachenlern-App Duolingo ist gegenüber Russland eingeknickt. Das US-Unternehmen mit rund einhundert Millionen Downloads jährlich (Stand 2022) löschte jetzt für den russischen Raum alle Verweise zum Thema Homosexualität und LGBTI*. Dem vorausgegangen war die eindringliche Drohung der russischen Kommunikationsaufsichtsbehörde, anderenfalls aufgrund von LGBTI*-Inhalten als „extremistische Gruppe“ eingestuft und damit gesperrt zu werden. 

Breite Front gegen LGBTI*

Das Gesetz dazu trat zu Beginn des Jahres in Kraft und erlaubt es den Behörden seitdem neben dem bereits verschärften Anti-Homosexuellen-Gesetz zusätzlich gegen Unternehmen, Organisationen aber auch Privatpersonen vorzugehen, wenn sie durch eine Verbindung mit der LGBTI*-Community als extremistisch definiert werden – diese Einschätzung wiederum erfolgt zumeist willkürlich, die Richtlinien dazu sind je nach Fall ziemlich frei interpretierbar. 

Seit Beginn des Jahres ist die russische Kommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadzor immer wieder gegen Unternehmen vorgegangen und verhängte auch Geldstrafen, beispielsweise gegen ein digitales Filmprotal.

Schadensbegrenzung bei Duolingo

Duolingo selbst versucht sich derweil in Schadenbegrenzung und ließ inzwischen erklären: „Wir unterstützen die Rechte von LGBTI* und glauben an die Normalisierung der Darstellung von LGBTI* in unseren Inhalten. Leider verbieten uns die lokalen Gesetze, bestimmte Inhalte in Russland aufzunehmen. Duolingo hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung auf der ganzen Welt zu erweitern, und wir setzen uns dafür ein, den Zugang zu unserem Produkt überall dort aufrechtzuerhalten, wo dies legal ist.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

News zu Heated Rivalry 2

Hudson Williams verrät Details

„Heated Rivalry 2“ wird derzeit gedreht und soll 2027 mit neuen Konflikten und mehr Emotionalität starten, verriet jetzt Schauspieler Hudson Williams.
Schwule Juden

Mehr Sichtbarkeit in der Community

Eine LGBTIQ+-Tora-Gruppe in Oregon liest jüdische Texte neu und will LGBTIQ+-Menschen darin als Teil der jüdischen Geschichte sichtbar machen.
Streisand greift Trump an

Streit um das Kennedy Center

Barbra Streisand kritisiert Präsident Trumps Vorgehen beim Kennedy Center, dessen Umbenennung juristisch und politisch umstritten ist.
Zehn Jahre Projekt „WiR*“

Aufklärung gerät unter Druck

Das Kölner Projekt „WiR*“ feiert zehn Jahre Aufklärungsarbeit – und warnt vor zunehmender Queerfeindlichkeit an Schulen.
Kolumbien sagt Nein zu LGBTIQ+

Kritik an neuem Regierungskurs

Kolumbien verlässt eine wichtige internationale LGBTIQ+-Koalition, während Menschenrechtsvereine vor anhaltender Gewalt gegen die Community warnen.
Vapen bei LGBTIQ+-Jugendlichen

Mobbing verstärkt den Trend

Eine neue Untersuchung sieht einen Zusammenhang zwischen der Ausgrenzung und Mobbing von LGBTIQ+-Jugendlichen und ihrem erhöhten Vape-Konsum.
ESC-Krise in Großbritannien

Prüfung des Auswahlverfahrens

Nach dem letzten Platz 2026 beim ESC soll das britische Eurovision-Auswahlverfahren jetzt im Parlament genauer untersucht werden.
Volkszählung in den USA

Neue Regeln sorgen für Kritik

Geplante Regeln für die US-Volkszählung 2030 könnten trans* Menschen zur Offenlegung ihrer Geschlechtsidentität gegenüber dem Staat zwingen.