Direkt zum Inhalt
LGBTI* in Georgien
ANZEIGE

LGBTI* in Georgien Der Menschenrechtskommissar des Europarats warnt vor Attacken auf LGBTI*-Organisationen

ms - 23.05.2024 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Das neue Gesetz in Georgien über die „ausländische Einflussnahme“ bei Unternehmen und  Firmen sorgt seit der Verabschiedung letzte Woche weiter für Schlagzeilen. Jetzt hat sich auch Europas oberster Menschenrechtsbeobachter eingeschaltet – er befürchtet, zu den ersten Opfern des neuen Gesetzes könnten LGBTI*-Menschen werden. 

Keine Kritik an der Regierung

Zum Hintergrund: Die Regierungspartei Georgischer Traum hat letzte Woche das neue Gesetz im Parlament verabschiedet. Organisationen und Medien, die zu mindestens 20 Prozent aus dem Ausland finanziert werden, müssen sich künftig als „Vertreter von Interessen ausländischer Mächte“ offiziell zu erkennen geben – inklusive möglicher weitrechender Sanktionen. Die Richtlinien gleichen jenen in Russland, die es seit 2012 den Behörden dort erlauben, gegen regierungskritische Medien und Unternehmen vorzugehen. 

Verstoß gegen EU-Menschenrechtskonventionen

Inzwischen schaltete sich die Venedig-Kommission des Europarats ein und betonte, das neue Gesetz schränke die Meinungsfreiheit, die Vereinigungsfreiheit sowie das Recht auf Privatsphäre ein und sei mit den Grundsätzen der Europäischen Menschenrechtskonvention nicht in Einklang zu bringen. Man „empfehle Georgien nachdrücklich“, das Gesetz rückgängig zu machen. Die Venedig-Kommission berät den Europarat in Verfassungsfragen. 

Im Land selbst kam es in den letzten Tagen in der Hauptstadt Tbilissi immer wieder zu Demonstrationen von tausenden Menschen, die den Rücktritt der Regierung forderten. Die Regierung ging dabei mehrfach gewaltsam dagegen vor und hat zahlreiche Personen festgenommen.

Ein dringendes Problem für LGBTI*

Michael O'Flaherty, der neue Menschenrechtskommissar beim Europarat, erklärte zudem jetzt gegenüber Context, dass LGBTI*-Organisationen im Land sowie auch LGBTI*-Menschen selbst zu den Ersten gehören könnten, die in Georgien bald ins Visier genommen werden. Die Angst sei in der Community sehr groß: „Die LGBTI*-Community sagt uns, dass sie die ersten Opfer der Gesetze zur Auslandsfinanzierung sein werden. Solche Gesetze sind ein sehr unmittelbares und dringendes Problem für LGBTI*-Gruppen.“ Europa zeige sich dabei in Bezug auf LGBTI*-Rechte immer mehr polarisiert, während die Angriffe auf die Community an Quantität und Radikalität immer weiter zunehmen. Zuletzt offenbarte das auch die neue Studie der EU Grundrechteagentur.  

Mariam Kvaratskhelia, Ko-Direktorin von Tbilissi Pride, bekräftigte ebenso, dass die LGBTI*-Community als erstes angegriffen werden wird, allen voran auch der eigene Verein, der nicht nur den Pride in der Hauptstadt organisiert, sondern sich auch aktiv für LGBTI*-Rechte im Land einsetzt: „Die Dinge entwickeln sich so schnell, es ist wie ein Krieg der Nerven und Emotionen!“ 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sorge um Perez Hilton

Selbstverletzung während Livestream

US-Blogger Perez Hilton hat sich in einem Livestream in offenbar suizidaler Absicht mit einem Messer selbst verletzt. Aktuell ist er in einer Klinik.
Rob Jetten trifft Joe Locke

Meeting beim World Pride

Der niederländische Premierminister Rob Jetten hat Heartstopper-Star Joe Locke getroffen und kündigte Millionenhilfen für mehr LGBTIQ+-Sicherheit an.
Gedenkstätte nach CSD-Anschlag

Berlin schafft Ort des Erinnerns

Mit einem Gedenkbaum und einer Regenbogenbank will Berlin künftig dauerhaft an die Opfer des CSD-Anschlags vom 25. Juli erinnern.
Queeres Paar angegriffen

Pfefferspray-Attacke in München

Nach einer queerfeindlichen Attacke in München rücken steigende Fallzahlen und Warnungen vor zunehmender Gewalt gegen LGBTIQ+-Menschen in den Fokus.
Besondere Freundschaft

Stefano Belotti und Matteo Santoro

Die beiden Wasserspringer Stefano Belotti und Matteo Santoro gewannen jetzt EM-Bronze und sind inwischen Lieblinge der schwulen Community Italiens.
Sexy Doppelgänger

Timothée Chalamets Zwilling?

OnlyFans-Creator Eddie Veyro führt seinen Erfolg auf seine Ähnlichkeit mit Timothée Chalamet zurück – der Schauspieler soll darüber wenig erfreut sein
Heated Rivalry 2

Großer Andrang am Set

Wegen des großen Faninteresses an Staffel 2 von „Heated Rivalry“ hat Showrunner Jacob Tierney jetzt um Rücksicht auf Cast und Crew gebeten.
Geldstrafe für George Santos

Illegaler Insider-Wetthandel

Der schwule Ex-US-Abgeordneter George Santos sorgt für neue Schlagzeilen und muss nach einer illegalen Online-Wette mehr als 35.000 Dollar zahlen.
Streit um Gay-Schulclub

Klage gegen US-Schulbehörde

Eltern betroffener Kinder haben Klage gegen eine Schulbehörde in Virgina eingereicht, die unbedingt einen homosexuellen Schulclub verhindern will.