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Kehrtwende im Fall Kaiser Keine Fahndung nach dem bisexuellen Schiedsrichter

Von ms - 06.02.2026 - 08:30 Uhr
Kehrtwende im Fall Kaiser
Foto: IMAGO / Beautiful Sports International
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Kehrtwende bei den Anschuldigungen gegen den bisexuellen Amateur-Schiedsrichter Pascal Kaiser: Am Freitag vor einer Woche entzückte der 28-Jährige mit seinem Heiratsantrag im Fußballstadion des 1. FC Köln Millionen Menschen weltweit, die Meldung ging wie ein Lauffeuer international durch die Medien. Dann wurden Anschuldigungen laut, Kaiser werde wegen mehreren Delikten aus der Vergangenheit gesucht. Nach BILD-Recherche scheint nun klar: Die Fahndung ist längst aufgehoben, die Staatsanwaltschaft soll sich geirrt haben. 

Keine Fahndung nach Kaiser 

Der Hintergrund: Ein Bar-Betreiber aus Köln hatte Kaiser 2024 angezeigt und ihm vorgeworfen, er habe während seiner Arbeit dort Geld gestohlen, Umsatz unterschlagen und eine private Feier auf Kosten der Firma ausgerichtet. Insgesamt standen dabei offenbar Forderungen zwischen 5.000 und 6.000 Euro im Raum. Seitdem ermitteln die Behörden gegen ihn. Kaiser wurde nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft zur Fahndung ausgeschrieben, weil man ihn an seiner zuletzt bekannten Anschrift nicht finden konnte. 

BILD fragte diesbezüglich noch einmal bei der Staatsanwaltschaft nach, die jetzt mitteilte, dass die Wiederaufnahme des Verfahrens und damit das Ende der Fahndung „in unserem Datensystem aufgrund eines Büroversehens bedauerlicherweise zunächst nicht erfasst worden“ ist. Kurz gesagt: Nach Kaiser wird gar nicht mehr gefahndet. Zu den Anschuldigungen gegen Kaiser erklärte zudem sein Anwalt Moritz Lange: „Die gegen unseren Mandanten in diesem Zusammenhang geltend gemachten Forderungen bestehen nicht.“ Das Gericht wird nun wohl schlussendlich in diesem Fall Klärung schaffen.

Mutmacher für mehr Sichtbarkeit 

Der 28-jährige Sportliebhaber hat sich 2022 als bisexuell geoutet und kämpft seitdem für mehr Vielfalt und Toleranz im Fußball – und erlebt dafür bis heute Anfeindungen, wie er im Interview mit SCHWULISSIMO erklärte: „Ich erlebe beides: Hass und Hoffnung. Die DMs mit Todesdrohungen verletzen. Aber sie brechen mich nicht. Denn für jede Hassnachricht bekomme ich fünf, in denen mir Menschen sagen: ´Du hast mir geholfen, mich selbst anzunehmen.´ Ich sehe darin meine Aufgabe: Sichtbarkeit schaffen. Eine Stimme sein. Und Menschen Mut machen, die sich noch nicht trauen. Ich weiß, wie einsam es sein kann, wenn man denkt, man ist der oder die Einzige. Ich will, dass niemand mehr so denken muss.“ Mit seinem Heiratsantrag vor 50.000 Zuschauern im Rheinenergie-Stadion hat er auf spektakuläre Weise mehr Sichtbarkeit geschaffen. Auf die Frage, warum er sich das alles antue, bekräftigte Kaiser: „Weil mein Herz für Fußball schlägt – und meine Liebe zu mir selbst größer ist als der Hass anderer!“

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