Direkt zum Inhalt

Wandel in Polen Rund 20.000 Pride-Teilnehmer erinnern Tusk-Regierung an ihr Versprechen

Von ms - 17.06.2024 - 13:00 Uhr
Wandel in Polen
Foto: IMAGO / Mikolaj Janeczek
ANZEIGE
Loading audio player...

Sowohl vor wie auch direkt nach dem Wahlsieg bekräftigte Donald Tusk, dass er und sein neues Regierungsbündnis die gleichgeschlechtliche Ehe in Polen einführen will. Später ruderte er ein Stück weit zurück und erklärte, in einem ersten Schritt eine eingetragene Partnerschaft umsetzen zu wollen, da diese rechtlich leichter und schneller durchführbar wäre. Beim Pride am Wochenende in Warschau erinnerten jetzt rund 20.000 Teilnehmer die seit Dezember 2023 regierende Tusk-Regierung lautstark an ihr Versprechen. 

Die Zeit ist reif für die Homo-Ehe

Es müsse jetzt zeitnah zu deutlichen rechtlichen Verbesserungen für Schwule und Lesben im Land kommen, immerhin habe man lange genug gewartet, so die zentrale Forderung des sogenannten Gleichheitsmarsches mit dem dazu passenden Motto: „Die Zeit für Gleichberechtigung ist jetzt!“. Dazu schwenken viele Pride-Teilnehmer die Regenbogenflagge und zeigten sich in bunten Kostümen. 

Rückenwind bekam die Gay-Community auch von den jüngsten Ergebnissen einer Umfrage aus diesem Jahr, demnach erstmals eine Mehrheit von 66 Prozent der Polen die Einführung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft unterstützen würden.  

Mehr Einsatz gegen Hass

Ein weiteres wesentliches Anliegen der Community im Land ist ein besserer Schutz vor Hass und Diskriminierung – ähnlich wie in weiten Teilen Europas werden auch die Angriffe auf Homosexuelle in Polen zahlenmäßig mehr und dabei zusehends auch radikaler und gewalttätiger. 

Den Forderungen Nachdruck verlieh dabei auch Warschaus Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski, der an vorderster Front des Demonstrationszuges mitmarschierte. „Warschau ist eine lächelnde, tolerante und europäische Stadt. Ich hoffe, dass alle Forderungen, über die man seit vielen Jahren spricht, nun endlich in die Realität umgesetzt werden.“

Anzeige

Auch Interessant

Weltpremiere von „Artificial“

Guadagnino nimmt OpenAI ins Visier

Luca Guadagninos „Artificial“ erzählt vom Machtkampf bei OpenAI. Andrew Garfields Darstellung des schwulen Sam Altman sorgt für großes Kritikerlob.
Böse schwule Geister

Spukgeschichten vor Gericht

Ein Mann in Namibia machte „schwule Geister“ für eine tödliche Messerattacke verantwortlich. Das Gericht glaubte der Aussage nicht.
AfD will Jugendhilfe umbauen

Queere Jugendliche im Fokus

Die AfD will das Jugendhilferecht ändern und die Berücksichtigung von Geschlechtsidentitäten jenseits von Mann und Frau zurückdrängen.
Ende von Bowens Karriere?

Wrestling-Pionier vor Abschied

Anthony Bowens schrieb als schwuler AEW-Champion Wrestling-Geschichte. Nach sechs Jahren ist sein Vertrag nun ausgelaufen. Das Ende der Karriere?
Kampf gegen das Vergessen

LGBTIQ+-Geschichte unter Druck

Stonewall-Museumschef Robert Kesten warnt vor Angriffen auf LGBTIQ+-Geschichte und setzt auf Bildung, Archive und einen stärkeren Dialog mit Medien.
Verdacht auf Asylbetrug

Hunderte Fälle in England

In London ermitteln Behörden jetzt gegen ein Netzwerk, das falsche Belege über die vermeintliche Homosexualität von Asylbewerbern verkauft haben soll.
Forderungen an Rot-Grün-Rot

LSVD+ drängt auf klare Zusagen

Der LSVD+ Berlin-Brandenburg fordert von SPD, Grünen und Linken verbindliche Zusagen für Schutz, queere Angebote und den World Pride 2032 in Berlin.
Freikirche sorgt für Kritik

Streit um Jugendhilfe in Karlsruhe

In Karlsruhe wird über die evangelikale Freikirche ICF als Träger der Jugendhilfe entschieden. Queere Verbände warnen vor queerfeindlichen Positionen.
Alito kritisiert Ehe für alle

Oberster Richter warnt vor Folgen

US-Verfassungsrichter Samuel Alito kritisiert in seinem neuen Buch die Ehe für alle und warnt vor Folgen für die Religionsfreiheit.