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„Unnatürliche Handlungen“
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„Unnatürliche Handlungen“ 30 schwule Senegalesen auf der Anklagebank

ms - 07.01.2026 - 12:00 Uhr
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Ende Dezember letzten Jahres hatte die Polizei im Senegal in mehreren Städten Razzien durchgeführt, dabei wurden die Wohnungen von einigen Männern gestürmt und alle Anwesenden verhaftet – zuvor hatten die Beamten bereits Anfang des Monats eine schwule WhatsApp-Gruppe auffliegen lassen. Die Ermittler konfiszierten bei den jüngsten Razzien nun die Handys und werteten alle Daten wie intime Fotos oder Nachrichten aus, mehrere Angeklagte bekundeten daraufhin bereits, schwul zu sein. Schwerpunktmäßig fanden die Hausdurchsuchungen nach Anzeigen von den Nachbarn in der Stadt Thiès sowie in den Regionen Diourbel und Rufisque statt. Insgesamt wurden 30 Homosexuelle festgenommen.  

Haftstrafe für schwule Männer 

Elf Männer wurden jetzt mit sofortiger Vollstreckung zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt, alle weiteren Angeklagten sitzen derweil noch in Untersuchungshaft. Homosexualität sowie homosexuelle Handlungen können im Senegal mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren sowie einer Geldstrafe von bis zu 2.200 Euro geahndet werden. Das Durchschnittsgehalt im Land beträgt laut Trading Economics etwa 200 Euro im Monat.  

Verschärfung der Gesetze

Derweil werden Forderungen nach deutlich strengeren Strafen für Homosexualität laut. Mehrere religiöse Führer plädierten zuletzt dafür, die Strafe für „unnatürliche Handlungen“ auf bis zu 15 Jahre Haft zu erhöhen. Der Druck auf den jungen Präsidenten Bassirou Diomaye Faye (45) wächst, denn viele der religiösen Gelehrten haben nicht nur innerhalb der Bevölkerung viel Macht, sondern sitzen auch in Parlamenten und anderen politischen Gremien. Faye und seine Partei PASTEF sind erst im November 2024 an die Macht gekommen, maßgeblich unterstützt von mehreren Anti-LGBTIQ+-Organisationen. 

Auf der anderen Seite wird die Kritik von Seiten mehrerer Menschenrechtsorganisationen und queerer Verbände immer lauter, die betonen, wie dramatisch das Leben von homosexuellen und queeren Menschen im westafrikanischen Land gefährdet ist. Zudem befeuere die aktuelle homophobe Politik und die Hass-Polemik von religiöser Seite die gesellschaftliche Diskriminierung immer weiter. 97 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, etwa drei Prozent Christen. 

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