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Überraschender Wechsel

Überraschender Wechsel Schwuler Tagesthemen-Moderator verlässt die ARD

ms - 07.01.2026 - 12:30 Uhr
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Der schwule Tagesthemen-Moderator und zweiter Chefredakteur von ARD-Aktuell, Helge Fuhst (41), verlässt offenbar das Erste und wechselt überraschend zu einem privaten Medienunternehmen. Trotz gerade erfolgter Verlängerung seines Vertrages zieht es Fuhst nach Angaben der Katholischen Nachrichten-Agentur unter Berufung auf NDR-Kreise zu einem neuen Arbeitgeber. In der Vergangenheit hatte der Medienmacher die geringe Sichtbarkeit von LGBTIQ+ beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk kritisiert. 

Wechsel zu den Privatmedien 

Weitere Details sind offiziell nicht bekannt, auch nicht, warum der 41-Jährige so überraschend bei der ARD aussteigt. Im Februar soll sein künftiger Arbeitgeber bekannt gegeben werden. Künftig soll Fuhst dann laut KNA sowohl Management-Aufgaben übernehmen als auch wieder vor der Kamera stehen. Seit 2019 war der schwule Medienmacher zweiter Chefredakteur von ARD-Aktuell, zuvor arbeitete er beim öffentlich-rechtlichen Gemeinschaftsprogramm Phoenix, zuletzt auch als Programmgeschäftsführer. In dieser Zeit moderierte er die Talksendungen „Unter den Linden“ sowie den „Internationalen Frühschoppen.“ 

Fuhst gehört damit zu den wenigen bekannten Gesichtern von ARD und ZDF, die aus einer öffentlich-rechtlichen Leitungsebene heraus zu den Privaten wechseln, bisher waren es vor allem Moderatoren und Moderatorinnen der „Tagesschau“ wie Linda Zervakis (ProSieben), Marc Bator (Sat.1) und zuletzt Constantin Schreiber (Axel Springer Verlag). 

Sichtbarkeit bei ARD und ZDF

Im Jahr 2022 nahm Fuhst erstmals ausführlich Stellung zu seiner Homosexualität, bereits 2021 wurde er von der Stiftung Prout@Work für sein Engagement ausgezeichnet. Der 41-Jährige ist verheiratet und lebt in Hamburg. In der Talkshow „Salon Schinkelplatz“ hatte Fuhst erklärt, dass er sich früher oft gefragt habe, warum es in den Medien keine Vorbilder für nicht-heterosexuelle Personen gebe. Besonders bei etablierten Nachrichtenformaten wie der „Tagesschau“ oder den „Tagesthemen“, die sich selbst als „weltoffen“ verstehen, sei es für ihn eine Herausforderung gewesen, sich mit der eigenen sexuellen Orientierung in der Öffentlichkeit auseinanderzusetzen. 

Er hätte sich gewünscht, in seiner Jugend jemanden zu haben, der einfach sagt: „Ja, so ist es“. Heute sei er selbst dieser „jemand“, der diese Sichtbarkeit verkörpert. Der ARD-Journalist erklärte außerdem, dass er es als selbstverständlich betrachte, dass seine sexuelle Orientierung in der Öffentlichkeit keine besondere Beachtung finde. „Es sollte so normal werden, dass man nicht mehr darüber reden muss“, sagte Fuhst, der mit seinem Mann bereits seit über dreizehn Jahren zusammen ist. 

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