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Sundance wird queer Sexarbeiter, Dreiecksbeziehungen und eine heiße Affäre mit Ben Whishaw

Von ms - 20.01.2023 - 15:00 Uhr
Sundance wird queer
Foto: IMAGO / UPI Photo
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Das Sundance Film Festival, aufgebaut seit 1981 von Hollywood-Superstar Robert Redford, ist seit langem dafür bekannt, einige der originellsten und besten Indie-Filme des Jahres zu präsentieren. In diesem Jahr nun legt das Festival einen Schwerpunkt auf Filme mit LGBTI*-Themen.

Vorreiter für LGBTI*-Themen

Noch bis Ende des Monats kommenden Liebhaber des queeren Kinos ganz auf ihre Kosten, auch wenn sie dafür nach Salt Lake City, Utah, reisen müssen. Viel wichtiger ist dabei allerdings, dass das Sundance schon seit vielen Jahren eine Strahlkraft für Filmemacher weltweit entwickelt hat und als eine Art von Denkfabrik für kreative Regisseure, Drehbuchautoren, Produzenten und Schauspieler fungiert – mit Spannung wird daher erwartet, welche Auswirkungen der diesjährige Fokus auf Filme mit LGBTI*-Themen auf die internationale Filmszene haben wird, auch und gerade in Europa.

Schwule Wrestler und lesbische Liebe im Knast

Einer der spannendsten Filme dürfte dabei "Cassandro" sein, in dem Gael García Bernal den schwulen Wrestler Luchador Saúl Armendáriz spielt, der zur Legende wurde. Bernal startete seine Karriere einst in dem homoerotischen Coming-of-Age-Streifen "Y Tu Mamá También". Im Film "Eileen" erleben wir eine schwierige lesbische Freundschaft in den 1920er Jahren im Gefängnis, dargestellt von Anne Hathaway und Thomasin McKenzie. Der Dokumentarfilm "It's Only Life After All" setzt dann den Queer-Musikerinnen Amy Ray und Emily Saliers alias “Indigo Girls“ ein filmisches Denkmal.

Liebe zwischen Ben Whishaw und Franz Rogowski

Q-Darsteller Ben Whishaw aus den Bond-Filmen mit Daniel Craig schlüpft dann abermals in eine spannende schwule Rolle in der Dreiecksbeziehung "Passages". An seiner Seite der deutsche Schauspieler Franz Rogowski, der zuletzt für seine packende Darstellung in “Große Freiheit“ als deutscher Homosexueller, der unter den Repressalien des Paragrafen 175 der Nachkriegszeit leidet, mit dem Deutschen Schauspielpreis ausgezeichnet worden ist.

Ein Dutzend weiterer Filme mit queerer Thematik werden in den kommenden Tagen zu sehen sein, mit Spannung blickt die Presse dabei auf den Film “Mutt", einer der Top-Anwärter für einen der vier Hauptreise des Festivals in der Sektion U.S. Dramatic Competition. Ebenso heißer Anwärter für einen Hauptreis ist die Dokumentation "Little Richard: I Am Everything", die laut der offiziellen Presseerklärung "die schwarzen, queeren Ursprünge des Rock 'n' Roll entlarvt und endlich dem weißgetünchten Kanon der amerikanischen Popmusik" gegenüberstellt.

Transsexualität auf der großen Leinwand

Das Spielfilmdebüt des chilenisch-serbischen Filmemachers Vuk Lungulov-Klotz zeigt das aufstrebende Talent Lío Mehiel in der Rolle des jungen Trans-Mannes Feña, der an einem chaotischen Tag in New York mit drei inzwischen entfremdeten Figuren aus seiner Vergangenheit konfrontiert wird: seinem Vater, seinem heterosexuellen Ex-Freund und seiner jugendlichen Halbschwester.

Das Thema Transsexualität wird auch in "L'Immensità" mit Penélope Cruz aufgegriffen, die eine italienische Mutter in den 1970er Jahren spielt, die mit dem Transitions-Wunsch ihres Kindes zurechtkommen muss. In "Kokomo City" schließlich dreht sich alles um die Welt von vier transsexuellen Sexarbeiterinnen in New York. Sundance verspricht so insgesamt eines der spannendsten Filmfestivals des Jahres zu werden – und spannend ist dabei nicht nur der Blick auf die Leinwand, sondern auch dahinter, denn nebst queeren Filmen sind auch so viele LGBTI*-Filmschaffende wie noch nie zuvor in diesen Tagen vor Ort in Utah. 

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