Direkt zum Inhalt
Folgeschäden der Konversionstherapie sind bei Trans*Personen schlimmer
ANZEIGE

Studie bestätigt Folgeschäden der Konversionstherapie sind bei Trans*Personen schlimmer

km - 31.03.2021 - 14:52 Uhr
Loading audio player...

Eine Studie, die im Oktober 2020 von der Gender Identity Research & Education Society, der LGBT Foundation, der Ozanne Foundation und Stonewall durchgeführt wurde, bestätigt, dass die Konversionstherapie langfristige schädliche Auswirkungen für trans*- und nicht-binäre Menschen hat. Unabhängig davon, ob sie sich "entscheiden", sich der Praxis zu unterziehen, oder ob sie dazu gezwungen werden.

Wer war in der Umfrage vertreten?

Mehr als 1.500 Antworten gingen ein, als die Umfrage im Oktober 2020 veröffentlicht wurde - 1.086 wurden eingehend analysiert und 418 wurden aus Gründen der Qualitätskontrolle ausgeschlossen. Von diesen Befragten gaben 450 an, dass ihre Geschlechtsidentität nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Wobei 170 von ihnen sich als nicht-binär identifizierten. Vierundsechzig wurde eine Konversionstherapie angeboten und 39 hatten direkte Erfahrungen mit dieser Praxis, wobei fast die Hälfte der Befragten angab, dass sie dazu gezwungen wurden.

Konversionstherapie noch schlimmer als man ahnt

Die Studie fand heraus, dass die Konversionstherapie zur Geschlechtsidentität "weiter verbreitet und oft gewalttätiger" ist, als die meisten Menschen ahnen. Einige der Befragten mussten sich im Rahmen des Prozesses erzwungener Nacktheit, korrigierender Vergewaltigung, Zwangsernährung oder Essensentzug, Schlägen, Isolation oder verbalem Missbrauch unterziehen.

Es wurde auch aufgedeckt, dass viele trans* und nicht-binäre Menschen als Kinder einer Konversionstherapie unterzogen wurden, wobei einige die traumatisierende Praxis durchliefen, bevor sie 12 Jahre alt waren.

Eine Trans*Person sagte: "Nachdem ich eine Konversionstherapie zur Geschlechtsidentität durchgemacht habe, kann ich sagen, dass sie nicht funktioniert. Es führte nur zu 23 Jahren Depression, Alkoholismus und Selbstmordgedanken, bis endlich meine Geschlechtsanpassung erfolgte."

Trans*- und nicht-binäre Menschen haben schlechtere psychische Gesundheitsergebnisse

Fast die Hälfte (47 Prozent) der trans*- und nicht-binären Menschen, die sich einer Konversionstherapie unterzogen haben, haben einen Selbstmordversuch unternommen, im Vergleich zu etwa einem Viertel (26 Prozent) der Befragten mit anderen Geschlechtern. Trans*- und nicht-binäre Menschen, die eine Konversionstherapie überstanden haben, litten auch häufiger an Selbstmordgedanken und Essstörungen als geschlechtsspezifische Menschen, die sich dieser Praxis nicht unterzogen hatten.

92 Prozent der trans*- und nicht-binären Menschen, die eine Konversionstherapie durchliefen, hatten später mit Angstzuständen und Depressionen zu kämpfen, verglichen mit 79 Prozent derjenigen, die sich dieser Praxis nicht unterzogen.

Während die überwiegende Mehrheit der Befragten angab, dass die Konversionstherapie ihre Geschlechtsidentität nicht verändert hat, hatten acht Personen das Gefühl, dass die Praxis sie cisgender gemacht hat.

Fast die Hälfte (49 Prozent) der Befragten waren Kinder, als sie mit der Konversionstherapie begannen, während drei Viertel unter 24 Jahre alt waren. Die Hälfte der geschlechtshomogenen Menschen, die sich dieser Praxis unterzogen haben, gaben an, dass ihre romantischen, familiären, gemeinschaftlichen und gleichaltrigen Beziehungen dadurch beschädigt wurden.

Die meisten derjenigen, die eine Konversionstherapie durchliefen, taten dies in einem religiösen Kontext, während andere die Praxis bei einem Psychiater, Psychologen oder Therapeuten absolvierten. 23 Personen berichteten, dass sie im Rahmen der Bemühungen, ihre Geschlechtsidentität zu ändern, eine Form von Gesprächstherapie" durchlaufen haben.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Proud Staffel 2

Hoffnung auf Fortsetzung

Die HBO-Serie „Proud“ erzählt die Geschichte eines jungen schwulen Mannes – und die Hoffnung auf eine zweite Staffel wächst.
Star Trek bleibt bunt

Sorge um die Zukunft

Zum 60. Jubiläum feiern LGBTIQ+-Stars die Vielfalt von „Star Trek“ – und warnen zugleich vor einem möglichen Rückschritt bei der Repräsentation.
Denkmal für The Vivienne

Lebensgroße Statue in Liverpool

Liverpool plant eine lebensgroße Statue für The Vivienne und will damit an die Drag-Ikone und ihr Vermächtnis erinnern.
Alte Gerüchte um James Stewart

Hollywood-Legende neu im Fokus

Ein neues Biopic über US-Schauspieler James Stewart bringt alte Hollywood-Gerüchte rund um seine vermeintliche Homosexualität erneut ins Gespräch.
Besonderes "Liebespaar"

Kuss-Paar gewinnt Preis

Bei der Canal Pride Amsterdam wurden die kreativsten Boote für ihre Botschaften zu Vielfalt und Sichtbarkeit geehrt, darunter ein besonderes Kuss-Paar
Viagra gegen Krebs?

Forschung mit neuem Ansatz

Israelische Forscher untersuchen, ob Viagra Krebszellen an der Ausbreitung hindern kann – die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.
Senegal verschärft Vorgehen

Acht Frauen festgenommen

Im Senegal wurden acht Frauen wegen lesbischer Beziehungen festgenommen – die Ermittlungen lösten Kritik aus, die Regierung hält an ihrem Kurs fest.
Siege bei Commonwealth Games

Medaillen für LGBTIQ+-Athletinnen

Voller Erfolg: Offen lebende LGBTIQ+-Athletinnen holten bei den Commonwealth Games sieben Medaillen und wären als Team auf Rang 14 gelandet.
DoxyPEP im Supermarkt

Neues STI-Angebot in Großbritannien

Der Drogerieanbieter Superdrug bietet als erster britischer Einzelhändler DoxyPEP an – ein Medikament zur Vorbeugung bestimmter bakterieller STIs.