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Starke Allianzen für LGBTI*-Rechte Großbritannien soll Kampf für queere Rechte anführen

Von ms - 04.04.2022 - 15:30 Uhr
Weltweite LGBTI*-Konferenz im Sommer geplant // Von ukhomeoffice - https://www.flickr.com/photos/49956354@N04/4620770605/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10576282
Foto: Weltweite LGBTI*-Konferenz im Sommer geplant // Von ukhomeoffice - https://www.flickr.com/photos/49956354@N04/4620770605/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10576282
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Mit einem großen Vorhaben ist der britische Sondergesandte für LGBTI*-Rechte, Nick Herbert, jetzt vor die Presse getreten – er plant eine weltweite LGBTI*-Konferenz, um sich gebündelt den Themen Gleichberechtigung, Inklusion und Diversität zu widmen. Dabei will Herbert ein besonderes Augenmerk auf die Wirtschaft legen, denn in Verknüpfung mit LGBTI* ergeben sich daraus spannende Signale, die weltweit eine positive Wirkung erzielen könnten. Titel der geplanten Konferenz: Safe To Be Me: A Global Equality Conference.

Herbert verfolgt dabei einen sehr spannenden Grundansatz: Die Rechte von LGBTI*-Menschen zu stärken, indem man Nationen, Regierungen und großen Unternehmen verdeutlicht, wie wichtig queere Menschen auch für den wirtschaftlichen Motor eines Landes sind. Er stützt sich dabei auf eine Studie der Credit Suisse, die feststellte, dass die weltweite LGBTI*-Community mit ihren insgesamt rund 540 Millionen „Mitgliedern“ als eigener Staat die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt wäre. Man müsse den rund 70 Ländern, die Homosexualität nach wie vor rechtlich verurteilen, noch viel stärker vor Augen führen, dass eine Offenheit gegenüber LGBTI*-Menschen gerade auch wirtschaftlich zu einem enormen Erfolg führen würde. Wer queere Menschen diskriminiert, verpasse Umsätze in Höhe von mehreren Milliarden.

Herbert arbeitet zielstrebig daran, dass Großbritannien künftig eine Führungsrolle im Kampf für Akzeptanz und Gleichberechtigung von LGBTI*-Menschen einnimmt. Ein erstes starkes Zeichen dafür sei laut Herbert seine eigene Position – der Brite ist der erste Sondergesandte des Vereinigten Königreichs für LGBTI*-Rechte. In ganz ähnlicher Weise gibt es seit kurzem mit Sven Lehmann auch den ersten Queer-Beauftragten der Bundesregierung in Deutschland.

Herberts Pläne sind zudem, einen globalen Aktionsplan auszuarbeiten, wie man Ziele der queeren Community besonders effektiv und schnell erreichen kann. Wie wichtig dies sei, belegen aktuelle weltweite Entwicklungen und Einstellungen von konservativen und reaktionären Hardlinern, die auch in liberal geprägten Regionen wie Europa oder den USA aktuell versuchen, die Rechte für LGBTI* einzuschränken. Als aktuelle Beispiele nannte Herbert unter anderem auch Ungarn und Polen sowie beispielsweise auch Tschetschenien und Russland.

Herberts Forderungen sind auch deswegen ambitioniert, da Großbritannien selbst bis vor kurzem sehr schleppend in puncto LGBTI*-Rechte vorankam. Zuletzt hatte Premierminister Johnson mehrfach beispielsweise bei dem geplanten Verbot von Konversionstherapien einen Rückzieher gemacht, bevor er Ende letzter Woche bekanntgab, sich doch gegen die „Homo-Heilungen“ einzusetzen, wenngleich auch ohne Einbeziehung der trans-Community. 

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