Direkt zum Inhalt

Stärkung von LGBTI* durch die UN Mandat soll verlängert werden – der Kampf um Gleichberechtigung für LGBTI* ist noch nicht vorbei

Von ms - 20.06.2022 - 11:00 Uhr
Über 1.000 Organisation fordern erneut UN-Sonderbeauftragten für LGBTI*
Foto: IMAGO / Agencia EFE
ANZEIGE
Loading audio player...

Politisch ist es ein starkes Signal gerade für die LGBTI*-Communitys auf der ganzen Welt – 1.117 Organisationen aus 134 Ländern weltweit haben jetzt eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie fordern, dass die Position des unabhängigen Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen (UN) verlängert werden muss, der sich gegen Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität starkmacht.

Das Mandat des unabhängigen Sonderbeauftragten muss alle drei Jahre erneuert werden. In der gemeinsamen Erklärung wird dabei festgehalten: „Die Fortführung dieses Mandats ist von entscheidender Bedeutung. Die in jeder Region weit verbreitete, schwere und systematische Gewalt und Diskriminierung aufgrund der tatsächlichen oder wahrgenommenen, sexuellen Orientierung oder des Geschlechts bleibt bestehen. Mit der Erneuerung des Mandats wird das wichtige Zeichen gesetzt, dass jegliche Gewalt nicht toleriert werden darf!“

Das Mandat existiert seit 2016 und wurde bereits einmal im Jahr 2019 erneuert. Die Aufgaben des unabhängigen Sonderbeauftragten sind dabei vielfältig, so soll der Mandatsträger zum einen eine Sichtbarkeit für Hass und Gewalt gegenüber LGBTI*-Menschen schaffen, dazu gehört explizit auch der Kampf gegen Konversionstherapien. Zum anderen soll der Sonderbeauftragte aber auch rechtliche Verbesserungen und Fortschritte beim Kampf gegen Diskriminierung aufzeigen, um so andere Staaten und Organisationen zu inspirieren. Zudem trägt der Mandatsträger auch Fakten, Studienergebnisse und Statistiken mit Fokus auf die LGBTI*-Community zusammen und wertet diese aus. Auf Grundlage dessen soll der UN-Beauftragte Vorschläge erarbeiten, wie Betroffene künftig besser vor Diskriminierung und Gewalt geschützt werden können.

Aktuell ist Victor Madrigal-Borloz der unabhängige Sonderbeauftragte und wird mehrheitlich für seinen Einsatz sehr geschätzt. Bereits bei der erstmaligen Erneuerung seines Mandats 2019 bekam Madrigal-Borloz mehr Zustimmung von den Ländern als bei der Schaffung des Amts drei Jahre zuvor. Es wird davon ausgegangen, dass bei einer erneuten Verlängerung der Position der Rechtsanwalt aus Costa Rica in seinem Amt bestätigt wird. Mehrfach hatte Madrigal-Borloz auch erklärt, dass es das Ziel seines Mandats wie auch der UN sein müsse, internationale Standards für Menschenrechte zu implementieren und dafür einzustehen, dass LGBTI*-Menschen in Freiheit sowie mit Würde und denselben Rechten gleichberechtigt leben können.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDHomophobe Hassdelikte: Fast jeden Tag ein FallBerliner MorgenpostNach Razzia gegen queeres Gesundheitsprojekt: Demo in Berlin angekündigtSWRGrüner Sozialminister BW sorgt sich um Minderheiten: Hildenbrand will "Anwalt" der queeren Community seinFalterBlauland: Zum Jubiläum ein Regenbogen-HirschgeweihAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.
Neue Vorwürfe in Turkmenistan

Psychiatrie wird zum Albtraum

Neue Berichte über Zwangseinweisungen und Misshandlungen zeigen die dramatische Lage homosexueller Menschen in Turkmenistan.
Gewalt gegenüber Asexuellen

Studie zeigt starke Diskriminierung

Ein neuer internationaler Bericht dokumentiert Gewalt und Diskriminierung gegen asexuelle Menschen und fordert besseren gesetzlichen Schutz.
Regenbogenfamilien im Fokus

Rund 300 Menschen feiern Vielfalt

Bei der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim forderten LGBTIQ+-Familien mehr rechtliche Sicherheit, Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung
„Glee“-Stars kehren zurück

Diese Stars sind wieder dabei

Die Musicalserie „Glee“ bekommt eine Neuauflage bei Disney+ und Hulu. Die ersten Stars der Originalbesetzung haben jetzt ihre Rückkehr bestätigt.