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Stadt bekennt sich zu Vielfalt Augsburg eröffnet eigene Räume für queere Jugendliche

Von mr - 21.11.2025 - 15:30 Uhr
Augsburg eröffnet eigene Räume für queere Jugendliche
Foto: © queerbeet-augsburg.de
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Mitten im bayerischen Augsburg: Neue Räume stärken queere Jugendliche.


Zwischen Königsplatz und Hauptbahnhof in Augsburg eröffnen sich für junge queere Menschen nun neue Möglichkeiten: Der Verein Queerbeet, der sich seit fast zwei Jahrzehnten für die Belange junger Lesben, Schwule, bisexueller, trans*, intersexueller und queerer Menschen engagiert, erhält erstmals eigene, fest zugeteilte Räume. Die Stadt Augsburg stellt diese im Gebäude des Amtes für Kinder, Jugend und Familie bereit und setzt damit ein deutliches Zeichen für Vielfalt und Teilhabe.

 

Räume als Ort von Akzeptanz und Sicherheit

Der neue Treffpunkt ist nach den Bedürfnissen von Jugendlichen gestaltet. Mit einem Gruppenraum, einer Küche, einem reizarmen Ruheraum und barrierearmen Sanitärbereichen wird besonderen Wert auf Inklusion gelegt. Regelmäßig finden dort Haushaltsnachmittage, Gruppenabende oder Treffen in der queeren Aufklärungsarbeit statt. Die Mitgestaltung durch die Jugendlichen war zentral – für viele ein notwendiger Schritt zu mehr Selbstbestimmtheit, Sichtbarkeit und Gemeinschaft im Alltag. Aktuellen Studien der Antidiskriminierungsstelle zufolge erleben queere Jugendliche in Deutschland überdurchschnittlich häufig Ablehnung oder Übergriffe, häufig bereits im schulischen oder familiären Umfeld. Angebote wie diese gelten daher nicht nur als Freizeitangebot, sondern vielmehr als ein sicherer Zufluchtsort.

 

Stimmen zu gesellschaftlicher Verantwortung

Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) betonte die Bedeutung solcher Räume, sowohl gesetzlich als auch emotional:

„Das sichere Aufwachsen aller Kinder und Jugendlichen ist nicht nur eine gesetzlich vorgegebene kommunale Aufgabe, sondern eine Herzensangelegenheit in der Friedensstadt Augsburg. Queere Jugendliche erleben im Alltag besonders oft Diskriminierung, Ausgrenzung oder Unsicherheit. Daher ist ein geschützter Raum für sie von besonderer Bedeutung.“
Die Vereinsvorsitzende Fabienne Kündgen ergänzt, dass ein fester Ort für die Zielgruppe Freiheit, Sicherheit und Zugehörigkeit bedeute.

 

Ein Vorbild für andere Kommunen?

Bislang wurden queere Angebote in Augsburg oft in Kooperationsräumen untergebracht, etwa beim Zentrum für Aidsarbeit. Mit den neuen, eigenen Räumen schafft die Stadt eine Vorreiterrolle im Umgang mit Vielfalt und Antidiskriminierung. In anderen Städten fehlen vergleichbare Angebote häufig noch oder sie sind, wie etwa in ländlichen Regionen, schwer erreichbar. Dies bestätigt auch eine Berichtsanalyse des Deutschen Jugendinstituts, die die Notwendigkeit geschützter Räume hervorhebt – sowohl zum Austausch als auch zur Selbstbestärkung. Die Entwicklung in Augsburg weist darauf hin, wie wichtig kommunale Initiative für eine offene und respektvolle Gesellschaft ist. Ob sich das Modell auch andernorts etabliert? Die nächsten Jahre werden zeigen, welchen Einfluss solche Räume für queere Jugendliche deutschlandweit entfalten können.

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