Sind die Minions queer? Aussagen von Erfinder Pierre Coffin
Ein Interview des französischen Animators, Autors, Regisseurs und Produzenten Pierre Coffin zur Bewerbung des neuesten Minions-Films hat Fragen zu Geschlecht, Fortpflanzung und Lebensdauer der Figuren ausgelöst.
Das Wichtigste im Überblick
- Minions-Co-Schöpfer Pierre Coffin äußert sich zur Biologie seiner Figuren
- Keine weiblichen Minions geplant, laut Coffin
- Minions „vermehren sich nicht“ und „sind einfach da“
- Laut Coffin: Minions leben „für immer“
- Debatte über mögliche queer codierte Interpretation der Figuren
Sind die Minions queer und unsterblich?
Coffin wurde im Gespräch mit dem britischen Guardian unter anderem gefragt, ob es jemals weibliche Minions geben werde und wie sich die Figuren reproduzieren. Er wies die Idee eines weiblichen Minions zurück und bekräftigte, ein „weiblicher Minion wäre der Anfang vom Ende. Universal würde das wollen, weil sie denken, es würde allen Frauen gefallen. Aber ich bin nicht überzeugt. Wenn ich eine Frau wäre, würde ich das als Alibi-Tokenismus empfinden.“ Coffin erinnerte zudem an einen früheren Ansatz: „Wir haben mit der Idee gespielt, dass die Minions auf eine Insel gelangen, auf der es einen anderen Stamm gab, der angeblich ausschließlich aus weiblichen Minions bestand. Aber weiter ging es nicht. In meiner Vorstellung würden weibliche Minions genau gleich aussehen wie männliche. Und was ihre Fortpflanzung betrifft: sie tun es nicht. Sie sind einfach da.“
Gelber Sex mit Minions?
Obwohl Coffins Aussagen anekdotisch sind, wird ihnen Bedeutung beigemessen, da er Co-Schöpfer der Figuren ist und die Minions im Original spricht. Die Figuren seien zwar in der Lage, Geschlechterrollen aus der menschlichen Welt zu erkennen und würden sich etwa verkleiden, dennoch spiele Geschlecht innerhalb ihrer eigenen Gesellschaft keine Rolle. Zur Sexualität betonte er weiter, dass sexuelle Unterschiede nicht existierten. Beziehungen der Minions dienten demnach allein der Bindung und Gemeinschaft. Damit entfalle auch die Grundlage klassischer biologischer Kategorien wie Geschlecht oder Fortpflanzung. Der Guardian verweist dabei zudem auf Samantha Allen, Chefredakteurin von Them, die schreibt: „Es ist völlig möglich, dass Kevin eine Familie hat, ohne Kinder gezeugt zu haben … ebenso ist es möglich, romantische Verbindungen einzugehen, ohne Fortpflanzung – das wissen queere Menschen nur zu gut.“ Coffin äußerte außerdem, dass Minions nicht sterben, sie würden schlicht und ergreifend ewig leben.