Direkt zum Inhalt
Änderung des Grundgesetzes bis 2021

Sexuelle und geschlechtliche Identität Änderung des Grundgesetzes bis 2021

km - 09.06.2020 - 12:05 Uhr
Loading audio player...

Artikel drei im Grundgesetzt besagt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Im Absatz drei wird unter anderem auf Abstammung, Religion, Rasse, politische Anschauungen, und Geschlecht eingegangen. Keiner sollte aufgrund dieser genannten Begriffe benachteiligt werden. Doch wird kein Wort über sexuelle und geschlechtliche Identifikation verloren.

Für mehr Akzeptanz und Vielfalt muss es also angepasst werden. Das Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt versteht sich als ein Zusammenschluss von Organisationen, die sich für die Emanzipation unterschiedlicher Lebensweisen sowie für die Akzeptanz und Vielfalt der sexuellen, romantischen Orientierungen, geschlechtlichen Identitäten, körperlichen Variationen und Selbstbestimmung einsetzen.
Sie fordern eine Ergänzung des Grundgesetzes: „Erst durch einen gesellschaftlichen Diskurs kann sich die derzeitige rechtliche Situation verändern.” erklärt Josefine Liebing, Pressesprecherin des Bündnisses. “Das Grundgesetz möchte seit dem Inkrafttreten alle Menschen schützen. Ursprünglich wurde es geschaffen, um die Gruppen von Menschen, die in die Konzentrationslager kamen, zu schützen. Doch bis heute sind noch immer nicht die Grundrechte aller Menschen durch die Verfassung gewahrt: die Gruppe der Homo-, Bi-, Inter*-, Trans*- und Asexuellen. Das Grundgesetz wird zwar nicht alles lösen können, aber es macht Diskriminierung sichtbar. Aktuelle Fälle von Diskriminierung queerer Menschen zeigen wie wichtig eine rechtliche Grundlage in Artikel 3, Absatz 3 ist.”

“Warum wird am Blutspendeverbot trotz ausgehender Blutreserven selbst in der heutigen Zeit noch festgehalten? Und was ist mit der Benachteiligung von Regenbogenfamilien? Seit Jahrzehnten werden mit CSD-Demonstrationen und Aktionen zum IDAHOBITA* queere Rechte in den Fokus der Gesellschaft gerückt. Dennoch erfahren sie immer wieder Diskriminierung. Sie müssen sich für ihre sexuelle oder geschlechtliche Identität rechtfertigen und bekommen Hürden in den Weg gelegt, die heterosexuelle Menschen nicht durchleben. Das wird dem Gleichbehandlungsgrundsatz unserer Verfassung nicht gerecht. Queere Rechte sind Menschenrechte!“, so Christian Gaa der AG Orga des Bündnisses.

Dem schließt sich Josefine Liebing an: „Was fehlt ist eine rechtliche Grundlage im Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes, die jegliche gesetzliche Diskriminierung verhindert. Das sollte schnellstmöglich geändert werden. Bestenfalls noch vor der Bundestagswahl 2021. Wer weiß, was dann kommt...“

Erst am 17. Mai am IDAHOBITA hatte das Büdnis mit einer Sprühkreide-Kunst-Aktion ein Zeichen gesetzt.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Karriere stark geschädigt

Queere Beschäftigte benachteiligt

Ein bisexueller Wertpapierhändler aus Texas klagt gegen seinen früheren Arbeitgeber JPMorgan und erhebt Vorwürfe wegen Diskriminierung am Arbeitsplatz.
Iran wirft ihnen Verrat vor

Sportlerinnen schweigen bei Hymne

Beim Asien-Cup im Frauenfußball in Australien sorgten die Spielerinnen aus dem Iran mit einer mutigen Geste für internationales Aufsehen.
Prozess gegen Ex-FDP-Politiker

Zusammen 7-Jährigen missbraucht?

Prozessauftakt gegen den ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Hartmut Ebbing und eine Lehrerin wegen sexuellem Missbrauch eines Siebenjährigen.
Sex mit einer KI

Mehrheit hat Lust auf Experimente

Sex mit einer KI? Eine neue Studie zeigt auf: Für 55 Prozent der Menschen ist das reizvoll, insbesondere beim Ausleben von Sex-Wünschen und Fetischen.
Mordfall Billy London

Neue Dokumentation über Horrortat

Der schwule Adultstar Billy London wurde 1990 im Alter von 25 Jahren grausam ermordet, ein Cold Case für viele Jahre. Eine neue Doku zeigt nun Details
Lachnummer Donald Trump

Goldstatue vor dem US-Kapitol

Eine Goldstatue im Park vor dem US-Kapitol zeigt derzeit US-Präsident Donald Trump in einer homoerotischen Szene mit Verbrecher Jeffrey Epstein.
Trump droht mit Stillstand

Streit um Wählerregistrierung

US-Präsident Trump verbindet Gesetze zur besseren Wählerregistrierung mit neuen Anti-Trans-Gesetzen und fordert "Vollgas" bei der Umsetzung.
Zweite Pride-Klage ausgesetzt

Pécs Pride-Organisator vor Gericht

Nach Budapest wurde nun auch das Verfahren gegen den Pécs Pride-Organisator ausgesetzt. Die Richter hinterfragen die Rechtmäßigkeit des Pride-Verbots.