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Sexarbeit in Deutschland
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Sexarbeit in Deutschland Die Zahl der Sexarbeiter hat binnen eines Jahres um rund fünf Prozent zugenommen

ms - 03.07.2025 - 13:00 Uhr
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Das Bundesamt für Statistik hat heute aktuelle Zahlen zur Sexarbeit in Deutschland herausgegeben. Demnach gab es zum Jahresende 2024 rund 32.300 männliche und weibliche Sexarbeiter, die sich nach dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) angemeldet haben – eine Zunahme von 5,3 Prozent binnen eines Jahres. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher ausfallen.

Sexarbeiter aus Rumänien, Bulgarien und Spanien

Allerdings: Noch immer gibt es zumindest offiziell deutlich weniger Menschen, die in diesem Gewerbe arbeiten, als noch vor der Corona-Pandemie. Im Jahr 2019 verzeichnete das Bundesamt so noch rund 40.400 Personen im Sex-Business. Der Blick ins Detail zeigt: Der Großteil der Sexarbeiter in der Bundesrepublik hat keine deutsche Staatsangehörigkeit, in Summe rund 26.700 Menschen – die allermeisten kommen aus Europa, vor allem aus Rumänien (36%), Bulgarien (11%) und Spanien (8%). 

Rund 75 Prozent aller Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen sind dabei zwischen 21 und 44 Jahre alt. 22 Prozent waren 45 Jahre und älter und etwa 1.000 Menschen in der Sexarbeit sind zwischen 18 und 20 Jahre alt. Der Großteil von ihnen (93%) arbeitet in Bordellen und sogenannten „gemeldeten Prostitutionsgewerben“. Laut dem Bundesverband Sexarbeit in Deutschland (BesD) gibt es rund 20.000 schwule Sexarbeiter, etwa 1.000 davon betreiben das Business hauptberuflich. 

Debatte um Sexarbeit in Deutschland

Letzte Woche veröffentlichte bereits das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) den neuen Bericht zur aktuellen Lage, erarbeitet vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). Die Experten betonten zwar einerseits die Probleme der Branche, Stichwort Zwangsprostitution, hielten aber andererseits fest, dass ein Sexkaufverbot wie von Teilen der Union gewünscht nicht sinnvoll sei.

Einige Politiker von CDU/CSU wünschen sich seit Jahren die Einführung des sogenannten nordischen Modells – dabei machen sich die Kunden von Sexarbeit strafbar. Menschenrechtsorganisationen sowie queere Vereine haben sich in der Vergangenheit immer wieder dagegen ausgesprochen, sie befürchten eine Verschlechterung der Lage gerade für queere und homosexuelle Sexarbeiter. „Seite an Seite mit Sexarbeitenden fordern wir eine vollständige Entkriminalisierung von Sexarbeit. Das Prostituiertenschutzgesetz ist kein geeignetes Instrument zur Bekämpfung von Ausbeutung und Gewalt“, so Alva Träbert vom Verband Queere Vielfalt zur aktuellen Datenlage. 

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