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LGBTIQ+-Senioren online

Schwule Senioren online Der Großteil "lebt" online, viele sind an KI interessiert

ms - 16.01.2026 - 10:00 Uhr
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In Deutschland leben rund eine Million schwuler Senioren, wobei die Lebensrealität der älteren Menschen aus der Community bis heute sehr unterschiedlich ausfällt. Während nicht wenige von Altersarmut betroffen sein können, leben andere oftmals ein offenes und auch sexuell aktives Leben, das ihnen mitunter in der Vergangenheit verwehrt geblieben ist. Eine neue Studie des Bundesseniorenministeriums in Zusammenarbeit mit dem Digitalverband Bitkom zeigt nun zudem auf: Die große Mehrheit der über 65-Jährigen nutzt inzwischen das Internet und wünscht sich mehr Tempo bei der Digitalisierung. 

Dating und Teilhabe 

Befragt wurden 1.004 Senioren in Deutschland zu digitalen Technologien und ihren Wünschen. Bundesseniorenministerin Karin Prien: „Immer mehr Menschen über 60 nutzen digitale Angebote. Damit digitale Technologien den Alltag von Seniorinnen und Senioren noch besser unterstützen können, braucht es neben guten Lösungen vor allem verständliche Begleitung und verlässliche Zugänge, insbesondere in ländlichen Regionen. Digitalisierung kann Selbstständigkeit, Sicherheit und soziale Teilhabe bis ins hohe Alter stärken, etwa durch Gesundheitsangebote, Online-Banking oder den Kontakt zu Familie sowie Freundinnen und Freunden.“  

Zwei britische Studien aus dem Jahr 2024 zeigten dabei bereits auf, dass schwule Männer 65+ nicht nur ein aktives Sexleben mit mehreren Partnern haben, sondern auch online aktiv nach Kontakten suchen – deutlich stärker als heterosexuelle Senioren. Jeder vierte homosexuelle Mann (25%), der Online-Dating betreibt, hat mehrere Sexualpartner im Monat. Bei Heterosexuellen sind es nur zwei Prozent. Doch auch jenseits des Datings sind digitale Angebote ein wichtiger Aspekt für viele homosexuellen Menschen im Alter. 

Ministerin Prien betonte dazu weiter: „Mit Initiativen wie dem DigitalPakt Alter und dem Projekt 'Digitaler Engel' bringen wir Beratung und Schulungsangebote direkt zu den Menschen – auch in kleinere Städte und ländliche Räume. Der Austausch zwischen Jung und Alt spielt dabei eine wichtige Rolle. Unser Ziel ist klar: den digitalen Wandel so zu gestalten, dass alle ihn selbstbestimmt nutzen können.“

Digitaler als gedacht

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betonte dazu außerdem: „Deutschlands Seniorinnen und Senioren sind viel digitaler als gedacht. Sie erkennen die Chancen, wünschen sich mehr und schnelleren Fortschritt - und wollen dabei mitgenommen werden. Die Mehrheit älterer Menschen möchte online sein. Doch einige stoßen noch auf Hürden. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie an der digitalen Welt teilhaben können (…) Digitalkompetenzen sind heute aber oft eng verknüpft mit gesellschaftlicher Teilhabe. Wir müssen dafür sorgen, dass niemand abgehängt wird - umso wichtiger sind Hilfsangebote, die einen niedrigschwelligen Zugang schaffen. Auch bei den neuesten digitalen Entwicklungen wollen viele ältere Menschen vorne mit dabei sein. Wir müssen Angebote schaffen, die den Einstieg in die KI erleichtern und den sicheren Umgang fördern."

Internetnutzung steigt deutlich an 

Während 2021 erst knapp die Hälfte der Seniorinnen und Senioren in Deutschland online war, nutzen inzwischen rund drei Viertel (74 Prozent) der Menschen ab 65 Jahren das Internet, bei den Unter-70-Jährigen sind es sogar 98 Prozent. Männer sind dabei mehr online als Frauen. Rund 92 Prozent der Senioren schreiben E-Mails, 80 Prozent nutzen Online-Banking und 76 Prozent kaufen online ein. Auch soziale Netzwerke (60 Prozent) und Videoanrufe (50 Prozent) sind verbreitet. Grundsätzlich sehen 81 Prozent der Älteren die Digitalisierung als Chance. 

Die Studie belegt zudem eine Offenheit für Innovationen: 58 Prozent stehen technologischen Neuerungen positiv gegenüber. Rund die Hälfte der Menschen 65+ hat bereits Künstliche Intelligenz (KI) genutzt oder ausprobiert. Auch im Gesundheitsbereich ist die Akzeptanz vorhanden: 52 Prozent können sich vorstellen, eine KI um Rat zu ihrer Gesundheit zu fragen.

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