„Schwule missbrauchen ihren Körper!“ 2.500 Geistliche für Konversionstherapien
Es war im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis ähnlich einer Wellenbewegung eine Gegenreaktion auf all die positiven Signale in puncto Konversionstherapien in den letzten Wochen einsetzen würde. Nachdem zuletzt Frankreich, die Niederlande und Israel sich klar für ein Verbot der „Homo-Heilungen“ ausgesprochen hatten, wollen nun rund 2.500 Pfarrer aus Großbritannien ein ähnliches Gesetz im Vereinigten Königreich verhindern. Bisher wurde auf der Insel zwar seit Jahren eifrig darüber diskutiert, zu einem Beschluss kam es aber auch dank der Hinhalte- und Verzögerungs-Politik der Johnson-Regierung bisher nicht.
In einem öffentlichen Statement bezeichnen die geistlichen Vergeistigten jene menschenverachtenden Umpolungs-Mechanismen nun als „human und barmherzig“. Der Brief der christlichen Herren richtet sich an die Ministerin für Frauen und Gleichstellung, Liz Truss, in dem sie auch freiherzig schreiben, dass der Versuch, die eigene sexuelle Orientierung zu ändern, Teil ihrer Religion sei. Sie würden LGBTI*-Personen zwar respektieren, aber seien der Auffassung, dass Jesus sie einer Konversionstherapie unterziehen wolle. Des Weiteren sind sich die Pfarrer auch nicht zu schade dafür, selbst in die Opfer-Rolle zu schlüpfen: "Wir sehen in diesen Vorschlägen eine klare Möglichkeit, dass unsere Pflicht als Geistliche, die Herrschaft Jesu Christi zu verkünden und die Menschen aufzurufen, das Leben in ihm zu finden, was ein Leben nach seinen Gesetzen einschließt, kriminalisiert wird." Ebenso würden durch ein Verbot von Konversionstherapien auch christliche Eltern kriminalisiert, die die Homosexualität ihrer Kinder ablehnen. In der Gesetzesvorlage ist dies nicht niedergeschrieben, aber es besteht die Möglichkeit, dass der Heilige Geist die Pfarrer mit dieser Einsicht erleuchtet hat.

Ein Leben als LGBTI*-Mensch habe zudem "tiefe und tragische Konsequenzen für den Einzelnen, die Familien und die Gesellschaft“, zudem würden vor allem schwule Männer und trans-Menschen "ihren gesunden Körper missbrauchen und schädigen." Abschließend bekräftigten die Glaubensbrüder, dass sie sich auch dann nicht von Konversionstherapien abbringen lassen werden, wenn diese künftig verboten seien. Bleibt zu hoffen, dass in Großbritannien die Vernunft siegt und die britische Regierung versteht, was die Trennung zwischen Staat und Religion wirklich bedeutet.