Direkt zum Inhalt
Russlands harte Hand

Russlands harte Hand Gefängnisstrafe für 22-Jährigen, weil er Regenbogen-Emoji online teilte

ms - 08.05.2024 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Russland beweist einmal mehr seine harte Hand im Umgang mit Homosexualität: Der 22-jährige Student Danila Morozov wurde jetzt von einem Moskauer Gericht zu einer Haftstrafe von 15 Tagen sowie zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 500 Euro verurteilt. Sein Vergehen: „Zurschaustellung von LGBT-Symbolen“. 

Ein Regenbogen-Emoji online

Morozov ist Student an der Higher School of Economics und Mitglied des Jugendparlaments, eines Beratungsgremiums der russischen Staatsduma. Auf seinem inzwischen gelöschten Telegram-Kanal habe der junge Mann LGBTI*-Symbole gezeigt und sich damit strafbar gemacht, so das Urteil des Bezirksgericht Tverskoy. Morozov hatte online offenbar nur ein paar Regenbogen-Emojis geteilt – das reichte wohl bereits aus, um zum „Straftäter“ zu werden.

Die „extremistischen Symbole“ stellen dabei eine Straftat dar, seitdem Russland die „internationale LGBT-Bewegung“ insgesamt als terroristische Organisation eingestuft hat. Zusammen mit dem verschärften Anti-Homosexuellen-Gesetz kommt das einem Komplettverbot von LGBTI*-Menschen gleich. 

Nebst der Haftstrafe muss der Student auch umgerechnet rund 500 Euro Strafe zahlen, weil er dann noch die „russische Armee diskreditiert“ habe, nachdem er in einem Chat auf seinem Telegram-Kanal die Invasion in der Ukraine angeprangert hatte.

Hartes Vorgehen gegen Homosexuelle

Seit Beginn des Jahres mehren sich in Russland die Vorfälle, in denen mit brachialer Härte gegen Homosexuelle, LGBTI*-Einrichtungen und Organisationen vorgegangen wird. Im Januar war eine lesbische Frau verhaftet worden, weil sie in den sozialen Medien eine Regenbogenfahne gepostet hatte. Zwei Monate später ging die Polizei gegen einen Mann vor, der in einem privaten Chat ein Emoji mit einer Regenbogenflagge verschickt hatte. 

Im gleichen Monat wurden die zwei Besitzer der Schwulenbar Le Pose in Orenburg inhaftiert, weil sie eine Party veranstaltet hatten, die als „zu homosexuellenfreundlich“ eingestuft worden war. Ihnen drohen zehn Jahre Haft wegen der „Förderung“ einer „nicht-traditionellen sexuellen Orientierung“. Inzwischen wurden weitere Menschen zu Geldstrafen verurteilt, weil sie die Regenbogenflagge zeigten oder auch nur regenbogenfarbene Ohrringe trugen. Immer wieder kommt es auch zu Razzien in Schwulenlokalen

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Unvereinbarkeit von Positionen

Rechtspopulistische Strategie

Der Christopher Street Day (CSD) in Erkrath, Nordrhein-Westfalen, hat den Antrag der AfD auf einen eigenen Infostand abgelehnt.
WM-Kuss wird Symbol

Liebesbekundung in Mexiko

Ein spontaner Kuss bei einer WM-Fanfeier in Mexiko-Stadt geht viral und wird für viele zum Symbol für LGBTIQ+-Sichtbarkeit im Fußball.
Nasty Pig-Gründer Lauterstein

Kampf gegen Altersdiskriminierung

Nasty-Pig-Mitgründer David Lauterstein ruft ältere schwule Männer dazu auf, selbstbewusst aufzutreten und ihre Lebenserfahrung als Vorteil zu nutzen.
Bottoming Fever

Grippesymptome nach Analsex

Nach intensivem Analverkehr können bei manchen Menschen grippeähnliche Beschwerden auftreten. Die Forschungen zum „Bottoming Fever“ laufen.
Neue Straftatbestände gelten

Besonders Studierende betroffen

Queere Studierende in Victoria sind auf Dating‑Apps gezielt unter Druck gesetzt, körperlich attackiert und mit „Outing“-Erpressung bedroht worden.
Social Media-Verbote

Klare Absage der Expertenkommission

Die Expertenkommission der Regierung hat sich gegen pauschale Social Media-Verbote ausgesprochen. Ministerin Prien kann sich dies trotzdem vorstellen.
Schule zahlt nach Coming-Out

Streit um Abschluss in Tennessee

Eine christliche Schule in Tennessee hat nach dem Ausschluss einer Schülerin wegen ihres Coming-Outs eine Entschädigung von 10.000 Dollar gezahlt.
Amoklauf in Montreal

Schießerei nahe Pornhub-Hauptsitz

Drei Menschen starben bei einem Amoklauf in Montreal nahe der Pornhub-Zentrale. Der Täter hatte es unter anderem auf Pornodarsteller abgesehen.
Prides in Europa unter Druck

Mehr Hass und weniger Geld

Prides in Europa erleben zunehmend mehr Hass bei zeitgleicher Reduzierung der Finanzen, so der neue EPOA-Bericht.