Direkt zum Inhalt
Roboter-Leihmutter

Roboter-Leihmutter Hoffnung für unfruchtbare und schwule Paare mit Kinderwunsch?

ms - 30.12.2025 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Es klingt absurd und nach Science-Fiction, ist aber offensichtlich wahr: Das chinesische Start-up-Unternehmen Kaiwa Technology entwickelt derzeit den ersten Schwangerschaftsroboter der Welt. Das als „Humanoid“ betitelte zweijährige Projekt soll künftig dazu beitragen, Menschen zu Kindern zu verhelfen, den dies auf anderem Weg verwehrt ist. Explizit sollen dabei nebst unfruchtbaren Paaren auch schwule Männer mit Kinderwunsch angesprochen werden. 

Schwangerschaft ohne menschliche Mutter

Das Projekt sieht vor, einen Roboter mit einer künstlichen Gebärmutter auszustatten, die den Fötus dann mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen soll. „Die Technologie der künstlichen Gebärmutter ist bereits in einem ausgereiften Stadium“, versichert der leitende Entwickler, Dr. Zhang Qifeng von der Nanyang Technological University in Singapur, gegenüber der koreanischen Newsplattform Chosun Biz. In einem nächsten Schritt soll diese künstliche Gebärmutter dann in einen Roboterbauch implementiert werden. 

Offiziell noch nicht erklärt wurde, wie genau Spermien und Eizellen eingebracht werden sollen, allerdings versichert Kaiwa Technology, dass keine bereits befruchtete Eizelle eingesetzt werden soll. Der Schwangerschaftsroboter solle vielmehr „bei einem Geschlechtsakt“ geschwängert werden. Es handele sich damit nicht um einen Inkubator, sondern um einen „humanoiden Roboter mit einer Gebärmutter im Bauch, der den gesamten Prozess von der Empfängnis bis zur Geburt nachbilden kann.“ Weitere Details nannte das Unternehmen bisher nicht. „Die Technologie der künstlichen Gebärmutter ist bereits ausgereift und muss nun in den Bauch des Roboters implantiert werden, damit ein echter Mensch und der Roboter interagieren können, um eine Schwangerschaft zu erreichen, in der der Fötus wachsen kann”, so Qifeng.

Prototyp ab 2026?

Nach Angaben der Firma soll ein erster Prototyp bereits 2026 auf den Markt kommen, die bisherigen Tierversuche seien vielsprechend gewesen. Die grundsätzliche Herangehensweise ist dabei nicht ganz neu, bereits 2017 gelang es im amerikanischen Kinderkrankenhaus in Philadelphia, ein frühgeborenes Lamm in einer künstlichen Gebärmutter namens „Biobag“ heranwachsen zu lassen. Als Fruchtwasser fungierte warmes Wasser mit Salz versetzt, wobei das Tier über einen Schlauch an der Nabelschnur mit Nährstoffen versorgt wurde. 

Die Kosten für den neuen Schwangerschaftsroboter sollen dabei umgerechnet bei rund 13.000 Euro liegen. Die chinesische Firma betonte die Vorteile einer „Roboterschwangerschaft“, angefangen vom Wegfall von gesundheitlichen Gefahren während einer menschlichen Schwangerschaft bis hin zu den Schmerzen bei der Geburt und den anderweitigen körperlichen Auswirkungen für bisherige Mütter. 

Seitdem die Forschungsergebnisse bekannt wurden, wurde viel Kritik an dem Projekt laut, nebst den generellen ethischen Fragen bei einem solchen Unterfangen fehle es Kindern, die auf diese Weise zur Welt  kommen, sowohl an einer wichtigen Mutter-Kind-Bindung wie aber auch an den Vorteilen einer menschlichen Schwangerschaft in puncto Immunsystem der Mutter, so die Kritiker. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Kirche gerät unter Druck

Olaf Latzel bereits verurteilt

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) startet die Evangelisationswoche trotz Kritik mit einem queerfeindlichem Pastor.
Neue Debatte über die Größe

Schwule Männer teilen ihre Meinung

Online ist die Tage eine neue Debatte unter schwulen Männer entbrannt, ob die Größe des Penis wirklich wichtig ist oder nicht.
Kritik von Peter Tatchell

Finanzierung rund um CSDs

Anlässlich des Eklats rund um den Pride in London fragt Aktivist Peter Tatchell nach, ob die Arbeit an CSDs nicht doch eher ehrenamtlich sein sollte.
Arbeitgeber in der Pflicht

Von Kollegen gemobbt

Ein 25-jähriger Bauarbeiter aus Rom hat nach über einem Jahr homophober Beleidigungen und Ausgrenzung am Arbeitsplatz Strafanzeige erstattet.
Kündigung nach Outing

Junge Lehrerin in den USA

Kündigung wegen Homosexualität? In den USA ist das nun offenbar möglich, wie eine junge lesbische Lehrerin aus Georgia erfahren musste.
Warnung vor Chemsex

Neue Untersuchung aus Frankreich

Der französische Psychiater Jean-Victor Blanc hat das Phänomen Chemsex genau untersucht und warnt aktuell vor schwerwiegenden psychischen Gefahren.
Schlechte Debattenkultur

Neue Studie über soziale Medien

Eine Studie der Landesmedienanstalten belegt eine schlechte Debattenkultur in den sozialen Medien: Besonders betroffen sind queere Menschen.
Hass gegen schwulen US-Senator

Hetze nach Familienfoto zu Ostern

In einem Ostergruß zeigte sich US-Senator RaShaun Kemp mit Mann und Kind und erntete dafür einen hasserfüllten Shitstorm.