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Rechtspopulist Zbigniew Ziobro Ungarn gewährt homophobem polnischen Ex-Justizminister Asyl

Von mr - 13.01.2026 - 16:30 Uhr
Ungarn gewährt homophobem polnischen Ex-Justizminister Asyl
Foto: Ungarn gewährt homophobem polnischen Ex-Justizminister Asyl
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Ein polnischer Ex-Justizminister, der wegen Korruptionsvorwürfen mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, erhält in Ungarn politisches Asyl – ein ungewöhnlicher Schritt, der eine Welle politischer und gesellschaftlicher Reaktionen auslöst und das Verhältnis zwischen Warschau und Budapest verschärft.

 

Ungarn gewährt politischem Flüchtling Asyl

Nach monatelanger Flucht meldete Zbigniew Ziobro, früher Justizminister und einer der profiliertesten Vertreter der rechtspopulistischen PiS in Polen, am Montag, dass er in Ungarn offiziell Asyl erhalten hat. Den Behörden in Warschau zufolge laufen gegen den homophoben Politiker Ermittlungen zu 26 Straftaten, darunter Bildung einer kriminellen Vereinigung und Veruntreuung von 35 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln. Laut polnischer Staatsanwaltschaft drohen im Falle einer Verurteilung bis zu 25 Jahre Haft. Ungarn selbst bestätigte den Einzelfall zunächst nicht und betont stattdessen einen generellen Schutz politisch Verfolgter nach EU-Recht.

 

Politisches Kalkül in zwei Ländern

Die Entscheidung Budapests überrascht, da Ungarn als Staat bekannt ist, der Asylsuchenden meist die Aufnahme verweigert. Doch für einen engen Weggefährten politisch Gleichgesinnter macht Ministerpräsident Viktor Orbán offenbar eine Ausnahme. Schon Ende 2024 fand Ziobros ehemaliger Stellvertreter Zuflucht in Ungarn. In Polen sieht die neue Regierung unter Donald Tusk diesen Schritt als Anzeichen für eine politische Komplizenschaft rechter Regierungen in Mittelosteuropa. Tusk kommentierte, dass es für den „Drahtzieher des politischen Korruptionssystems“ logisch sei, Asyl bei Orbán zu suchen.

Donald Tusk weist ausdrücklich darauf hin, dass die politischen Verbindungen zwischen den rechtsnationalen Regierungen in Polen und Ungarn für die Entwicklung entscheidend sind. Orbán wiederum lässt durch sein Außenministerium mitteilen, in Polen herrsche politische Verfolgung und man achte darauf, „dass Asylsuchende gemäß EU-Recht geschützt werden“.

 

Queerfeindliche Politik

Während seiner Amtszeit fiel Ziobro immer wieder durch gezielte Angriffe auf queere Menschen auf. Er unterstützte sogenannte „LGBT-freie Zonen“ und sprach häufig von einer angeblichen Bedrohung polnischer Werte durch „LGBT-Ideologie“. Zudem setzte er den Gerechtigkeitsfonds seines Ministeriums mutmaßlich ein, um Projekte zu finanzieren, die Parteiinteressen dienten, und wurde verdächtigt, illegale Überwachungssoftware gegen politische Gegnerinnen und Gegner eingesetzt zu haben.

 

Was der Fall für Europa bedeutet

Der Asylantrag und die Aufnahme eines unter Korruptionsverdacht stehenden Politikers aus einem EU-Land durch ein anderes EU-Mitglied markieren eine neue Qualität der politischen Konfrontation in Osteuropa. Beobachter*innen warnen, dass nationale Rechtsstaatlichkeit und europäische Solidarität dadurch weiter erodieren könnten – ein Signal, das weit über Polen und Ungarn hinaus wirkt. Bleibt die Frage offen, wie entschlossen EU-Institutionen auf diese Entwicklung reagieren und ob sich dadurch ein gefährlicher Präzedenzfall bildet.

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