Direkt zum Inhalt
Raubüberfall auf schwulen Münchner

Raubüberfall in München Ein schwuler 20-Jähriger wird von vier jungen Männern attackiert und überlebt leicht verletzt

ms - 09.08.2024 - 12:30 Uhr
Loading audio player...

Erneut kam es in Deutschland zu einem Überfall auf einen schwulen Mann nach einer Verabredung mit einer Dating-App. Dieses Mal wurde ein 20-Jähriger in München zum Opfer. Die Polizei fahndet aktuell nach den vier jugendlichen Tätern. 

Drohung mit Schreckschusspistole 

Wie die Münchner Polizei jetzt mitteilte, ereignete sich der Angriff am vergangenen Sonntag nach Mitternacht. Der junge schwule Mann hatte sich über eine App für ein Sexdate mit einem vermeintlich anderen Homosexuellen verabredet. Nach einigem Hin und Her verabredete man als Treffpunkt die Bushaltestelle „Paul-Hindemith-Allee“ nahe dem Wohnheim, in dem der 20-Jährige lebt.

Gegen 02.40 Uhr morgens fuhr dann ein schwarzes Fahrzeug vor, ein junger Mann stieg aus und gab sich als das Date des Schwulen aus. Auf dem Weg zum Zimmer des Schwulen erklärte der Heranwachsende dann, er müsse noch einmal kurz zurück – der 20-Jährige begleitete sein Date, als sie im zweiten Obergeschoss dann auf zwei maskierte Personen trafen. Die beiden Täter bedrohten in mit einer Schreckschusspistole und forderten ihn auf, gemeinsam in sein Zimmer zu gehen. 

Flucht auf die Straße

Der 20-Jährige wehrte sich aber und es kam zu einem Handgemenge, bei dem der junge Mann angegriffen und verletzt wurde – dabei fiel auch ein Schuss. Mit einem harten Gegenstand wurde zudem auf den Oberkörper des jungen Münchners eingeschlagen. Schlussendlich schaffte er es, auf die Straße und zur nahegelegenen Bushaltestelle zu rennen, dort passte ihn offenbar ein vierter Täter ab, doch weitere Passanten alarmierten schließlich die Polizei. Die vier unbekannten Täter flüchteten daraufhin. 

Fahndung nach Jugendgang 

Die sofort eingeleitete Fahndung brachte keinen Erfolg, der 20-Jährige wurde bei dem Angriff glücklicherweise nur leicht verletzt. Die Polizei fahndet weiter nach den vier Tatverdächtigen und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Alle vier Heranwachsenden der Jugendbande sollen zwischen 16 und 17 Jahren alt sein. Bei dem schwarzen Fluchtfahrzeug soll es sich um einen Audi handeln. Der junge Mann, der das Date anfangs einfädelte, nannte sich dabei Felix. Hinweise jeder Art nimmt das Polizeipräsidium München, Kommissariat 23, unter der Telefonnummer 089 / 2910-0 entgegen. 

Vorsicht beim Online Gay-Dating

In den letzten Monaten mehren sich in ganz Deutschland Überfälle, bei denen es die zumeist jungen Täter gezielt auf schwule Männer abgesehen haben. Die Masche ist in den Grundzügen immer gleich, der erste Kontakt findet dabei zumeist online über bekannte Dating-Apps wie Romeo und Grindr statt. Es wird geflirtet, bis man sich schließlich für ein Sex-Date verabredet, oftmals an einem abgelegenen Ort oder mitten in der Nacht. Die Polizei geht davon aus, dass die allermeisten Fälle aus Scham und Angst gar nicht erst angezeigt werden. Immer wieder rät die Polizei deswegen auch zu Vorsichtsmaßnahmen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Viel Erotik in Köln

Rheinmetropole schlägt Berlin

Was sind die erotischsten Städte Deutschlands? Ein neues Ranking setzt Köln an die Spitze, danach folgen Dresden und Berlin. Schlusslicht ist Duisburg
LGBTQ Sports Hall of Fame

Ehrung von zehn queeren Sportlern

Zehn LGBTIQ+-Sportler werden 2026 neu in die LGBTQ Sports Hall of Fame aufgenommen, darunter die 95-jährige lesbische Baseballerin Maybelle Blair.
Social-Media-Verbot

Mehrheit im britischen Oberhaus

Die Mehrheit im britischen Oberhaus hat sich für ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ausgesprochen. Der Druck auf die Regierung wächst.
Kritik an Bayerns Regierung

Aktionsplan enttäuscht mehrfach

Drei kleine Projekte hat Bayerns Regierung im Rahmen des Aktionsplans gestern vorgestellt. Viel zu wenig, protestiert der LSVD+ Bayern.
Koch zum Aktionsplan

Intensive Arbeit an Fortführung

Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, will sich dafür einsetzen, dass der Nationale queere Aktionsplan doch fortgeführt wird.
Schwule Pandabären

Krisenstimmung in China

Zwei Blogger wurden in China jetzt inhaftiert, weil sie über zwei vermeintlich schwule Pandabären berichteten. Ihn drot nun eine Geldstrafe oder Haft.
Stress im Gesundheitswesen

LGBTIQ+-Beschäftige stark betroffen

LGBTIQ+-Angestellte im Gesundheitswesen leiden unter besonderem Stress und Diskriminierung, offenbart nun eine neue Studie aus Italien.
Gewalt gegen schwules Paar

Jugendliche Täter nicht gefasst

Drei Jugendliche haben am Sonntagabend in einer Kasseler Straßenbahn ein schwules Paar auf offener Strecke beleidigt, bespuckt und mit Gewalt bedroht.