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Queere Filme

Queere Filme im Fokus Jede vierte Film-Produktion in den USA war 2024 LGBTIQ+ inklusive - Kritik gibt es mit Blick auf die Details

ms - 12.06.2025 - 11:00 Uhr
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Die größte queere Organisation der USA hat ihre jüngste Studie über Filme mit LGBTIQ+-Inhalten veröffentlicht – dabei geht GLAAD im jährlichen Studio Responsibility Index (SRI) der Frage nach, wie stark queeres Leben in den Filmen der größten US-Studios und Streamingdiensten im vergangenen Jahr präsent war. Das Fazit für 2024: Fast jede vierte Produktion (23,6%) war LGBTIQ+-inklusive. 

Verstärkte Repräsentation 

Damit sind LGBTIQ+-Menschen seit mehreren Jahren in Folge mit Blick auf die Gesamtgesellschaft erneut deutlich überrepräsentiert – in den USA definieren sich etwas weniger als zehn Prozent der Amerikaner als Mitglied der Community. In den letzten zwei Jahren ging die Sichtbarkeit von queeren Personen in den Filmen wieder zurück, nachdem sie 2022 mit 28,5 Prozent ein Rekordhoch erreicht hatte. 

Kritik im Detail 

GLAAD betont dabei, dass es der Organisation um „Quantität, Qualität und Vielfalt von LGBTIQ-Charakteren in Filmen“ geht und versteht sich als Berater für Filmemacher, wie LGBTIQ+-Figuren „fair, akkurat und integrativ“ dargestellt werden können. Der Verein kritisiert mit Blick auf die jüngsten Daten, dass gerade trans* Figuren mitunter „unauthentisch besetzt“ gewesen sind oder „schädliche Stereotype“ wiedergegeben hätten. Nick Adams, Vizepräsident vom GLAAD Media Institut, betonte: „Es ist frustrierend und alarmierend zu sehen, dass Transgender-Charaktere in den Filmen der großen Filmstudios nach wie vor fast unsichtbar sind. Noch alarmierender ist es, dass in den Filmen der diesjährigen Studie Transgender-Frauen von gleichgeschlechtlichen Männern gespielt werden und dass die Geschichten nicht authentisch erzählt werden.“ 

Zudem: Rund jede dritte queere Person (37%) hatte weniger als eine Minute Spielfilmzeit und spielte so nur eine unbedeutende Rolle im Hintergrund. Weitere Kritikpunkte: Nur sieben LGBTIQ+-Figuren hatten eine Behinderung und in keinem der 250 untersuchten Filme wurde HIV thematisiert. Zudem traten nur in zwei Kinder- und Familienfilmen am Rande queere Figuren auf. „Während integratives Storytelling nachweislich Empathie schafft, die öffentliche Meinung verändert und die Einnahmen steigert, wird die Unterhaltungsindustrie ihrer Verantwortung gegenüber dem vielfältigen Publikum, das sie bedient, immer weniger gerecht“, erklärt der queere US-Verein.    

Weckruf für die Branche

GLAAD vergibt auch Bewertungen, welche Studios oder Streamingdienste insgesamt positiv LGBTIQ+ in ihren Produkten eingebunden hat – einzig das Independent-Studio A24 stach hier positiv heraus, kein anderer Filmemacher hat so viele queere Charaktere in seinen Filmen. 

GLAAD-Präsidentin Sarah Kate Ellis erklärte: „Die diesjährigen Ergebnisse sind ein Weckruf für die Branche. In einer Zeit, in der LGBTIQ-Personen beispiellosen Angriffen in Politik und Medien ausgesetzt sind, muss der Film ein Raum für Sichtbarkeit und Wahrheit sein. Bei der Repräsentation geht es nicht darum, ein Kästchen anzukreuzen – es geht darum, wessen Geschichten erzählt werden, wessen Leben wertgeschätzt wird, und darum, Welten zu schaffen, die unsere heutige Gesellschaft widerspiegeln. Wenn sie authentisch ist, sorgt die Darstellung von LGBTIQ+ für ein großes Publikum und Begeisterung, während sie LGBTIQ+-Menschen menschlich macht, da die Machthaber aktiv daran arbeiten, uns unsere Menschlichkeit zu nehmen.“

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