Direkt zum Inhalt
Partnerschaftsgesetz Ukraine
ANZEIGE

Partnerschaftsgesetz Ukraine Gerade in Kriegszeiten ist der Einsatz für Homosexuelle wichtig!

ms - 10.03.2023 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Erst in dieser Woche bestätigten LGBTI*-Organisationen in der Ukraine, dass sich der Blick auf LGBTI*-Menschen verändert und verbessert habe, innerhalb der Gesellschaft rückten die Einwohner des Landes mehr zusammen, was auch zum Abbau von Vorurteilen gegenüber Homosexuellen und queeren Menschen führt. Nun wurde in der Ukraine der Vorstoß gewagt, endlich das Partnerschaftsgesetz für gleichgeschlechtliche Paare anzugehen.

Partnerschaftsgesetz gerade in Kriegszeiten wichtig

Bereits im Sommer 2022 hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass er grundsätzlich offen für das Thema Homo-Ehe sei, doch in Kriegszeiten könne und dürfe die Verfassung des Landes nicht verändert werden. Zuvor hatten rund 28.000 Ukrainer eine Petition unterschrieben, die die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben einforderte. Für die Parlamentsabgeordnete Inna Sovsun ist die Erklärung des Präsidenten inzwischen aber nicht mehr ausreichend, sie hat jetzt einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem in einem ersten Schritt wenigstens erst einmal ein Partnerschaftsgesetz zeitnah umgesetzt werden soll.

Sovsun stützt ihr Vorhaben dabei nicht nur auf eine aktuelle Umfrage, demnach 56 Prozent der Ukrainer ein solches Gesetz befürworten würden, sondern mahnt auch die schwierige Situation von Schwulen und Lesben im Krieg an. Da homosexuelle Paare bis heute keine rechtlich abgesicherte Partnerschaft eingehen können, werden sie in vielen Fällen schlicht ausgeschlossen, beispielsweise, wenn der Partner verletzt im Krankenhaus liegt oder schwerwiegende medizinische Entscheidungen zu treffen sind. Diese Ungerechtigkeit werde durch den Krieg tagtäglich noch verschlimmert, weswegen Sovsun auf eine schnelle Umsetzung erster rechtlicher Schritte für Homosexuelle pocht.

Keine Zeit zu zögern

In einem emotionalen Tweet schrieb die Politikerin zudem auf Twitter, man müsse auch deswegen sofort handeln, da es auch LGBTI*-Menschen verdient hätten, eine Familie zu haben: „Jeder Tag kann ihr letzter sein, wie für alle anderen Ukrainer auch. Wir haben daher keine Zeit mehr, zu zögern!“ Sovsun hofft, dass das Partnerschaftsgesetz noch in diesem Jahr in der Ukraine eingeführt wird. Die Lebenssituation von Homosexuellen und queeren Menschen war bereits vor dem Krieg in der Ukraine schwierig, zwar kam es schrittweise zu ersten Verbesserungen und ein Stück auch zu mehr Anerkennung innerhalb der Gesellschaft, doch bis heute entspricht die rechtliche Lage nicht den Standards vieler anderer Länder in Europa.

Abseits eines sehr weichen Anti-Diskriminierungsparagrafen gibt es keinerlei sonstigen Gesetze, die LGBTI*-Menschen schützen. Zudem gebeutelt wird die LGBTI*-Community von extrem hohen Zahlen von HIV. Derzeit gibt es rund 330.000 HIV-positive Personen in der Ukraine – kein anderes Land in Europa hat ähnlich hohe Fallzahlen. Lediglich im Nachbarland Russland ist die Ausbreitung von HIV mit rund einer Millionen Menschen noch dramatischer.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry als Fan-Treiber

Viele Frauen entdecken Eishockey

Die Zahl weiblicher Zuschauer bei den Eishockey-NHL-Playoffs hat sich fast verdreifacht. Der Grund dafür lautet wohl „Heated Rivalry“.
Too Hot to Handle

Lieber Pool statt Perfektion

Die Sommerhitze bringt an diesem Wochenende selbst die größten schwulen Klischees wieder ins Schwitzen – und macht sie dabei erstaunlich sympathisch.
Schwule Witze

Homosexuelle als Lachnummer

Eine neue YouGov-Studie zeigt: In Großbritannien wächst die Zahl der Menschen, die Witze über Homosexuelle akzeptabel finden.
Kai Wegner zieht Konsequenzen

Rückzug als CDU-Spitzenkandidat

Kai Wegner gibt die CDU-Spitzenkandidatur ab, während Stefan Evers als möglicher Nachfolger den Berliner Wahlkampf übernehmen soll.
Sex bei Heartstopper

Neuer Mut zu mehr Realität

Mit einem finalen Film endet in einer Woche „Heartstopper“ – und die Stars sprechen über Abschied, Sexszenen und die Bedeutung queerer Sichtbarkeit.
Generation Z verändert sich

Mehr Frauen queer als Männer

Eine neue Studie zeigt: Frauen der Generation Z identifizieren sich deutlich häufiger als LGBTIQ+ als Männer derselben Altersgruppe.
Klatsche für Ron DeSantis

US-Gericht stoppt "Woke"-Verbot

Ein US-Berufungsgericht stoppte jetzt Floridas „Stop Woke Act“ an Hochschulen und sieht darin eine unzulässige Machtüberschreitung.
Schadensersatz für Verleumdung

Schwuler US-Lehrer wehrte sich

Ein US-Gericht hat einem schwulen Lehrer und einer LGBTIQ+-Unterstützerin wegen Verleumdung mehr als eine Million Dollar Schadenersatz zugesprochen.