Direkt zum Inhalt
Neues Hass-Gesetz in Ungarn

Neues Hass-Gesetz in Ungarn! Frontalangriff auf LGBTI*-Menschen spaltet die EU weiter!

ms - 14.04.2023 - 10:55 Uhr
Loading audio player...

Unglaublich aber wahr – nur eine Woche, nachdem sich 15 EU-Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament der Klage der EU-Kommission gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Ungarn angeschlossen haben, verabschiedete das ungarische Parlament jetzt ein neues Anti-LGBTI*-Gesetz. Das neue Gesetz erlaubt künftig die anonyme Anzeige von LGBTI*-Familien bei den Behörden. Neben der Meldung von Regenbogenfamilien ermöglicht das Gesetz auch die anonyme Meldung von Personen, die „die wahre Bedeutung der in der ungarischen Verfassung definierten Familie leugnen oder verändern.“

Orbán nimmt die EU nicht mehr ernst

Die ungarische Verfassung besagt, dass die Ehe eine Verbindung „zwischen einem Mann und einer Frau“ ist und fügt explizit hinzu, dass „die Mutter eine Frau und der Vater ein Mann“ ist, was bedeutet, dass jedes andere Modell der Adoption oder der Kindererziehung gesetzlich verboten ist.

Rémy Bonny von der LGBTI*-Organisation Forbidden Colours dazu: „Dies ist nur ein weiteres Zeichen dafür, dass das Regime von Viktor Orbán die Europäische Union nicht mehr ernst nimmt. Mit der Umsetzung der EU-Gesetzgebung trollt er Brüssel im Grunde. Dies ist seine Antwort auf die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten, die seine autokratische Anti-LGBTIQ+-Politik stoppen wollen. Orban hat Moskau über Brüssel gestellt! Er schafft "Kleinrussland" in der Europäischen Union.“

Orbán, eine Gefahr für die Sicherheit Europas?

Dieses neue Gesetz sei dabei auch ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr sich das Regime von Viktor Orbán inzwischen vom Rest der Europäischen Union isoliert hat. „Genau wie das Anti-LGBTIQ+-Propaganda-Gesetz ist dieses neue Gesetz eine Kopie aus Russland. Viktor Orban setzt das Drehbuch des Kremls vollständig um, um die LGBTIQ+-Gemeinschaften zum Sündenbock zu machen. Er ist eine Gefahr für die Sicherheit, die Demokratie und die Menschenrechte in Europa", so Bonny weiter.

Ebenso heute wurde bekannt, dass sich die USA für Sanktionen gegen Ungarn ausgesprochen haben, denn die ungarische Regierung um Viktor Orbán stellt in der landesweiten medialen Berichterstattung über den Ukraine-Krieg offenbar die USA als alleinigen Aggressor dar. Auch anderweitig zeigt sich Ungarn pro-russisch und Orban selbst erklärte jüngst indirekt, er wünsche sich Donald Trump als Präsident zurück. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

WM-Kuss wird Symbol

Liebesbekundung in Mexiko

Ein spontaner Kuss bei einer WM-Fanfeier in Mexiko-Stadt geht viral und wird für viele zum Symbol für LGBTIQ+-Sichtbarkeit im Fußball.
Unvereinbarkeit von Positionen

Rechtspopulistische Strategie

Der Christopher Street Day (CSD) in Erkrath, Nordrhein-Westfalen, hat den Antrag der AfD auf einen eigenen Infostand abgelehnt.
Nasty Pig-Gründer Lauterstein

Kampf gegen Altersdiskriminierung

Nasty-Pig-Mitgründer David Lauterstein ruft ältere schwule Männer dazu auf, selbstbewusst aufzutreten und ihre Lebenserfahrung als Vorteil zu nutzen.
Bottoming Fever

Grippesymptome nach Analsex

Nach intensivem Analverkehr können bei manchen Menschen grippeähnliche Beschwerden auftreten. Die Forschungen zum „Bottoming Fever“ laufen.
Neue Straftatbestände gelten

Besonders Studierende betroffen

Queere Studierende in Victoria sind auf Dating‑Apps gezielt unter Druck gesetzt, körperlich attackiert und mit „Outing“-Erpressung bedroht worden.
Social Media-Verbote

Klare Absage der Expertenkommission

Die Expertenkommission der Regierung hat sich gegen pauschale Social Media-Verbote ausgesprochen. Ministerin Prien kann sich dies trotzdem vorstellen.
Schule zahlt nach Coming-Out

Streit um Abschluss in Tennessee

Eine christliche Schule in Tennessee hat nach dem Ausschluss einer Schülerin wegen ihres Coming-Outs eine Entschädigung von 10.000 Dollar gezahlt.
Amoklauf in Montreal

Schießerei nahe Pornhub-Hauptsitz

Drei Menschen starben bei einem Amoklauf in Montreal nahe der Pornhub-Zentrale. Der Täter hatte es unter anderem auf Pornodarsteller abgesehen.
Prides in Europa unter Druck

Mehr Hass und weniger Geld

Prides in Europa erleben zunehmend mehr Hass bei zeitgleicher Reduzierung der Finanzen, so der neue EPOA-Bericht.