Direkt zum Inhalt
Neue Regierungschefin in Japan

Neue Regierungschefin in Japan Rückschritt für die LGBTIQ+-Community

ms - 21.10.2025 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Premiere in Japan: Zum ersten Mal wählte das Parlament eine Frau zur neuen Regierungschefin des Landes, ein historischer Schritt. Die 64-jährige Sanae Takaichi wird künftig als Premierministerin die Geschicke des Landes leiten. Für die LGBTIQ+-Community dürfte das weitestgehend politischen Stillstand bedeuten – bestenfalls. Oder sogar eine Verschlechterung der Lage. Takaichi von der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) ist eine ultrakonservative Hardlinerin, die sich strikt gegen Homosexuelle ausspricht und für traditionelle Geschlechterrollen eintritt. 

Stillstand bei Ehe-Bemühungen 

Die zuletzt gestiegenen Hoffnungen im Land, Japan würde als letztes der G7-Staaten endlich eine gleichgeschlechtliche Ehe oder zumindest ein Partnerschaftsgesetz einführen, dürften damit im Keim erstickt worden sein. In den letzten Jahren haben lokale Gerichte in Japan immer wieder homosexuellen Paaren Recht zugesprochen, einzelne Regionen wie beispielsweise Tokio haben außerdem ihre regionalen Gesetze so abgeändert, dass „eheähnliche Gemeinschaften“ für Schwule und Lesben möglich sind. Landesweit indes existiert bis heute kein Recht auf Ehe für Homosexuelle, die Verfassung spricht von einer Verbindung nur zwischen Mann und Frau – daran dürfte sich nun erst einmal wenig ändern. 

Eine neue „Eiserne Lady“

Takaichi regiert jetzt an der Spitze einer Minderheitsregierung und ist auf Partnerschaften mit anderen Parteien angewiesen, darunter auch zwei rechtspopulistische Parteien. Die 64-Jährige betonte zuletzt immer wieder die Wichtigkeit von Tradition und Disziplin und ist strikte Gegnern der Ehe für homosexuelle Paare. Ebenso kritisch sieht sie feministische Reformen, Gleichstellungspolitik oder anderweitige Rechte für Frauen. Außerdem hält sie auch an der männlichen Thronfolge fest. Politisch ist sie zudem eine bekennende Bewunderin der britischen „Eisernen Lady” Margaret Thatcher – auch unter ihr hatten britische Homosexuelle in den 1980er Jahren nichts zu lachen.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Dating-App für Community

Kritik an bekannten Dating-Diensten

Ein Berliner startete eine neue App für queere Menschen, die nebst Dating und Sex auch soziale Vernetzung und gemeinschaftliches Miteinander suchen.
Asyl für schwulen Türken

Positiver Bescheid in Österreich

Ein 40-jähriger Mann aus der Türkei hat in Österreich als schwuler Flüchtling Asyl erhalten – ein bislang einmaliger Erfolg.
Japan vor Grundsatzurteil

Kommt endlich die Ehe für alle?

Der Oberste Gerichtshof Japans will bis Anfang 2027 über die Verfassungsmäßigkeit der Ehe für alle entscheiden – ein Urteil mit weitreichenden Folgen.
Missbrauchs-Skandal in Italien

Schwere Vorwürfe an Militärschule

Ein Lehrer der Militärschule Teulié in Mailand soll Schüler sexuell missbraucht, unter Druck gesetzt und mit schulischen Vorteilen beeinflusst haben.
Risse durch die USA

LGBTIQ+-Rechte unter Druck

Ein neuer Bericht zeigt, dass sich das Geschäfts- und Gesellschaftsklima für LGBTIQ+-Menschen in den USA das vierte Jahr in Folge verschlechtert hat.
Zunahme Hinrichtungen im Iran

Regime verschärft Repressionen

Seit Ende Februar verschärfen die iranischen Behörden nach Angaben von Amnesty International die Repressionen gegen die eigene Bevölkerung massiv.
Herkunftsstaaten-Regelung

Verschärfte Gesetze gegen LGBTIQ+

Angesichts der Lage in Ghana und Senegal fordert der LSVD+ die Regierung auf, beide Staaten von der Liste der sicheren Herkunftsländer zu streichen.
Wetterservice zum CSD

Vorhersagen für zehn Städte

Mit speziellen CSD-Wetterprognosen verbindet der Deutsche Wetterdienst 2026 praktische Informationen mit einem Bekenntnis zu Vielfalt und Offenheit.
CSDs Dresden und Düsseldorf

Zehntausende feiern Vielfalt

Zehntausende Menschen feierten am Wochenende in Dresden und Düsseldorf den Pride. Nach Anfeindungen im Vorfeld blieben die CSDs selbst störungsfrei.