Direkt zum Inhalt
Neue Niederlage für Meloni

Neue Niederlage für Meloni Kindeswohl ist wichtiger als homophobe Gesetzgebung, urteilte das italienische Verfassungsgericht

ms - 23.05.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Seit ihrem Amtsantritt versucht Italiens Premierministerin Giorgia Meloni die Rechte von Homosexuellen einzuschränken, insbesondere von Regenbogenfamilien. 2023 hatte sie festlegen lassen, dass kein gleichgeschlechtliches Paar als Eltern in eine Geburtsurkunde eingetragen werden darf. Der nicht leibliche Elternteil ist seitdem rechtlich gesehen ein Fremder für das gemeinsame Kind. 

Feldzug durch diverse Gerichte 

Mehrere Gerichte machten Meloni seitdem einen Strich durch die Rechnung und stärkten Regenbogenfamilien, zuletzt erst im April dieses Jahres das Kassationsgericht, das festsetzte, dass in Personalausweisen weiterhin von „Eltern“ die Rede ist, nicht von „Vater“ und „Mutter“. Nun der nächste Gegenschlag: Das italienische Verfassungsgericht urteilte jetzt, dass nebst der leiblichen Mutter auch deren Partnerin als Elternteil in den Dokumenten eingetragen werden darf, wenn das Kind mittels künstlicher Befruchtung im Ausland gezeugt wurde. Dabei betonten die Richter explizit, dass das Kindeswohl im Mittelpunkt der Entscheidung stehe. Vorrang müsse so stets ein stabiles rechtliches Verhältnis für das Kind sein.  

Moderne Familienrealitäten 

Die LGBTIQ+-Community in Italien feiert das jüngste Urteil als weiteren Sieg gegen die strikte Politik von Meloni. Die Presse attestiert der Regierung eine klare Niederlage und lobte, dass das Verfassungsgericht eindeutig Stellung zugunsten „moderner Familienrealitäten“ bezogen habe. Ob der Kriegszug von Meloni gegen Familien mit homosexuellen Eltern damit final beendet ist, ist fraglich. Die generelle, rechtliche Lage für Schwule und Lesben in Italien bleibt indes weiterhin unbefriedigend – zwar besteht seit 2016 die Möglichkeit einer eingetragenen Partnerschaft, eine Ehe für alle mit gleichen Rechten bleibt homosexuellen Italienern aber weiterhin verwehrt. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ansage von Borja Iglesias

Homphobie im Profifußball

Starkes Statement vom spanischen Fußballprofi Borja Iglesias, der die anhaltende Homophobie im Fußball bedauert: Er wäre lieber schwul als homophob.
Bedrückender HIV-Protest

Särge gegen Trumps HIV-Politik

HIV-Aktivisten protestierten in Washington mit ihrer eigenen, symbolischen Beerdigung gegen Kürzungen bei HIV-Fördermitteln der Trump-Regierung.
Mega-Pride in London

Ausrichtung von World Pride 2032?

London will Ausrichter des World Pride 2032 werden und hat sich nun offiziell für das Mega-Event in sechs Jahren beworben.
Gesetz gegen Toilettennutzung

Fünf Jahre Haft für trans* Menschen

Fünf Jahre Haft für trans* Menschen künftig in Idaho, wenn sie eine Toilette benutzen, die nicht ihrem „biologischen Geschlecht“ entspricht.
Sparkurs bei Psychotherapie

Großes Problem für Community?

Ab April gibt es Kürzung der Psychotherapie-Honorare. Das könnte die Lage weiter verschlechtern, insbesondere für queere Patienten.
Ghanas geplantes Hass-Gesetz

Afrikagipfel verschärft Lage

Der Afrikagipfel im Mai soll das geplante extreme Anti-LGBTIQ+-Gesetz in Ghana weiter vorantreiben. Homosexualität selbst würde dadurch illegal werden
Fußball ohne Politik

Wünsche von Markus Söder

Bitte keine Politik mehr im Fußball! Getreu dem Motto hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder jetzt den DFB vor der Fußball-WM gewarnt.
Prozess um schweren Raub

Schwule von Jugendbande attackiert

Sieben junge Männer zwischen 15 und 20 Jahren sollen Schwule in eine Falle gelockt und ausgeraubt haben. In Frankfurt (Oder) startete nun der Prozess.