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Musik für LGBTIQ+-Solidarität
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Musik für LGBTIQ+-Solidarität Konzert für queere Projekte: Baran Kok, Grönemeyer, Ikkimel

ms - 17.08.2026 - 08:30 Uhr
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Der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat in der queeren Community tiefe Spuren hinterlassen. Während die Tat auch über Wochen danach nachwirkt, hat der offen schwule Deutschrapper Baran Kok eine konkrete Reaktion organisiert: Mit einem Benefizkonzert will er morgen an den CSD 2026 erinnern und zugleich Geld für queere Projekte sammeln.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der islamistische Anschlag auf den Berliner CSD hat die queere Community nachhaltig erschüttert.
  • Deutschrapper Baran Kok organisiert deshalb ein Benefizkonzert unter dem Motto „Fresse auf für queere Freiheit“.
  • Am 18. August sollen unter anderem Herbert Grönemeyer, Ikkimel und Apsilon in der Columbiahalle auftreten.
  • Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft, Restkarten an der Abendkasse möglich. Weitere Spenden sind über die Event-Website möglich.
  • Die Einnahmen sollen der Schwulenberatung Berlin sowie CSD-Veranstaltungen im ländlichen ostdeutschen Raum zugutekommen.
  • Kok kritisiert, dass Solidaritätsbekundungen allein nicht ausreichten: „Das ganze Gelaber bringt nix ohne Spenden“.

Kritischer Blick auf Versprechungen

Der islamistische Angriff am Rand des Berliner CSD liegt inzwischen mehr als zwei Wochen zurück. Am 25. Juni war ein Attentäter mit einem Van in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau wurde dabei getötet, 31 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Nach dem Anschlag folgten zahlreiche Solidaritätsbekundungen. Auch aus Reihen der Union gab es Unterstützung für queere Menschen, den manche queere Menschen bis heute kritisch begutachten angesichts anderweitiger politischer Beschlüsse. So wurde wenige Tage nach dem Anschlag bekannt, dass im Rahmen der Neuausrichtung des Förderprogramms „Demokratie leben!“ ein wichtiger Zuschuss für den CSD im brandenburgischen Rathenow gestrichen wurde. Zudem erklärte der neue Unionsfraktionschef Thorsten Frei die Tage, den ausdrücklichen Schutz vor Diskriminierung wegen der sexuellen Identität im Grundgesetz abzulehnen. Bis jetzt gibt es auch noch keine Kehrtwende der Bundesregierung bei dem Finanzierungsstopp des größten deutschen Jugendnetzwerks Lambda – dem Verein droht 2027 das Aus. 

Benefizkonzert soll unterstützen 

Die queere Community setzt deshalb auch auf eigene Initiativen. Baran Kok hat deswegen kurzfristig ein Benefizkonzert ins Leben gerufen, das an die Opfer des CSD-Anschlags erinnern und zugleich Unterstützung für LGBTIQ+-Strukturen mobilisieren soll. Kok selbst rappt ganz offen und direkt über seine Homosexualität und queeren Sex. Seine Texte und Auftritte bringen dabei frischen Wind und neue Themen in die deutsche Rap-Szene. Unter dem Titel „Fresse auf für queere Freiheit“ ist die Veranstaltung für den 18. August in der Berliner Columbiahalle geplant. Auf der Bühne sollen unter anderem Herbert Grönemeyer, Ikkimel und Apsilon stehen. Das Konzert ist bereits ausverkauft, Restkarten sind möglicherweise an der Abendkasse noch zu haben. Geld für den guten Zweck kann zudem weiterhin gespendet werden.

Kok macht deutlich, dass es aus seiner Sicht nicht bei Worten bleiben soll. „Das ganze Gelaber bringt nix ohne Spenden“, schreibt der Rapper zu der Veranstaltung. Mit den Erlösen sollen die Schwulenberatung Berlin und CSDs im ländlichen ostdeutschen Raum unterstützt werden. Die Schwulenberatung ist seit 1981 für die Community in unterschiedlichen Lebenssituationen tätig. Die CSDs in ländlichen Regionen wiederum sollen nach Angaben der Veranstalter Sichtbarkeit, Netzwerke und geschützte Räume schaffen. Gerade dort fehle es häufig an Anlaufstellen für queere Menschen.

Kraft der Musik 

Hinter der Veranstaltung steht dabei nicht allein der Gedanke, mit Musik an den Anschlag zu erinnern. In der Beschreibung des Konzerts wird ausdrücklich auf die Grenzen einer solchen Veranstaltung hingewiesen: „Musik kann das Geschehene nicht ungeschehen machen.“ Gleichzeitig könne Musik eine andere Wirkung entfalten: „Aber sie kann Menschen zusammenbringen. Sie kann Haltung zeigen, Räume schaffen und aus Anteilnahme konkrete Solidarität werden lassen.“ Genau daran knüpft das von Kok organisierte Konzert an. Es soll die Erinnerung an den Anschlag mit praktischer Unterstützung für queere Menschen und Initiativen verbinden.

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