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Mpox in Nordirland Neue gefährlichere Virusvariante erstmals nachgewiesen

Von ms - 02.07.2026 - 10:00 Uhr
Mpox in Nordirland
Foto: IMAGO / YAY Images
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Die nordirische Gesundheitsbehörde Public Health Agency (PHA) hat innerhalb der vergangenen drei Wochen 21 neue Mpox-Fälle bestätigt. Nachdem seit 2023 insgesamt lediglich neun Infektionen registriert worden waren, sprechen die Behörden von einem deutlichen Anstieg. Ein Ende scheint bisher nicht in Sicht. 

Das Wichtigste im Überblick

  • In Nordirland wurden innerhalb von drei Wochen 21 neue Mpox-Fälle bestätigt.
  • Zuvor waren seit 2023 lediglich neun Infektionen registriert worden.
  • Alle neuen Fälle entfallen auf die Virusvariante Clade Ib.
  • Die Erkrankungen betreffen überwiegend Männer, die Sex mit Männern haben.
  • Die Gesundheitsbehörde empfiehlt impfberechtigten Personen eine Schutzimpfung.
  • Wer bereits 2022 vollständig geimpft wurde, benötigt derzeit keine weitere Impfung.

Schneller Anstieg von Fällen 

Die aktuellen Erkrankungen betreffen fast ausschließlich erneut Männer, die Sex mit Männern haben. Die Public Health Agency ruft deshalb alle impfberechtigten Personen dazu auf, sich an ihre örtliche Klinik für sexuelle Gesundheit zu wenden und sich gegen Mpox impfen zu lassen. Gegenüber BBC News sagte Dr. Rachel Coyle, Beraterin für Gesundheitsschutz bei der Public Health Agency: „In den vergangenen drei Wochen wurden in Nordirland 21 Mpox-Fälle diagnostiziert. Um das einzuordnen: Im gesamten bisherigen Jahr 2026 hatten wir bis jetzt keinen einzigen diagnostizierten Mpox-Fall. Deshalb handelt es sich um einen recht schnellen Anstieg der hier festgestellten Infektionen.“

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde kommt der Anstieg nicht völlig überraschend. Da die Zahl der Mpox-Fälle sowohl in Europa als auch im Vereinigten Königreich zuletzt gestiegen sei, sei damit zu rechnen gewesen, dass auch in Nordirland weitere Infektionen auftreten würden. Auch in Deutschland, insbesondere in Berlin, gingen die Fallzahlen rapide nach oben, ähnliches wurde aber unter anderem auch in Österreich oder der Schweiz verzeichnet. 

Neuer Virusstamm weiter in Umlauf

Mpox, früher unter der Bezeichnung Affenpocken bekannt, wurde während des weltweiten Ausbruchs im Jahr 2022 erstmals in Nordirland nachgewiesen. Seitdem habe sich die vorherrschende Virusvariante verändert, erklärte Dr. Coyle. „Wir sprechen von zwei verschiedenen Mpox-Stämmen. Im Jahr 2022 war vor allem der Stamm Clade II im Umlauf. Jetzt sprechen wir über Clade Ib, also einen etwas anderen Stamm.“ Während des ersten Ausbruchs im Jahr 2022 wurden in Nordirland insgesamt 34 Mpox-Fälle registriert. Zwischen 2023 und Juni 2026 waren lediglich neun Infektionen nachgewiesen worden – sämtlich mit der Virusvariante Clade II. Die nun bestätigten 21 Fälle aus dem Juni 2026 sind dagegen ausnahmslos der Variante Clade Ib zuzuordnen und stellen die ersten Nachweise dieses Stamms in Nordirland dar.

Mpox wird durch das Affenpockenvirus verursacht und gehört zur gleichen Virusfamilie wie die Pocken, verläuft jedoch in der Regel deutlich milder. Zu den ersten Symptomen zählen Fieber, Kopfschmerzen, geschwollene Lymphknoten sowie Rücken- und Muskelschmerzen. Nach dem Abklingen des Fiebers kann sich ein bläschenförmiger Hautausschlag entwickeln, der häufig zunächst im Gesicht oder im Genitalbereich auftritt und sich anschließend auf weitere Körperregionen ausbreitet.  Infizierte sollten während ihrer Symptome auf sexuelle Kontakte verzichten, um eine Weitergabe des Virus zu verhindern. Die neue Clade Ib ist im Vergleich zur Virusvariante von 2022 deutlich aggressiver, leichter übertragbarer und geht mit schweren Krankheitsverläufen einher. Vor allem Menschen mit HIV sind besonders bedroht inklusiver einer deutlich erhöhten Sterberate.

Experten raten zur Impfung 

Die Public Health Agency empfiehlt insbesondere Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko eine Impfung. Wer die vollständige Impfserie bereits im Jahr 2022 erhalten hat, benötigt nach Angaben der Behörde derzeit keine erneute Impfung. Dr. Coyle erklärte dazu: „Obwohl sich grundsätzlich jeder mit Mpox infizieren kann, betrifft die Mehrheit der Mpox-Fälle im Vereinigten Königreich schwule, bisexuelle und andere Männer, die Sex mit Männern haben.“ 

Weiter sagte sie: „Zur impfberechtigten Gruppe gehören schwule, bisexuelle oder andere Männer, die Sex mit Männern haben und mehrere Sexualpartner haben, an Gruppensex teilnehmen oder entsprechende Veranstaltungsorte besuchen.“ Die Impfung steht anspruchsberechtigten Personen in Nordirland über die Kliniken für sexuelle Gesundheit zur Verfügung. Mit Blick auf die bevorstehenden Sommermonate fügte Dr. Coyle hinzu: „Das ist besonders relevant, da wir in die Sommermonate gehen und deutlich mehr Menschen verreisen werden.“

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