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Mordrate in Brasilien In Brasilien nehmen die Attacken auf LGBTIQ+-Menschen rapide zu

Von ms - 20.08.2025 - 14:00 Uhr
Mordrate in Brasilien
Foto: iStock / South_agency
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Brasilien hat seit 2023 zaghafte erste Entwicklungen zur Verbesserung der Lage der LGBTIQ+-Community unternommen, doch noch immer bleibt das Land ein gefährlicher Ort, insbesondere für schwule Männer. Die Mordrate innerhalb der Community ist eine der höchsten weltweit. Die neusten Daten aus dem brasilianischen Jahrbuch zur öffentlichen Sicherheit versprechen da leider keine Besserung. 

Zunahme der Angriffe um 52 Prozent

Erneut wurde 2024 ein Anstieg der Hassverbrechen gegen Homosexuelle und trans* Menschen verzeichnet. Binnen eines Jahres stiegen die Fälle von Angriffen auf die Community um 52 Prozent an, offiziell wurden im Jahr 2024 damit insgesamt 2.480 Vorfälle dokumentiert. Die ILGA World geht ähnlich wie in Europa davon aus, dass 90 Prozent der Attacken nicht angezeigt werden, sodass die tatsächliche Zahl der Übergriffe bei rund 25.000 liegen dürfte. Fast 40 Prozent der gemeldeten Angriffe wurden dabei in São Paulo verzeichnet, in Zahlen 973 Fälle – ein Plus von 154 Prozent in einem Jahr. 

191 Morde binnen eines Jahres 

Insgesamt wurden zuletzt 191 Morde an LGBTIQ+-Menschen in einem Jahr verzeichnet, der Großteil davon waren schwule Männer gefolgt von trans* Personen. Ein Rückgang um rund 26 Prozent, im Jahr 2023 waren es noch 257 Tötungen gewesen. Grund zur Freude ist dies allerdings kaum, noch immer kommt es so all 46 Stunden zu einem Mord, so die Schwulen-Organisation Grupo Gay da Bahia. 

Zudem: Die Zahl der Körperverletzungen stieg auf fast 5.000 Fälle im Jahr 2024 an. Ähnlich die Lage bei Beschimpfungen und Beleidigungen, die in Brasilien unter die Rubrik Rassismus fallen: Hier gab es einen Anstieg um mehr als 41 Prozent auf weit über 18.000 Fälle. Ein Rückgang von rund 14 Prozent wurde bei den Vergewaltigungen dokumentiert, in Zahlen wurden 444 LGBTIQ+-Menschen dabei zum Opfer.

 Weckruf an die Gesellschaft

Ein Sprecher von Grupo Gay da Bahia hält dazu fest: „Die massive Zunahme von Fällen von LGBTIQ+-Feindlichkeit zeigt, dass die Community weiterhin und ständig Ziel von Gewalt und Diskriminierung ist. Diese Daten sind ein Weckruf an die Gesellschaft und die Behörden, Maßnahmen zum Schutz und zur Bekämpfung von Diskriminierung zu intensivieren und sicherzustellen, dass die Rechte aller Menschen, insbesondere der LGBTIQ+-Bevölkerung, respektiert und umgesetzt werden. Im Kampf gegen LGBTIQ+-Feindlichkeit ist die Anerkennung der Existenz und der Schwere dieser Gewalttaten der erste Schritt zum Aufbau eines gerechteren, pluralistischeren und für alle offeneren Brasiliens.“ 

Welle der Gewalt in Lateinamerika 

Die Lage ist dabei nicht nur in Brasilien, sondern auch in zehn weiteren lateinamerikanischen Ländern für Schwule, Lesben und queere Personen derzeit besonders dramatisch, wie der jüngste Bericht des Netzwerks Sin Violencia aufzeigte. Insgesamt kam es zu fast 400 ermordeten LGBTIQ+-Menschen binnen eines Jahres, Brasilien nicht mitgerechnet. Sexuelle Gewalt ist für die Community dabei in mehreren Ländern zum Alltag geworden, im Schnitt kommt es zu mindestens zwei Fällen jeden Tag, viele der Opfer sind dabei lesbische Frauen.

In Mexiko wurden im vergangenen Jahr 148 Morde an LGBTIQ+-Personen registriert, in Argentinien 140 Fälle – ein Zuwachs von 53 Prozent innerhalb eines Jahres. Honduras bleibt eines der gefährlichsten Länder mit mindestens 565 getöteten queeren Personen seit 2004, wobei 98 Prozent der Fälle nie aufgeklärt werden. Und die Tendenz hält weiter an: In Kolumbien, wo die gleichgeschlechtliche Ehe seit 2016 legal ist, wurden allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 bereits 43 Morde an homosexuellen und queeren Menschen verzeichnet. 

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