Direkt zum Inhalt
Mordfall Sam Nordquist
ANZEIGE

Mordfall Sam Nordquist Lebenslange Haft für grausamen Tod von trans* Mann möglich

ms - 30.06.2026 - 12:30 Uhr
Loading audio player...

Im Fall der Folter und Ermordung des 24-jährigen schwarzen trans* Mannes Sam Nordquist hat die von der Staatsanwaltschaft als „Rädelsführerin“ bezeichnete Precious Arzuaga ein umfassendes Schuldbekenntnis abgelegt. Die 38-Jährige bekannte sich vor dem Bezirksgericht von Ontario County im US-Bundesstaat New York in sämtlichen Anklagepunkten schuldig.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die als „Rädelsführerin“ bezeichnete Precious Arzuaga bekannte sich in allen Anklagepunkten schuldig.
  • Ihr droht eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit auf Bewährung.
  • Sam Nordquist war nach Angaben der Staatsanwaltschaft über Wochen gefoltert und misshandelt worden.
  • Insgesamt sind sieben Personen in dem Fall angeklagt.
  • Nordquists Name wurde inzwischen in die Stonewall Wall of Honour in New York aufgenommen.

Umfassendes Geständnis der Horrortat

Zu den Vorwürfen zählen Mord ersten Grades, Entführung, schwerer sexueller Missbrauch, das Verbergen einer Leiche, Verschwörung, Nötigung sowie Gefährdung des Kindeswohls. Das Strafmaß soll Anfang September verkündet werden. Arzuaga muss voraussichtlich mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung rechnen.

Sam Nordquist stammte aus Oakdale im Bundesstaat Minnesota. Im September 2024 reiste er in den Norden des Bundesstaates New York, um Arzuaga zu treffen. Der junge trans* Mann hatte sich in die ältere Frau verliebt. Vor Ort erlebte er indes dann ein unfassbar grausames Martyrium. Die Staatsanwaltschaft wirft Arzuaga und sechs weiteren Beschuldigten vor, Nordquist über mehrere Wochen hinweg misshandelt und gefoltert zu haben. Die Anklageschrift beschreibt in elf Punkten die unvorstellbar grausamen Qualen, zu denen Schläge, Tritte, das brutale Einführen von Gegenständen in den Anus, Hunger sowie der erzwungene Konsum von Fäkalien, Urin und Tabaksaft gehören. Ein besonders schwerwiegender Vorwurf betrifft die Anklage wegen Nötigung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Arzuaga zwei Kinder im Alter von sieben und zwölf Jahren gezwungen haben, sich an den Misshandlungen zu beteiligen. Schließlich verstarb der 24-Jährige an den Folgen der Folter, seine Leiche wurde im Februar 2025 auf einem Feld gefunden. Zuvor hatte ihn seine Familie als vermisst gemeldet. 

Kein Strafnachlass für Hauptangeklagte

Nach Angaben ihres Verteidigers William Smith erhielt Arzuaga für ihr Geständnis keinerlei Strafnachlass. „Es gab keine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft… sie hat die Verantwortung übernommen.“ Der zuständige Bezirksstaatsanwalt Jason MacBride bezeichnete die Taten als „das pure Böse“. Das Geständnis stelle sicher, dass Arzuaga den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen werde, erklärte er.

Insgesamt sind sieben Menschen im Zusammenhang mit dem Verbrechen angeklagt. Mitangeklagte Emily Motyka hatte sich bereits Anfang Juni des Mordes zweiten Grades sowie der Entführung schuldig bekannt. Die übrigen Angeklagten – Jennifer Quijano, Kyle Sage, Patrick Goodwin, Thomas Eaves und Kimberly Sochia – müssen sich weiterhin vor Gericht verantworten.

Aufnahme in die Stonewall Wall of Honour

Sam Nordquist wurde inzwischen auch über seinen Tod hinaus geehrt. Sein Name wurde in die Stonewall Wall of Honour in New York City aufgenommen. Dort werden LGBTIQ+-Persönlichkeiten sowie Menschen gewürdigt, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Community getötet wurden oder sich in besonderer Weise für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und queeren Menschen eingesetzt haben.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

"Lächerlich" laut Sage Steele

Vorstellung bei Heimspiel

Ex-Moderatorin Sage  Steele hat die Vorstellung des neuen nicht-binären Maskottchens des Damen-Basketball-Teams Toronto Tempo "lächerlich" genannt.
Flucht in die Freiheit

Paradies mit Schattenseiten

Kap Verde gilt als sicherer Zufluchtsort für viele verfolgte homosexuelle Afrikaner – doch fehlende Asylregeln lassen viele in Unsicherheit zurück.
Der Druck zum Posten

Urlaub unter Beobachtung

Vor allem junge Menschen – auch viele queere – teilen ihren Urlaub selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch das Posten kann belastend werden.
Gewalt gegen queere Fahrgäste

Forderungen an Fahrdienst Uber

Ein schwerer Angriff auf eine trans* Frau in Kolumbien löst Forderungen nach besserem Schutz queerer Fahrgäste bei Fahrdienst-Apps wie Uber aus.
Allein in der Wohnung

Queere Menschen häufig betroffen

Rund 2,1 Millionen homosexuelle und queere Menschen leben allein, besonders ältere Menschen sind häufig davon betroffen.
Kritik an der US-Polizei

Queere Menschen im Fokus?

Eine neue Studie offenbart: In Kalifornien werden Menschen, die als trans* wahrgenommen werden, häufiger von der Polizei durchsucht und festgenommen.
Aktivisten verlassen Kamerun

Community massiv unter Druck

In Kamerun bedrohen Exil, Erschöpfung und sinkende Fördermittel die Strukturen der LGBTIQ+-Community und ihre bisherigen Erfolge.
Gay for Pay bei OnlyFans

Zwischen Geld, Sex und Identität

Eine wachsende Gruppe heterosexueller Männer produziert auf OnlyFans explizite Inhalte für ein schwules Publikum und ändert Debatten über Männlichkeit
Schwules Vampir-Märchen

Sexy Fischer trifft Walfänger

Ein umjubelter schwuler Horrorfilm erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einem Fischer und einem Walfänger auf den Färöer-Inseln.