Direkt zum Inhalt
Mord an Geistlichen
ANZEIGE

Mord an Geistlichen Schwuler Imam Mushin Hendricks wurde in Südafrika erschossen

ms - 17.02.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Eben erst noch hat Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa die LGBTIQ+-Community gestärkt, nun kommen traurige Nachrichten aus dem Land: Der erste offen schwule Imam der Welt, Mushin Hendricks, wurde in der südafrikanischen Stadt Gqeberha ermordet. Der Tathergang wurde mit einer Überwachungskamera festgehalten.  

Im Auto erschossen 

Der 57-Jährige wollte gerade mit seinem Auto wegfahren, als ein anderes Fahrzeug den Wagen blockierte. Zwei vermummte Männer sprangen aus dem Pick-up heraus und schossen durch das hintere Fenster auf der Beifahrerseite auf den Geistlichen. Danach flüchteten die Täter bisher unerkannt. Der Imam war in der Stadt gewesen, um ein lesbisches Paar zu trauen. 

Hendricks outete sich in den 1990er Jahren im Alter von 29 Jahren als homosexuell und gründete später die Organisation The Inner Circle. In einem Vorort von Kapstadt baute er zudem die Masjidul Ghurbaah-Moschee auf, ein Zufluchtsort für Homosexuelle und die ganze queere Community in der Region. Immer wieder versuchte er auch, mit Argumenten dem Hass entgegenzusteuern und setzte sich für einen Dialog über Religion und Machtstrukturen ein.  

Lebenslanger Einsatz für LGBTIQ+

Der grausame Tod von Hendricks sorgt derzeit weltweit für Bestürzung und Verzweiflung, zahlreiche Geistliche und Politiker würdigten den jahrzehntelangen Einsatz des Geistlichen. Er habe einen wichtigen Teil dazu beigetragen, dass Südafrika ein Anti-Diskriminierungsverbot und 2006 auch die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt hat. 

Der queere Verband ILGA World zeigte sich „zutiefst schockiert“ und forderte eine gründliche Untersuchung des Mordes. Zuletzt hatte Hendricks bei der ILGA-Konferenz in Kapstadt Ende 2024 gesprochen und dabei erklärt: „Für mich ist es wichtig, dass wir aufhören, Religion als Feind zu betrachten.“ 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sexpositive Städte weltweit

Vancouver holt deutlich auf

Die sexpositivste Stadt weltweit bleibt auch 2026 Amsterdam, doch Vancouver auf Platz 2 holt stark auf. Die erste deutsche Stadt: Köln auf Platz 4.
Kirchen im LGBTIQ+-Check

Zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Eine neue US-Rangliste zeigt: Während einige Kirchen LGBTIQ+-Menschen vollständig gleichstellen, halten andere an einer strikten Ablehnung fest.
Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.
World Pride in Amsterdam

Königlicher Auftakt für Vielfalt

Mit Besuch von Königin Máxima ist der World Pride in Amsterdam gestartet. Veranstalter und Politik warnen vor wachsendem Druck auf LGBTIQ+-Rechte.
Ermittlung gegen Bürgermeister

Streit um beleidigende E-Mails

Nach dem Streit um die Rettung des gestrandeten Buckelwals "Timmy" ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Timmendorfer Strands schwulen Bürgermeister.
Grindr-Fallen vor Gericht

Urteilsspruch in Frankreich

Sechs Männer sind nach Grindr-Fallen in Frankreich verurteilt worden. Trotz gezielter Angriffe erkannte das Gericht kein homophobes Tatmotiv an.