Direkt zum Inhalt
Mehr Schutz in Berlin

Mehr Schutz in Berlin Neue Schutzkonzepte gegen queere Hasskriminalität in der Hauptstadt

ms - 10.01.2025 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Das Schwule Museum sowie das Restaurant „Das Hoven“ in Neukölln sollen künftig besser vor queer-feindlichen Angriffen geschützt werden. Immer wieder war es gegen beide Einrichtungen der LGBTI*-Community zuletzt zu Attacken und homophoben Sachbeschädigungen gekommen. In einem Runden Tisch wurden gestern erste Schutzkonzepte besprochen, wie der Hasskriminalität künftig direkt vor Ort besser begegnet werden kann. 

Welle der Gewalt

Wie der Tagesspiegel berichtet, nahmen rund 30 Personen an dem Treffen teil, darunter auch Vertreter der Berliner Polizei. Daneben kamen auch Wirte aus dem schwul-lesbischen Kiez rund um den Nollendorfplatz zu Wort. Berlin erlebte zuletzt binnen eines Jahres einen Anstieg der gewalttätigen Hasskriminalität um 27 Prozent, immer öfter werden dabei auch Einrichtungen aus der Community angegriffen.

Daneben werden vor allem schwule und bisexuelle Männer (71,3%) Opfer von verbalen und physischen Attacken. 26 Prozent der Vorfälle betreffen lesbische und bisexuelle Frauen, rund 3,3 Prozent der Straftaten werden an queeren Personen begangen. Der Großteil der ermittelten Tatverdächtigen sind junge Männer, insgesamt 87 Prozent. Weitere Details zur Motivation der Täter sind nicht bekannt. Seit 2022 darf die Berliner Polizei keine Herkunftsdaten unter 21-jähriger Tatverdächtiger mehr dokumentieren. 

Im Fokus schwul-lesbische Bezirke 

Zu den gefährlichen Bezirken für Homosexuelle und queere Menschen gehören dabei weit an der Spitze Berlin Mitte, gefolgt vom schwul-lesbischen Kiez Tempelhof-Schönberg. Darauf folgt im Negativ-Ranking Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Willmersdorf sowie Neukölln.

Das Restaurant „Das Hoven“ wurde in letzter Zeit mehrfach attackiert, zuletzt erst vor wenigen Tagen rund um Neujahr. Immer wieder wurde im Lokal eingebrochen, das Interieur verwüstet und Mitarbeiter auch ganz direkt angefeindet. An der Außenfassade sprühten unbekannte Täter Nazi-Parolen. Ähnlich die Sachlage beim Schwulen Museum: Immer wieder wurde die Einrichtung attackiert, 2023 waren Schüsse auf die Außenfassade abgegeben worden

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

CSD startet unter Hochspannung

Zehntausende werden erwartet

Frankfurts Oberbürgermeister hat beim diesjährigen Regenbogenempfang im Römer ein deutliches Zeichen für die Rechte queerer Menschen gesetzt.
Starmers letzte Worte

Das „schwulste“ Parlament der Welt

Noch-Premierminister Keir Starmer erklärte die britische Regierung zum „schwulsten“ Parlament weltweit und betonte den Einsatz für LGBTIQ+.
Fünf Festnahmen

Seit Mai vermisst

Ein schwules US-mexikanisches Paar wurde in einem Massengrab nahe La  Marquesa (Ocoyoacac, Mexiko-Stadt) identifiziert.
Eklat um US-Gerichtsurteil

Religionsfreiheit gegen Homophobie

Eine texanische Richterin, die gleichgeschlechtliche Paare aus religiösen Gründen nicht trauen wollte, erhält nun eine hohe Entschädigung.
Mehr als Regenbogen

Klare Erwartungen im Job

Viele LGBTIQ+-Beschäftigte wünschen sich von ihren Arbeitgebern ganzjährige Unterstützung statt symbolischer Aktionen zum Pride Monat.
Hexenjagd in Niger

Festnahmewelle gegen Schwule

Nachdem Verbote gegen Homosexuelle in Niger eingeführt wurden, findet seit Juni eine radikale Festnahmewelle im westafrikanischen Land statt.
Heimliche Betäubung als Gefahr

Polizei zerschlägt Online-Netzwerke

Sexualisierte Gewalt an heimlich sedierten Opfern rückte jetzt verstärkt in den Fokus internationaler Ermittler, auch das BKA arbeitet daran mit.
Statement von Melanie Trump

Unterstützung der LGBTIQ+-Community

First Lady Melania Trump bekennt sich zur LGBTIQ+-Community, unterstützt zugleich aber den Ausschluss von trans* Sportlerinnen aus Frauenteams.
Homosexuelle in Großbritannien

Viel Zustimmung für Ehe für alle

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass mehr als drei Viertel der Erwachsenen im Vereinigten Königreich die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare unterstützen