Direkt zum Inhalt

Mehr Einsatz für LGBTI* Premierminister Yousaf will LGBTI*-Rechte in Schottland stärken!

Von ms - 28.03.2023 - 12:00 Uhr
Mehr Einsatz für LGBTI*
Foto: IMAGO / PA Images
ANZEIGE
Loading audio player...

Das schottische Parlament wählt heute den bisherigen Gesundheitsminister Humza Yousaf zum neuen Regierungschef des Landes – mit einem sehr knappen Wahlergebnis konnte sich der 37-jährige Muslime zuvor gegen seine zwei Gegenkandidatinnen durchsetzen und ist künftig damit auch Vorsitzender der Scottish National Party (SNP), die zusammen mit den Grünen die Regierung bildet. Yousaf will sich wie seine Vorgängerin Nicola Sturgeon für die Rechte von LGBTI*-Menschen einsetzen, insbesondere will er erneut auch das umstrittene Selbstbestimmungsgesetz anpacken, welches durch ein Veto der britischen Regierung gestoppt worden war. Yousaf kündigte an, dass er dagegen möglicherweise klagen wolle.

Unabhängigkeit und Selbstbestimmung

Die britische Regierung hatte das Gesetzesvorhaben gestoppt, weil dadurch ein Personenstandwechsel ohne medizinische Diagnose einer Geschlechtsdysphorie ab 16 Jahren möglich sein soll; das aber widerspreche dem Gleichstellungsgesetz im Vereinigten Königreich und würde zudem Frauen und Mädchen einer Gefahr aussetzen, beispielsweise, wenn dadurch sensible Schutzräume obsolet werden könnten, so die Erklärung aus London.

Sturgeon hatte bis zuletzt versucht auch an dem deutlichen Mehrheitswillen der eigenen Bevölkerung vorbei, das Selbstbestimmungsgesetz durchzubringen. Nun soll Yousaf sich erneut dafür einsetzen, zudem will der 37-Jährige auch abermals versuchen, eine Unabhängigkeit seines Landes vom Vereinigten Königreich durchzusetzen. Sturgeon war daran bereits zwei Mal gescheitert.  

Knapper Sieg für Yousaf

Rund 72.000 Mitglieder der Scottish National Party (SNP) waren seit dem Rücktritt von Sturgeon vor einem guten Monat aufgefordert gewesen, einen Nachfolger zu wählen, insgesamt rund 70 Prozent der Parteimitglieder nahmen schlussendlich daran teil. Neben Yousaf hatten sich auch Kate Forbes und Ash Regan beworben, beide blicken eher kritisch auf Vorhaben wie das Selbstbestimmungsgesetz. Nach Auswertung einer bereits integrierten Stichwahl wurde schlussendlich Yousaf mit 52 Prozent der Stimmen gewählt, seine finale Gegenkandidatin Kate Forbes erlangte 48 Prozent.

Forbes galt lange Zeit als Favoritin, bis sie in einem Interview mit Sky News erklärt hatte, dass Mutterschaft sowie Sex außerhalb einer heterosexuellen Ehe „nach meinem Glauben falsch“ seien und sie auch bis heute nichts von einer homosexuellen Ehe halte. Yousaf indes erklärte nach der Verkündigung seines Sieges: „Ich fühle mich wie der glücklichste Mann der Welt. Mein Land als First Minister regieren zu dürfen, wird die größte Ehre meines Lebens sein.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Die Presse„Vor Scham im Boden versinken“: Audi-Chef Döllner erntet harsche Kritik für Auftritt bei Trump-WahlkampfSüddeutsche ZeitungNews-Überblick: Das sind die Nachrichten des TagesSüddeutsche Zeitung„Sextortion“ in München: Er wollte sich zum Sex treffen. Dann wurde er erpresstrbb24Queere Demo in Kreuzberg: Mehrere tausend Menschen fordern Schutz queeren LebensAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Eine große Liebe kehrt zurück

Konkubine wieder auf der Leinwand

Chen Kaiges preisgekrönter Film über zwei Peking-Opernstars kommt restauriert ins Kino. Der deutsche Wiederaufführungstermin steht fest.
Großer Preis für Wunnicke

Ihre Romane erzählen queere Liebe

Christine Wunnicke hat den Büchner-Preis erhalten. Mit „Wachs“ und „Missouri“ erzählt sie von ungewöhnlichen Liebesgeschichten.
Boomer ist wieder da!

Erster Clip zum Wentworth-Ableger

Fünf Jahre nach dem Finale zeigt BINGE den ersten Clip zu „Wentworth: Halfway Home“. Boomer startet draußen neu – bis eine Leiche auftaucht.
BBC tilgt Pride-Pins

BBC erklärt Eingriff in Quizshow

Zwei Studierende kritisieren die BBC: Ihre Pride-Anstecker verschwanden aus „University Challenge“. Der Sender verweist auf Richtlinien.
30 Jahre Intersex-Protest

Für das Recht am eigenen Körper

Am 26. Oktober 1996 protestierten intergeschlechtliche Menschen in Boston. Drei Jahrzehnte später geht es weiter um Selbstbestimmung.
Renaissance trifft Hollywood

Verblüffende Ähnlichkeit begeistert

Fotos von „Heated Rivalry“-Star Connor Storrie erinnern verblüffend an Michelangelos David, finden zumindest viele Fans und zeigen sich begeistert.
Wer wird der nächste 007?

Elf Kandidaten im Gespräch

Die Suche nach einem neuen James Bond geht in die entscheidende Phase. Elf LGBTIQ+-Schauspielstars könnten der Agentenreihe ein neues Gesicht geben.
Streit bei Tom of Finland

Finland Gedenkhaus in Gefahr

Nach 40 Jahren droht dem Tom of Finland House in Los Angeles das Aus. Ein Streit um Geld, Kunst und die Zukunft der Stiftung eskaliert.