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LGBTIQ+-Helpline in den USA
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LGBTIQ+-Helpline in den USA Neue Anlaufstelle kommt, aber jetzt ohne Trevor Project

ms - 01.07.2026 - 15:00 Uhr
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Die von der US-Regierung geplante Wiedereinführung einer speziellen LGBTIQ+-Option innerhalb der nationalen Krisenhotline 988 könnte jetzt ohne das Trevor Project erfolgen. Die queere Jugend-Organisation hatte das Angebot einst mitentwickelt und über Jahre maßgeblich betrieben. Wie ABC News berichtet, könnte sie nun aufgrund neuer Vergaberegeln von der Neuauflage ausgeschlossen werden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die US-Regierung plant, die LGBTIQ+-Option der Krisenhotline 988 bis Ende des Jahres wieder einzuführen.
  • Das Trevor Project könnte trotz seiner zentralen Rolle beim Aufbau des Angebots ausgeschlossen werden.
  • Grund ist eine neue Voraussetzung, nach der sich nur derzeit aktive Mitglieder des 988-Netzwerks bewerben dürfen.
  • LGBTIQ+-Organisationen befürchten eine Verschlechterung des Angebots, insbesondere für trans* und nicht-binäre Jugendliche.
  • Das Trevor Project kündigt an, seine eigenen Krisendienste unabhängig davon rund um die Uhr fortzuführen.

Comeback der Helpline

Die sogenannte „Press 3“-Option war 2022 eingeführt worden. Anrufer der 988-Hotline konnten durch das Drücken der Taste 3 speziell geschulte Beraterinnen und Berater erreichen, die auf die Betreuung von LGBTIQ+-Jugendlichen in Krisensituationen spezialisiert sind. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, per SMS das Stichwort „PRIDE“ zu senden oder Online-Chats zu nutzen. Nach Angaben der US-Behörde Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) wurden während der dreijährigen Laufzeit rund 1,6 Millionen Kontakte über den Dienst abgewickelt. Etwa die Hälfte davon übernahm das Trevor Project.

Im Juli 2025 strich die Regierung von Präsident Donald Trump die „Press 3“-Option mit der Begründung, es fehle an finanziellen Mitteln. Die Entscheidung löste deutliche Kritik bei Fachleuten für psychische Gesundheit, LGBTIQ+-Verbänden sowie Politikerinnen und Politikern aus. Sie verwiesen darauf, dass spezialisierte Krisenhilfe für queere Jugendliche lebensrettend sein könne, da diese Gruppe überdurchschnittlich häufig von Depressionen, Selbstmordgedanken und Suizidversuchen betroffen sei. Im Juni kündigte die US-Regierung dann überraschend an, den Dienst bis Ende des Jahres wieder einzuführen. Hintergrund ist ein Beschluss des Kongresses, 33 Millionen US-Dollar für LGBTIQ+-spezifische Kriseninterventionen für junge Menschen bereitzustellen. 

Trevor Project droht Ausschluss

Die Ankündigung wurde zwar grundsätzlich begrüßt, gleichzeitig gibt es jedoch erhebliche rechtliche und politische Bedenken. „Wir sind dankbar für die ersten Hinweise darauf, dass die spezialisierten Angebote der 988 Lifeline für LGBTIQ+-Jugendliche nach der abrupten Einstellung des Programms im vergangenen Juli möglicherweise wieder eingeführt werden“, erklärte Jaymes Black, Geschäftsführer des Trevor Project. „Allerdings bleiben wir skeptisch, da die Regierung inzwischen ausdrücklich erklärt hat, dass die Hotline die Vorgaben von Präsident Trumps Anti-Transgender-Dekret vom Januar 2025 einhalten muss.“ Konkret bedeutet das, die Berater müssen sich an die Vorgabe halten, dass es nur zwei „biologische Geschlechter“ gibt. 

Für zusätzliche Unsicherheit sorgt nun das Bewerbungsverfahren für den Neustart des Angebots. Die gemeinnützige Organisation Vibrant Emotional Health, die die 988-Hotline verwaltet, hat Bewerbungen für den Betrieb der wieder eingeführten „Press 3“-Dienste ausgeschrieben. Zugelassen sind jedoch ausschließlich Krisenzentren, die derzeit aktive Mitglieder des 988-Netzwerks sind. Das Trevor Project erfüllt diese Voraussetzung nicht. Da die Organisation nach der Einstellung des Spezialdienstes im vergangenen Jahr nicht mehr Teil des Netzwerks ist, kann sie sich nach den aktuellen Regeln nicht bewerben.

Helpline nicht für alle? 

Nach Bekanntwerden dieser Voraussetzung äußerte Black erneut deutliche Kritik. „Die Frage, ob The Trevor Project an einer wieder eingeführten staatlichen Krisenhotline für LGBTIQ+-Jugendliche beteiligt sein kann oder nicht, weist auf ein viel größeres Problem hin: Die nächste Version der spezialisierten Angebote der 988 Lifeline für LGBTIQ+-Jugendliche könnte transgeschlechtliche und nicht-binäre Jugendliche vollständig ausschließen.“ Weiter erklärte Black: „Diese besorgniserregende Entwicklung deutet auf einen gefährlichen Schritt hin, bei dem die klinischen Standards für die Versorgung besonders gefährdeter Gruppen aufgeweicht werden könnten – Standards, auf denen die spezialisierten ‚Press 3‘-Angebote ursprünglich aufgebaut wurden. Während Anti-LGBTIQ+-Politik möglicherweise den eigentlichen Zweck dieser Hotline verändert, die geschaffen wurde, um das Leben junger LGBTIQ+-Menschen zu retten, muss klar sein: Politik hat in der Suizidprävention keinen Platz.“

Unabhängig vom weiteren Verlauf kündigte das Trevor Project an, seine eigenen Hilfsangebote fortzuführen. „Unabhängig davon, wie es weitergeht, stehen die rund um die Uhr erreichbaren Krisenberaterinnen und Krisenberater von The Trevor Project weiterhin jedem LGBTIQ+-jungen Menschen in einer Krise zur Verfügung – so wie sie es immer getan haben. Unser Expertenteam ist bereit, in der Lage und willens, Einzelpersonen und Institutionen dabei zu unterstützen, LGBTIQ+-Jugendlichen die umfassende, aktuelle und bestmögliche Betreuung zukommen zu lassen, die sie verdienen“, so Black abschließend. 

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