Die Gedenkbank für die Opfer des islamistischen Anschlags auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) ist erneut beschädigt worden. Es ist bereits der zweite Angriff auf eine dort aufgestellte Regenbogenbank innerhalb weniger Wochen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Das Wichtigste im Überblick
- Die Regenbogenbank am Ort des Anschlags auf den Berliner Christopher Street Day ist zum zweiten Mal beschädigt worden.
- Unbekannte montierten nach Polizeiangaben eine Holzlatte ab und beschädigten zwei weitere.
- Die Bank erinnert an den islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD vom 25. Juli.
- Dabei wurde eine Frau getötet und 31 weitere Menschen teils schwer verletzt wurden.
- Wegen der erneuten Beschädigung hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.
- Die LGBTIQ+-Community zeigt sich online engagiert, für den Gedenkort einzustehen.
Zweite Bank in kurzer Zeit
Nach Angaben der Berliner Polizei bemerkten Einsatzkräfte die Schäden an der Bank im Tiergarten. Unbekannte hatten demnach eine Holzlatte abmontiert und zwei weitere beschädigt. Die Bank steht an jenem Ort, an dem am 25. Juli bei einem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD eine Frau getötet wurde. 31 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Das Bezirksamt Mitte hatte im August am Anschlagsort eine Bank in Regenbogenfarben aufstellen lassen. Sie sollte an die Opfer erinnern. Doch bereits Anfang September wurde die Gedenkbank von Unbekannten so schwer beschädigt, dass sie wieder abgebaut werden musste. Daraufhin wurde Mitte September eine neue Regenbogenbank aufgestellt. Auch dieses zweite Exemplar ist nun beschädigt worden.
Community zeigt sich kämpferisch
Nach der ersten Zerstörung hatte sich bereits Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano (SPD) auf Instagram bestürzt gezeigt. „Ich bin gerade wirklich fassungslos“, schrieb Pantisano. „Was stimmt mit Menschen nicht?“ Erste Reaktionen online auf X und Instagram zeigen aktuell, dass nicht alle Menschen aus der Community stark überraschend sind, dass die Gedenkbank nun binnen kürzester Zeit bereits zum zweiten Mal von Vandalen verwüstet wurde. „Bei dem aktuellen Klima in der Gesellschaft da draußen und speziell in Berlin, was erwartet ihr?“, schreib ein Nutzer. Auf der anderen Seite wächst in der LGBTIQ+-Community auch der Mut und der Willen, die Regenbogenbank als Zeichen der Solidarität und der Verbundenheit mit den Opfern des Anschlags um jeden Preis zu erhalten und, falls nötig, diese immer und immer wieder aufzustellen.
Anschlag auf die Community
Hintergrund des Gedenkortes ist der Anschlag auf den Berliner CSD am 25. Juli. Der Islamist Abdul Ballout war dabei mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge im Tiergarten gefahren. Anschließend griff er weitere Pride-Besucher mit einer Machete an. Eine Frau wurde getötet, 31 weitere Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Am Tag nach der Tat wurde Ballout bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau erschossen. Auf dem Mobiltelefon des Mannes wurde inzwischen ein Bekennervideo gefunden. Die Bundesanwaltschaft hatte zuvor Ermittlungen gegen den 21-jährigen Islamisten geführt, diese inzwischen jedoch eingestellt. Grund dafür ist, dass gegen Tote nicht ermittelt werden kann. Die Aufklärung der weiteren Hintergrund geht indes weiter.