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Erfolglose Schmutzkampagne Schwuler Labour-Politiker reagiert humorvoll und gelassen

Von ms - 25.09.2026 - 13:30 Uhr
Erfolglose Schmutzkampagne
Foto: Facebook / Paul John O’Neill / AI MODIFIED- FASH Medien
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Der offen schwule britische Labour-Stadtrat Paul John O’Neill hat gelassen auf die Veröffentlichung von Bildern und Angaben aus seinem Grindr-Profil reagiert. Screenshots des Profils des Kommunalpolitikers aus dem englischen North Heywood waren in sozialen Medien verbreitet und mit unangenehmen Kommentaren sowie Forderungen nach seinem Rücktritt verbunden worden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Bilder und Angaben aus dem Grindr-Profil des offen schwulen Labour-Stadtrats Paul John O’Neill wurden in sozialen Medien verbreitet.
  • Die Veröffentlichung wurde mit Hass-Kommentaren und Forderungen nach seinem Rücktritt verbunden.
  • O’Neill betont, dass er sich für sein Datingleben „kein bisschen“ schäme und dies seine politische Arbeit nicht beeinträchtige.
  • Der Single nimmt den Vorfall mit Humor: Im besten Fall könne er dadurch „ein oder zwei Dates“ bekommen.
  • Aus der Öffentlichkeit und von anderen Kommunalpolitikern erhielt O’Neill Unterstützung.
  • Seine politische Arbeit setzt er fort und kündigte zugleich den Termin seiner nächsten Bürgersprechstunde an.
  • Zuletzt wurde im Mai ein Reform-UK-Politiker als Pornodarsteller bei OnlyFans geoutet. 

Stadtrat ist nicht verbittert

In den Beiträgen hieß es unter anderem, eine „Person des öffentlichen Lebens sollte diskreter mit ihrem Privatleben umgehen“. Zudem war von einem „weiteren Labour-Stadtrat, der bald raus sein wird“ die Rede. O’Neill reagierte jetzt darauf auf Facebook. Dort veröffentlichte er ein Foto von sich mit einem Pint Murphy’s und spielte auf den Werbeslogan „Like the Murphy’s, I’m not bitter“ an – sinngemäß: „Wie das Murphy’s bin ich nicht verbittert.“ O’Neill schilderte in seinem Beitrag, wie sein Grindr-Profil gefunden und anschließend öffentlich verbreitet worden war. „Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass zwei Personen beschlossen haben, eine Dating-App für schwule Männer zu besuchen, bei der ich Mitglied bin, selbst einen Account anzulegen, dann mein Profil zu finden, Screenshots davon zu machen und diese in sozialen Medien zu teilen – zusammen mit einigen ziemlich unangenehmen Kommentaren.“

Keine Scham für Privatleben 

Für sein Privatleben müsse er sich nicht rechtfertigen, machte der Labour-Politiker deutlich. „Ich schäme mich kein bisschen dafür, ein Sozial- und Datingleben zu haben, und offensichtlich beeinträchtigt das meine Arbeit als stolzer Stadtrat für die großartigen Menschen von North Heywood nicht im Geringsten.“ Dass sein Dating-Profil nun öffentlich bekannt ist, kommentierte O’Neill auch mit Humor: „Und fürs Protokoll: Ich bin Single. Das Schlimmste, was passieren kann, ist doch, dass ich dadurch vielleicht ein oder zwei Dates bekomme, oder?“

Auch bei den veröffentlichten Bildern sah er einen positiven Aspekt. „Ich bin froh, dass meine Fotos aktuell waren, denn ich habe seit Februar rund 19 Kilogramm abgenommen“, schrieb O’Neill. Die meisten Bilder seien beim Manchester Pride 2026 entstanden. Dass er seine politische Arbeit unverändert fortsetzt, machte O’Neill ebenfalls deutlich: Im selben Facebook-Beitrag kündigte er dann außerdem seine nächste Bürgersprechstunde für Anfang Oktober an. 

Unterstützung für O’Neill

Auf seine Reaktion folgten zahlreiche unterstützende Kommentare aus der Öffentlichkeit und von anderen Kommunalpolitikern. Stadtrat Tom Besford schrieb: „Großartige und stilvolle Reaktion! Ich stehe solidarisch an deiner Seite angesichts einer wachsenden Welle von Hass.“ Mylene Cunningham kommentierte: „Schade, dass die Leute nichts Besseres mit ihrer Zeit anzufangen wissen, als einen offen schwulen Mann zu outen. Wie peinlich für sie.“ Der Vorfall reiht sich in weitere Fälle ein, in denen das Privatleben britischer Kommunalpolitiker öffentlich thematisiert wurde. Im Mai 2026 trat ein Stadtrat von Reform UK zurück, nachdem seine Tätigkeit als Pornodarsteller bei OnlyFans bekannt geworden war. Er erklärte damals allerdings ebenso, es gebe „keinen Grund, sich zu schämen“, und er sei „stolz darauf, ein schwuler Mensch in dieser Gemeinschaft zu sein“.

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