Direkt zum Inhalt
Langer Kampf in Kolumbien
ANZEIGE

Langer Kampf in Kolumbien Gemeinsam stark gegen Hetzkampagnen: LGBTIQ+-Verbände und Journalisten kämpfen für ein Verbot von Konversionstherapien

ms - 17.06.2025 - 16:00 Uhr
Loading audio player...

Die Community in Kolumbien kämpft seit Jahren um mehr Gerechtigkeit und Akzeptanz – immer wieder kam es in den letzten Jahren zu willkürlicher Polizeigewalt, massiven Menschenrechtsverletzungen, Folter, Misshandlungen und Morden. Obwohl Schwule und Lesben seit zehn Jahren offiziell heiraten dürfen, sieht die Lebensrealität vielerorts nach wie vor düster aus – immer wieder kommt es auch zu brutalen Konversionstherapien. Dreimal wurde bereits seit 2021 versucht, ein Verbot der menschenunwürdigen „Homo-Heilungen“ einzuführen, zuletzt scheiterte das Vorhaben 2024 an dem Gegenwind von christlichen und konservativen Vereinen. Diese Jahr nun soll ein neuer Anlauf unternommen werden. 

Gezielte Hetze von Christen 

Die Ausgangslage ist klar: Die Vereinten Nationen verurteilten diese „Heilungen“ mit klaren Worten als Folter. Gerade in Kolumbien kam es in der Vergangenheit zu radikalen Ausprägungen dieser Vorgehensweise, von Eisbädern über Elektroschocks bis hin zu Schlägen und „korrigierenden Vergewaltigungen“. Die internationale LGBTIQ+-Organisation All-Out hat zusammen mit dem kolumbianischen Netzwerk-Bündnis von Journalisten, La Liga, sowie der Organisation „Colombia Fact-Check“ aufgezeigt, wie gezielt die römisch-katholische Kirche sowie konservative und christliche Hardliner-Organisationen Hetze gegen das geplante Gesetzesvorhaben betrieben haben. 

Über 3.000 Tweets überschwemmten die sozialen Netzwerke, immerzu wurden dabei Lügen verbreitet: „Es wurde behauptet, das Gesetz würde Eltern und Pastoren ins Gefängnis bringen, die ´Verstümmelung´ von Minderjährigen erlauben und die sogenannte ´Gender-Ideologie´ aufzwingen. Nichts davon war wahr. Aber die Angst wirkte, und der Kongress legte das Projekt ad acta“, so All-Out-Kampagnenmanagerin Alma Ortiz-Giraldo aus Kolumbien. Der Gesetzentwurf hatte die ersten beiden Debatten in der Abgeordnetenkammer bestanden, wurde jedoch im Ersten Ausschuss des Senats dann nicht behandelt und auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. 

Neuer Anlauf mit vereinter Kraft

In diesem Jahr nun folgt deswegen der vierte Anlauf mit dem neuen Gesetzesprojekt "Quiérele Siempre" ("Liebe für immer"), das auch bereits in den Kongress eingebracht worden ist. Dieses Mal soll eine breite Kampagne verhindern, dass Hetze und Fake News erneut die Oberhand gewinnen. „Wir müssen Druck auf die Regierung ausüben, damit das Gesetz endlich verabschiedet wird. Wir dürfen nicht zulassen, dass Lügen unsere Rechte erneut blockieren“, so Ortiz-Giraldo, die mit einer internationalen Petition auch für Druck aus dem Ausland sorgen will. Außerdem soll mittels einer neuen Software den Fake News in den sozialen Medien gezielt gegengesteuert werden. Auf dem Pride in Bogota am 30. Juni soll das Thema ebenso im Zentrum stehen. 

Auch die Frauenorganisation der Vereinten Nationen, UN Women, warnte nun offiziell vor digitalen Lügen und bestätigt, dass „staatliche und nichtstaatliche Akteure versuchen, hart erkämpfte Errungenschaften wieder rückgängig zu machen und die Stigmatisierung zu vertiefen, wodurch die Rechte und das Leben von LGBTIQ+-Menschen gefährdet werden. Diese Gruppen fördern Angriffe und Fehlinformationen, um LGBTIQ+-Menschen zu delegitimieren.“ 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry kehrt zurück

Staffel 2-Drehstart steht bevor

Connor Storrie und Hudson Williams stimmen Fans mit einem gemeinsamen Auftritt in Toronto auf die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ ein.
Überraschung bei Heartstopper

Gelöschte Sex-Szenen enthüllt

Die „Heartstopper“-Stars verrieten jetzt: Netflix strich den Großteil der gedrehten Sex-Szenen aus dem Abschlussfilm, einiges sei wie "Porno" gewesen.
Autor Benjamin Alire Sáenz

Abschied von einem Erzähler

Der Schriftsteller Benjamin Alire Sáenz, bekannt für „Aristoteles und Dante“, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
Dritte Festnahme von Drake Von

Pornostar wird abermals inhaftiert

Adultdarsteller Drake Von ist jetzt zum dritten Mal in diesem Jahr festgenommen worden. Gegen ihn laufen inzwischen mehrere Strafverfahren.
Haft wegen Regenbogen-Shirt

Russland verschärft Repressionen

Ein russischer Kommunalwahlkandidat muss wegen eines Regenbogen-T-Shirts zehn Tage in Haft und darf nicht mehr kandidieren.
KI-Brillen sorgen für Kritik

Warnung vor Überwachungsrisiko

KI-Brillen von Meta könnten laut Kritikern neue Formen staatlicher Überwachung ermöglichen und besonders Minderheiten wie LGBTIQ+ gefährden.
Rätselhafter Tod in Dublin

Leiche in Recyclinganlage entdeckt

Ein obdachloser schwuler Mann wurde tot in einer Müllanlage in Dublin gefunden. Die Polizei schließt ein mögliches Verbrechen nicht aus.
Hardcore in Österreich

Alterscheck für alle Pornoseiten

Österreich plant ab 2027 verpflichtende Alterskontrollen für Pornoseiten. Kritiker warnen vor Risiken für Datenschutz und Anonymität.
Uni-Rauswurf in Nigeria

Schwule Studenten exmatrikuliert

Eine nigerianische Universität hat jetzt zwei männliche Studenten wegen einer homosexuellen Beziehung von der Hochschule geworfen.