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Kürzungen bei Lambda Linksfraktion bezeichnet Begründung als zynisch und boshaft

Von ms - 21.07.2026 - 17:30 Uhr
Kürzungen bei Lambda
Foto: FASH Medien Archiv KI
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Überraschend wurde letzte Woche dem bundesweiten queeren Jugendnetzwerk Lambda zum Ende des Jahres von Seiten des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) die Förderung aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes aufgekündigt. Bleibt es dabei, droht der größten deutschen Jugendorganisation für queere Jugendliche das Aus. Maik Brückner, der queerpolitische Sprecher der Linksfraktion, wollte von der Bundesregierung wissen, warum der Rotstift ausgerechnet hier angesetzt wird. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Das queere Jugendnetzwerk Lambda soll zum Jahresende keine Förderung aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes mehr erhalten.
  • Ohne die Fördergelder droht der größten Organisation für queere Jugendliche in Deutschland die Schließung.
  • Die Bundesregierung begründet die Entscheidung mit der Haushaltskonsolidierung und betont, dass kein Anspruch auf Förderung besteht.
  • Laut Bundesfamilienministerium seien die Themen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt inzwischen auch in anderen Jugendverbänden verankert. 
  • Lambda könne sich erneut um Fördermittel bewerben.
  • Der queerpolitische Sprecher der Linksfraktion, Maik Brückner, kritisiert die Kürzungen scharf und bezeichnet sie als „zynisch und boshaft“.
  • Lambda warnt, dass viele junge Menschen auf die Angebote angewiesen seien und Beratungen zu Themen wie Suizid, Selbstverletzung und familiärer Gewalt zuletzt deutlich zugenommen hätten.

Begründung für Kürzungen 

Die parlamentarische Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf aus dem BMBFSFJ erklärte daraufhin jetzt, dass die Grundlage der Förderung ausreichende Haushaltsmittel seien und dass kein Rechtsanspruch auf Förderung bestehe. „Angesichts der erforderlichen Haushaltskonsolidierung ist die Bundesregierung gehalten, die verfügbaren Haushaltsmittel zu konzentrieren und ihre Förderaktivitäten zu bündeln, sodass auch langjährige Förderungen auf der Basis von Rahmenverträgen geprüft werden müssen“, so Wulf zur Entscheidung. 

Zudem versicherte die Staatssekretärin: „Damit ist ausdrücklich keine Abkehr von der Unterstützung von Jugendarbeit für und mit homosexuellen, trans- und intergeschlechtlichen sowie non-binären Jugendlichen und ihren spezifischen Anliegen und Bedürfnissen verbunden. Mittlerweile sind die Belange geschlechtlicher und sexueller Vielfalt bei Jugendlichen in der Breite der Jugendverbände verankert. Hierdurch werden Jugendliche zielgerichtet unterstützt. Es steht dem Jugendnetzwerk Lambda offen, weiter für diese Themen und Angebote einzutreten und dafür Fördermittel aus dem Kinder- und Jugendplan zu beantragen.“

Zynisch und boshaft

Brückner erklärt zur der kurzgefassten Aussage seitens der Bundesregierung, die Kürzungen bei Lambda seien „zynisch und boshaft“. Darüber hinaus betont der queerpolitische Sprecher: „Die Bundesregierung kann nicht mit Geld umgehen und die queere Jugendarbeit bekommt die Quittung dafür. Der Bundesregierung sind die queeren Communitys bekanntermaßen scheißegal und deshalb steht ein Projekt wie Lambda ganz oben auf der Abschussliste.“  Brückner weiter: „Der Hinweis, Lambda könne sich ja weiter für seine Ziele engagieren und die Belange queerer Jugendlicher seien in der Verbandsarbeit ohnehin breit verankert, ist zynisch, boshaft und entbehrt jeder Sachkenntnis. Viele Jugendverbände haben sich inzwischen mit Lambda solidarisiert, denn Lambdas Arbeit ist wichtiger denn je!“

Krise für queere Jugendliche 

Der Vorstand von Lambda selbst hatte letzte Woche bereits erklärt, dass die Kündigung „völlig überraschend“ gekommen sei, auch angesichts der Tatsache, dass die jährlichen Sachberichte ohne Beanstandungen geprüft worden waren. Nebst bundesweiter Fach- und Peer-Beratung sowie Bildungs- und Empowerment-Veranstaltungen und Jugendbegegnungen hat Lambda zuletzt auch massiv am Projekt „lambda space“ gearbeitet, das erste digitale Jugendzentrum, dass vor allem LGBTIQ+-Jugendliche im ländlichen Raum erreichen und einen sicheren Raum bieten soll – bereits über 1.000 Jugendliche sind in der derzeit laufenden Erprobungsphase dabei. Bleibt es bei den Kürzungen, ist das Projekt direkt bedroht. 

„Wir werden gezwungen unsere Tür am Ende des Jahres zu schließen. Und damit genau die Jugendlichen alleine zu lassen, die besonders stark von Einsamkeit, psychischen Belastungen und Diskriminierung betroffen sind. Jugendliche, für die unsere Angebote überlebenswichtig sein können“, so der Vorstand. Zudem betonte der Verein: „Unsere Beratungsanfragen steigen immer weiter an, ebenso die Zahl an Jugendlichen, die sich mit akuten Krisen an uns wenden. Immer öfter geht es dabei um Themen wie Suizid, selbstverletzendes Verhalten oder Gewalt in der Familie.“ Mit einem offenen Brief an Bundesministerin Karin Prien (CDU) sowie an die Mitglieder des Deutschen Bundestages und der Aktion „Lambda retten“ unter lambda-online.de/lambda-retten will der Verein die Schließung noch abwenden und hofft auf Hilfe aus der Community. 

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