Direkt zum Inhalt

Komplettausfall von Ogles Republikaner streiten über Äußerung zu Homosexualität

Von ms - 04.06.2026 - 13:00 Uhr
Komplettausfall von Ogles
Foto: IMAGO / ZUMA Press
ANZEIGE
Loading audio player...

Mit einer sehr umstrittenen Äußerung über Homosexualität hat der republikanische Kongressabgeordnete Andy Ogles eine Welle der Kritik ausgelöst. In einem inzwischen gelöschten Beitrag auf der Plattform X schrieb der Politiker aus Tennessee: „Homosexualität hat keinen Platz in Amerika. Schönen Monat der Kernfamilie.“

Das Wichtigste im Überblick

  • Der republikanische Abgeordnete Andy Ogles erklärte: „Homosexualität hat keinen Platz in Amerika!“
  • Mehrere Politiker aus den eigenen Reihen kritisieren die Aussage scharf
  • Auch Senator Ted Cruz distanziert sich von der Äußerung
  • Ogles löscht den Beitrag später wieder
  • Der Abgeordnete ist seit Jahren für LGBTIQ+-feindliche Positionen bekannt

Wahnsinnig und idiotisch

Nachdem mehrere republikanische Politiker die Aussage als „idiotisch“ und „wahnsinnig“ bezeichnet hatten, entfernte Ogles den Beitrag noch am selben Tag. Bereits in der Vergangenheit hatte er erklärt, dass auch „Muslime keinen Platz in Amerika“ hätten. Zu den Kritikern gehörte unter anderem der republikanische Abgeordnete Mike Lawler aus New York. Er schrieb auf X: „Homosexualität existiert. In Amerika. Tatsächlich hast Du, Andy, Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn, Kollegen und Wähler, die schwul oder lesbisch sind. Das macht sie weder zu Menschen zweiter Klasse noch weniger würdig, Amerikaner zu sein. Was für eine absolut idiotische Aussage.“

Auch der schwule frühere republikanische Kongressabgeordnete George Santos meldete sich zu Wort. Er erklärte: „So sehr ich die Kernfamilie unterstütze und sie für grundlegend für das Leben halte – ich hätte nie gedacht, dass jemand, den ich als Freund betrachte, sagen würde, dass für mich in diesem Land kein Platz sei, nur wegen der Person, die ich liebe. Ich habe niemals jemandem meinen Lebensstil aufgezwungen und stets für konservative Prinzipien gestimmt und geworben. Aber ich habe die gleichen Bürgerrechte wie jeder andere Mensch in diesem Land, und dieser wahnsinnige Kommentar macht mich traurig.“

Selbst der republikanische Senator Ted Cruz aus Texas, der in der Vergangenheit wiederholt mit LGBTIQ+-feindlichen Positionen aufgefallen war, distanzierte sich von Ogles' Aussage: „Während der gesamten aufgezeichneten Menschheitsgeschichte hat es homosexuelle Menschen gegeben, und ich muss sagen, dass ich in dieser Frage ziemlich libertär eingestellt bin. Ich denke, das Verhalten einvernehmlicher Erwachsener ist deren eigene Angelegenheit.“

Lange Geschichte von Hass-Aussagen

Der inzwischen gelöschte Beitrag reiht sich in eine Serie ähnlicher Äußerungen von Ogles ein. Öffentlich zugängliche Informationen zu HIV sowie transspezifischen Gesundheitsthemen bezeichnete er in der Vergangenheit als „ein schwerwiegendes moralisches Übel“. Die jüngste Halbzeitshow des Super Bowls nannte er „schwule Pornografie“ und behauptete, sie verherrliche „Sodomie“. Zudem sprach er sich für die Aufhebung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare aus. Bereits im Jahr 2023 nutzte Ogles den Pride Month, um zwei Gesetzesinitiativen gegen LGBTIQ+-Themen einzubringen. Der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, bezeichnete Ogles als „bösartigen Clown und pathologischen Lügner“.

Bereits zu Beginn seiner politischen Laufbahn war Ogles wegen falscher Angaben über seine berufliche Vergangenheit in die Kritik geraten. So soll er unter anderem behauptet haben, Wirtschaftsexperte und Strafverfolgungsbeamter mit Schwerpunkt internationaler Kinderhandel gewesen zu sein. Bei einer Kongressanhörung erklärte er außerdem einmal, der Klimawandel existiere nicht, weil er mit seinen Kindern bei Temperaturen von minus zwei Grad Celsius Halloween gefeiert habe.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

FalterLiteraturnobelpreisträgerin Anne Carson: Aus der Zeit gefallen, hoch aktuelltazKurswechsel in Ungarn: Anti-LGBTIQ+-Gesetze gekipptDER STANDARDOrbán-Lager serviert beim Thema LGBT alten Wein aus alten SchläuchenSüddeutsche ZeitungReform: Ungarn ändert umstrittenes Anti-LGBTQ-GesetzAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Nacktbilder als Druckmittel

Was du bei Sextortion tun kannst

Erpressung mit Nacktbildern? Was du jetzt tun kannst, wie du Hilfe bekommst und welche Dienste gegen die unerlaubte Verbreitung helfen.
Andrew Scott im Aids-Drama

Erster Trailer zum Oscar-Kandidaten

Andrew Scott spielt in „Elsinore“ den Schauspieler Ian Charleson, der trotz seiner HIV-Erkrankung als Hamlet gefeiert wurde und 1990 an Aids starb.
Jugendhaft für Grindr-Räuber

Schwule Männer brutal überfallen

Ein 18-Jähriger muss nach brutalen Überfällen auf schwule Grindr-Nutzer in Berlin jetzt sechs Jahre in Jugendhaft.
Queere Schüler besser schützen

Prien fordert Schutz vor Missbrauch

Sexualisierte Gewalt bedroht insbesondere auch queere Schüler. Bundesministerin Karin Prien fordert nun verbindliche Schutzkonzepte an allen Schulen.
Ungarn kippt LGBTIQ+-Verbote

Aus für Anti-Homosexuellen-Gesetz

Ungarns Parlament hebt zentrale LGBTIQ+-Beschränkungen aus der Ära Orban auf. Die Entscheidung folgt auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs.
Schwule Liebe in Avatar-Welt

Schwules Paar begeistert Fans

„Avatar: Seven Havens“ zeigt mit Jae und Datu ein schwules Paar. Die Fans feiern die Liebesszene, während Paramount+ zwei weitere Staffeln bestätigt.
Festnahmen in Indien

Neun Verdächtige nach Mord

Nach dem Mord an dem schwulen Influencer Mad Sandhu in Indien wurden neun Männer festgenommen. Die Polizei vermutet Homophobie und Bandenkriminalität.
Missbrauchsverdacht in Italien

Hausarrest für prominenten Priester

Ein italienischer Priester steht wegen mutmaßlicher sexueller Gewalt gegen einen 20-Jährigen unter Hausarrest. Die Kirche war offenbar vorgewarnt.
Brutaler Angriff in Frankreich

Homophobe Gewalt erschüttert Paris

Nach dem Pariser Pride wurde ein LGBTIQ+-Aktivist brutal zusammengeschlagen. Menschenrechtsorganisationen fordern besseren Schutz vor Hassgewalt.