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Klinik für Detransition Großes Kinderkrankenhaus in Texas richtet neue Abteilung ein

Von ms - 19.05.2026 - 12:00 Uhr
Klinik für Detransition
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
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Eines der größten Kinderkrankenhäuser der Vereinigten Staaten will eine Klinik einrichten, in der trans* Jugendliche bei einer sogenannten Detransition unterstützt werden sollen, dabei werden Betroffene in ihr „biologisches Geschlecht“ zurückgeführt. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Texas Children’s Hospital will eine Klinik für sogenannte „Detransitionen“ einrichten.
  • Hintergrund ist eine Einigung mit der texanischen Generalstaatsanwaltschaft und dem US-Justizministerium.
  • Das Krankenhaus verpflichtet sich außerdem, Minderjährigen keine geschlechtsangleichenden Behandlungen mehr anzubieten.
  • Texas-Justizminister Ken Paxton spricht von einem „monumentalen Tag“ im Kampf gegen die „radikale Transgender-Bewegung“.
  • Kritiker und queere Verbände warnen dagegen vor den gefährlichen Folgen der Einschränkungen für trans* Jugendliche.

Kehrtwende nach massivem Druck

Bekannt wurde dies im Rahmen einer Einigung zwischen dem Texas Children's Hospital, der texanischen Generalstaatsanwaltschaft und dem US-Justizministerium. Hintergrund sind Vorwürfe, das Krankenhaus habe Leistungen geschlechtsangleichender Behandlungen über das texanische Medicaid-Programm unter falschen Diagnosecodes abgerechnet. Nach Angaben der Behörde von Ken Paxton soll das Krankenhaus zehn Millionen US-Dollar an den Bundesstaat zahlen. Zudem sei dem Krankenhaus nahegelegt worden, mehrere Ärzte im Zuge der Vereinbarung zu entlassen.

Paxton bezeichnete die geplante Einrichtung als die „erste Detransitions-Klinik überhaupt“ in den Vereinigten Staaten. Das Krankenhaus werde die Angebote der Einrichtung in den ersten fünf Jahren vollständig finanzieren, die Leistungen sollen für Patientinnen und Patienten kostenlos sein. Darüber hinaus habe sich das Krankenhaus verpflichtet, Minderjährigen künftig keine Pubertätsblocker, Hormontherapien oder geschlechtsangleichenden Operationen mehr anzubieten.

Gegner der queeren Community feiern 

„Heute ist ein monumentaler Tag im Kampf gegen die radikale Transgender-Bewegung“, erklärte Paxton. „Diese historische Einigung steht für einen institutionellen und grundlegenden kulturellen Wandel weg von der radikalen ‚Gender‘-Ideologie.“ Weiter sagte er: „Solange ich im Amt bin, werde ich jedes Krankenhaus in Texas untersuchen und die volle Härte des Gesetzes anwenden, wenn Kinder durch schädliche medizinische Eingriffe zur ‚Transition‘ gebracht werden.“ 

Paxton gilt seit Jahren als Hardliner und Gegner der queeren Community – er ließ unter anderem Listen aller trans* Jugendlicher und ihrer Eltern im Bundesstaat anlegen und befeuerte maßgeblich über 30 Anti-LGBTIQ+-Gesetzesvorhaben in Texas. Bereits 2023 hatte Texas geschlechtsangleichende Hormontherapien und Operationen für Minderjährige verboten. Die jüngste Vereinbarung der Klinik steht im Zusammenhang mit der Politik der Regierung von Donald Trump gegen geschlechtsangleichende Behandlungen für Minderjährige. Trump hatte per Dekret angeordnet, dass staatlich finanzierte Einrichtungen die „chemische und chirurgische Verstümmelung von Kindern“ beenden sollen. 

Klinik knickt vor Trump-Agenda ein

Das Texas Children’s Hospital erklärte, man habe sich nach drei Jahren interner Untersuchungen und der Übermittlung von mehr als fünf Millionen Dokumenten an das US-Justizministerium und die texanische Generalstaatsanwaltschaft zu der Einigung entschlossen. In einer Stellungnahme erklärte das Krankenhaus, der Prozess sei geprägt gewesen von „einer untragbaren Kampagne aus Unwahrheiten und Fehlcharakterisierungen im Zusammenhang mit geschlechtsangleichender Behandlung“. Weiter hieß es: „Diese Entwicklungen haben erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen gebunden, um uns zu verteidigen. Alle Prüfungen und Untersuchungen bestätigen weiterhin die Fakten – wir haben alle Gesetze eingehalten.“

Das US-Justizministerium erklärte, die Einigung sei der erste Abschluss einer Reihe von Untersuchungen zu geschlechtsangleichender Behandlung Minderjähriger. Die Behörde kündigte zugleich an, weiterhin gegen medizinische Anbieter und Pharmaunternehmen vorzugehen, die entsprechende Behandlungen anbieten. Der amtierende US-Justizminister Todd Blanche erklärte: „Das Justizministerium wird jede ihm zur Verfügung stehende Möglichkeit nutzen, um die zerstörerische und diskreditierte Praxis der sogenannten ‚geschlechtsangleichenden Behandlung‘ bei Kindern zu beenden.“ Weiter sagte er: „Die heutige Einigung unterstreicht dieses Ziel und macht Anbietern sogenannter ‚geschlechtsangleichender Behandlung‘ deutlich, dass dieses Ministerium das Bundesrecht konsequent durchsetzen wird, wenn Kinder gefährdet werden.“

Kritik von queeren Verbänden 

Queere Verbände und LGBTIQ+-Organisationen wie GLAAD kritisieren die „Detransitions“-Klinik scharf und betonn ihre Bedenken, dass dadurch der Eindruck entsteht, geschlechtsangleichende Behandlungen seien grundsätzlich fehlerhaft oder müssten rückgängig gemacht werden. Die Vereine warnen davor, dass solche Einrichtungen politisch instrumentalisiert werden könnten, um trans* Identitäten grundsätzlich infrage zu stellen. Kritiker sehen zudem die Gefahr, dass trans* Jugendliche verunsichert oder von medizinischer Unterstützung abgeschreckt werden. Besonders problematisch sei aus ihrer Sicht, wenn Detransition nicht als individuelle Entscheidung einzelner Betroffener behandelt werde, sondern als politisches Gegenmodell zu geschlechtsangleichender Versorgung. 

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