Direkt zum Inhalt

Texas´ Kampf gegen LGBTI* Bereits 35 Anti-LGBTI*-Gesetzesvorhaben in Texas seit Jahresbeginn eingereicht

Von ms - 13.01.2023 - 13:00 Uhr
Texas´ Kampf gegen LGBTI*
Foto: iStock / miroslav_1
ANZEIGE
Loading audio player...

Der Bundesstaat Texas ist fest in republikanischer Hand und die Hardliner rund um Gouverneur Gregg Abbott scheinen unbeirrt an ihrem Kampf gegen LGBTI*-Menschen festzuhalten – in dieser Woche nun wurden erste Gesetzesvorlagen eingereicht, deren Ziel es ist, ähnlich wie in Florida ein “Don´t Say Gay“-Gesetz durchzubringen, welches LGBTI*-Themen an Schulen generell verbieten soll. Insgesamt haben Mitglieder der Republikanischen Partei in Texas in den ersten knapp zwei Wochen des neuen Jahres bereits 35 Gesetzestexte vorgelegt, die sich direkt gegen LGBTI*-Menschen richten.

Lehrer laufen Sturm gegen neue Pläne

Kritik an den Plänen kommt von der texanischen Abteilung der landesweiten Lehrerorganisation American Federation of Teachers; den Lehrern drohen horrende Geldstrafen und Berufsverbote, sollte das Gesetzesvorhaben umgesetzt werden und sich einzelne Lehrkräfte nicht an diese Verbote halten wollen. Es ist zu erwarten, dass Gouverneur Abbott von der Kritik erneut wenig beeindruckt sein dürfte.

Zusammen mit seinem Generalstaatsanwalt Ken Paxton hatte er im vergangenen Jahr bereits ein Gesetz verabschiedet, dass die Behandlung von Trans-Jugendlichen mit Kindesmissbrauch gleichsetzt und daraufhin auch die Jugendämter aufgefordert, aktiv gegen Eltern von transsexuellen Kindern vorzugehen. Einige Eltern klagten dagegen, andere flüchteten bereits aus dem Bundesstaat – eine finale Klärung seitens der Gerichte steht noch aus.

Listen über Transsexuelle in Texas

Die Hetzjagd gegenüber Eltern und LGBTI*-Jugendliche scheint trotzdem unbeirrt weiterzugehen, erst vor einem Monat war bekanntgeworden, dass Generalstaatsanwalt Paxton Listen über alle möglichen Trans-Personen in Texas anlegen will. Bisher scheiterte das Vorhaben nur an der Bürokratie des texanischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit (DPS), da die Behörde aufgrund der geringen Anzahl von Mitarbeitern keine Kapazitäten frei hat, um die dafür nötige manuelle Recherche in den Unterlagen durchzuführen. Warum der Generalstaatsanwalt überhaupt Listen von allen Trans-Menschen in Texas anlegen will, wollte er auf Rückfrage der Washington Post bis heute nicht erklären.   

Anzeige

Auch Interessant

Eklat in Spanien

Foltervorwürfe gegen Polizisten

Zwei Polizisten sollen einen homosexuellen Mann arabischer Herkunft in Barcelona misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafen.
Mali verurteilt Homosexuelle

Haftstrafen nach neuem Gesetz

In Mali sind erstmals zwei Männer nach dem neuen Anti-Homosexuellen-Gesetz verurteilt worden. Menschenrechtler warnen vor zunehmender Einschüchterung.
Halloween-Razzia in Moskau

Polizei stürmt Club wegen LGBTIQ+

Russische Sicherheitskräfte durchsuchten wegen angeblicher LGBT-Propaganda einen Moskauer Club. Zugleich steht eine unabhängige Zeitung vor dem Aus.
Urteil nach Zwangsprostitution

Ausbeutung schwuler Jugendlicher

Ein 30-jähriger Schweizer muss wegen der sexuellen Ausbeutung schwuler Minderjähriger ins Gefängnis. Vergewaltigungsvorwürfe blieben unbewiesen.
Rapinoe bezieht Stellung

Menschenrechte statt Ausgrenzung

Megan Rapinoe spricht im Podcast über trans Menschen im Sport. Sie fordert Empathie und mehr Haltung von einflussreichen Athleten.
Leon’s in Baltimore ist zurück

Die Schwulenbar lebt weiter

Baltimores historische Schwulenbar Leon’s hat wieder geöffnet. Nach dem Tod des Besitzers rettete seine Familie den Treffpunkt der Community.
Rick Welts verlässt Mavericks

Schwuler NBA-Pionier hört auf

Rick Welts verlässt die Dallas Mavericks zum Jahresende. Der offen schwule NBA-Manager hat den US-Profisport über Jahrzehnte geprägt.
Fanfiction-Archiv AO3 offline

Sicherheitsvorfall trifft Fandoms

Nach einem Sicherheitsvorfall bleibt das Fanfiction-Archiv AO3 offline. Die Betreiber nennen eine erste Schätzung für die Rückkehr.
Taiwan Pride feiert Freiheit

150.000 gegen Ausgrenzung

Rund 150.000 Menschen kamen laut Veranstaltern zur Taiwan Pride. Nach der Razzia in einer Schwulenbar ging es auch um Würde und Sicherheit.