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Liebe nach dem Klosterleben

Liebe nach dem Klosterleben Lesbisches Nonnen-Paar verbindet Glauben und Sexualität

ms - 10.06.2026 - 14:00 Uhr
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Zwei ehemalige Nonnen aus Brasilien haben ihre ungewöhnliche Liebesgeschichte öffentlich gemacht und damit für viel Aufsehen gesorgt. Francília Costa und Luiza Silvério, die in sozialen Netzwerken unter dem Namen „Double Wow“ (Dupla Oxiuai) auftreten, lernten sich 2019 während ihrer Zeit in einem Kloster kennen. Heute sind sie verheiratet und berichten offen über ihren Glauben, ihre lesbische Beziehung und ihren gemeinsamen Lebensweg.

Das Wichtigste im Überblick

  • Francília Costa und Luiza Silvério lernten sich 2019 in einem brasilianischen Kloster kennen.
  • Anfangs konnten sich die beiden Frauen nach eigenen Angaben nicht leiden.
  • Während ihrer Zeit im Kloster litten beide unter psychischen Belastungen.
  • 2020 verließen sie gemeinsam das Kloster und lebten anschließend zusammen.
  • Aus einer Freundschaft entwickelte sich später eine Liebesbeziehung.
  • Das Paar heiratete 2025 und spricht heute öffentlich über Glauben, Sexualität und ihr Leben nach dem Kloster.

Keine Sympathie zu Beginn 

Die Voraussetzungen für eine spätere Partnerschaft schienen zunächst wenig vielversprechend. Beide Frauen geben an, sich bei ihrer ersten Begegnung nicht besonders sympathisch gewesen zu sein. Silvério erinnerte sich rückblickend daran, Costa für „eine unerträgliche und eingebildete kleine Nonne“ gehalten zu haben. Costa erklärte ihrerseits, dass sie Silvério ebenfalls nicht mochte, ohne dafür einen konkreten Grund nennen zu können.

Costa war nach eigenen Angaben bei streng religiösen Großeltern aufgewachsen und ermutigt worden, ins Kloster einzutreten. Silvério schloss sich dem Orden als Jugendliche an, weil sie nach Orientierung und einem Sinn für ihr Leben suchte. Mit der Zeit entwickelte sich zwischen den beiden Frauen eine enge Freundschaft. Gleichzeitig standen beide während ihrer Jahre im Kloster vor persönlichen Herausforderungen. Insbesondere ihre psychische Gesundheit habe darunter gelitten.

Gemeinsam durch eine schwere Zeit

Costa berichtete von wiederkehrenden Panikattacken während der Corona-Pandemie. Diese Erfahrungen hätten sie dazu gebracht, zu hinterfragen, ob das Leben im Kloster ihrer Gesundheit förderlich sei. Silvério wiederum litt nach dem Tod ihrer Großmutter unter Angstzuständen und Depressionen. „Das religiöse Leben ist sehr schön, aber man braucht körperliche und geistige Gesundheit. Es reicht nicht aus, nur zu beten oder eine Berufung zu haben“, sagte Costa.

Vor diesem Hintergrund entschieden sich beide Frauen im Jahr 2020 gemeinsam dazu, das Kloster zu verlassen. Da sie sich ein eigenständiges Leben finanziell zunächst nicht leisten konnten, wohnten sie auch nach ihrem Austritt weiterhin zusammen. Die Beziehung nahm nach ihren Angaben erst einige Jahre später eine romantische Wendung. Im Jahr 2023 sahen die beiden gemeinsam die Liebeskomödie „Love in the Villa“ an, die von zwei zunächst verfeindeten Menschen erzählt, die sich schließlich ineinander verlieben. Während des Films habe sie erkannt, dass ihre Gefühle für Silvério über Freundschaft hinausgingen, berichtete Costa. Sie gestand ihrer Mitbewohnerin ihre Liebe, woraufhin diese ihre Gefühle mit einem Kuss erwiderte.

Verheiratet und glücklich

Inzwischen sind die beiden Frauen verheiratet. Bei ihrer Hochzeit im Jahr 2025 ließen sie sich gemeinsam mit einem Bild von Nossa Senhora Aparecida, der Schutzpatronin Brasiliens, fotografieren. „Vielleicht haben wir kein Foto vor dem Altar einer Kirche, aber wir haben eines mit Nossa Senhora Aparecida“, sagte Silvério. „Für uns steht sie für Dankbarkeit, Fürsprache und die Weihe unserer Familie an Gott.“

Heute nutzen Costa und Silvério ihre Reichweite in sozialen Medien, um über ihre Erfahrungen als gläubiges lesbisches Paar zu sprechen. Dabei thematisieren sie sowohl ihren Glauben als auch ihre sexuelle Identität und ihren Weg nach dem Austritt aus dem Kloster. „Unsere Sexualität und unser Glaube sollten nicht voneinander getrennt werden, weil sie Teil von uns sind“, sagte Costa. „Wir sind ein Paar, das Glauben hat. Es gibt keine Möglichkeit, das voneinander zu trennen.“

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