Direkt zum Inhalt
Keine Anklage gegen Woelki

Keine Anklage gegen Woelki Der Kölner Kardinal wird gegen Geldauflage nicht juristisch belangt

ms - 07.05.2025 - 09:00 Uhr
Loading audio player...

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat jetzt mittgeteilt, dass es kein Meineid-Verfahren gegen Kardinal Rainer Maria Woelki (68) geben wird – allerdings muss der Kölner Bischof 26.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.  

Klare Beweislage 

Im Kern geht es dabei um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Erzbistum, dabei soll Woelki mehrfach gelogen haben, weswegen es 2023 auch zu Hausdurchsuchungen im Bistums gekommen war. In zwei Fällen konnten die Ermittler schlussendlich aufzeigen, dass der Kardinal bereits 2019 über einen schweren Fall von sexualisierter Gewalt in der Kirche informiert worden war, belegt ist der Fakt durch Chat-Protokolle. In einem weiteren Fall wusste der Geistliche wohl sogar bereits 2010 über die Sachlage, stritt dies jedoch bis 2023 ab. Die Staatsanwaltschaft konnte nach eigner Aussage auch mittels „zahlreicher Indizien“ Behauptungen von Woelki widerlegen, demnach er zwar Berichte über die Missbrauchsvorwürfe unterschrieben, aber nicht gelesen habe. 

Kein Vorsatz 

Zu einem Prozess wegen Meineid kommt es jetzt trotzdem nicht, weil die Ermittler nur Fahrlässigkeit aber keinen Vorsatz nachweisen konnten. Zudem spiele laut der Tagesschau eine Rolle, dass der Kardinal bisher nicht straffällig geworden ist und bereits die Ermittlungen sowie das bisher laufende Verfahren „erhebliche Belastungen“ für Woelki bedeutet haben. So wurde der Prozess jetzt mit einer Geldauflage von 26.000 Euro eingestellt – die Summe entspricht zwei Monatsgehältern von Woelki. Das Geld soll an eine gemeinnützige und ausdrücklich nicht kirchliche Organisation fließen. Das Kölner Erzbistum erklärte nach der Einstellung des Verfahrens, dass Woelki die Auflage akzeptiere. Zudem hielt das Bistum auch weiterhin fest: „Kardinal Woelki ist und bleibt unschuldig.“ Woelki gilt als konservativer Hardliner unter den deutschen Bischöfen, wenn es um Reformen oder mehr Rechte wie Segnungen für Homosexuelle geht. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Streitdebatte um schwule Apps

Kostenexplosion bei Nutzern

Immer mehr Nutzer von schwulen Apps wie Grindr sind sauer. Die Angebote werden immer teurer, während die Konzerne 2026 große Gewinne einfahren.
Festnahmewelle im Senegal

Inhaftierung wegen Homosexualität

Die Lage für Homosexuelle im Senegal verschlechtert sich dramatisch seit der Verschärfung der Strafen, über 100 Menschen wurde seit März festgenommen.
Festnahme von Republikaner

Sexualdelikte gegen Minderjährige

Der Jugend-Vorsitzende der Repulikanischen Partei in Colorado wurde wegen des Verdachts auf Sexualdelikte gegen Minderjährige festgenommen.
Mutiges Vorbild Clavin Brown

Cheerleader bei US-Basketballclub

Als Cheerleader und Tänzer hat Clavin Brown eine neue Heimat beim US-Basketballclub Atlanta Hawks gefunden und wird damit zum Vorbild für viele.
Polizei und LGBTIQ+

Zusammenarbeit ist wichtig

Je besser Polizei und LGBTIQ+ zusammenarbeiten, desto stärker das Vertrauen in die Behörden. Zu diesem Schluss kommt eine neue US-Studie.
QueerSafe Berlin

Neue Fachstelle in Brandenburg

Mit der neuen Fachstelle „QueerSafe Berlin“ will der LSVD+ Berlin-Brandenburg verstärkt ab Juli gegen digitale Gewalt vorgehen und Opfern helfen.
Festnahme früherer Ex-Gay-Chef

US-Prediger tappt in Polizei-Falle

Der einstige Ex-Gay-Chef von Exodus International Alan Chambers wurde in Florida nach Sex-Chats mit einem vermeintlich 14-Jährigen festgenommen.
Anklage nach Mord in Seattle

Junge trans* Studentin ermordet

Ermittlungserfolg in Seattle: Im Mordfall einer 19-jährigen trans* Studentin ist nun ein 31-jähriger Tatverdächtiger angeklagt worden.
Aids Walk in New York

1,7 Millionen US-Dollar Spenden

Beim 41. AIDS Walk in New York haben rund 10.000 Menschen teilgenommen, dabei wurde die Rekordsumme von 1,7 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt.