Kampf um Gleichberechtigung Druck der G7-Staaten könnte in Japan ein positives Umdenken bewirken
Für die Einwohner Japans ist die Sache mehrheitlich (inzwischen 64 %) klar – sie sprechen sich für die gleichgeschlechtliche Ehe aus. Nur noch knapp jeder vierte Japaner (24,9 %) lehnt dies ab. Die Regierung des Landes indes tut sich damit auch nach mehreren Gerichtsurteilen, Verfahren und politischen Schritten einzelner Regionen und Stadtverwaltungen des Landes noch immer schwer. Vermutet wird, dass die japanische Regierung nicht die ländliche Bevölkerung des Landes vor den Kopf stoßen will, welche Homosexuellen zumeist noch eher ablehnend gegenüberstehen. Jetzt wagt die Opposition einen weiteren Versuch, um endlich die Homo-Ehe auch in Japan Wirklichkeit werden zu lassen.
Massiver Druck seitens der G7-Staaten
Der Zeitpunkt ist dabei durchaus clever gewählt, denn der internationale Druck auf Japan ist kurz vor dem bevorstehenden G7-Gipfel größer als jemals zuvor. Das könnte vielleicht auch Premierminister Fumio Kishida überzeugen, zudem drängt sich eine Entscheidung immer mehr auf. Rund 200 Regionen des Landes haben bereits lokale Partnerschaftsgesetze für Homosexuelle erlassen, die Schwule und Lesben in einigen rechtlichen Aspekten wie beispielsweise bei der Wohnungssuche gleichstellen. Mehrere Bezirksgerichte indes haben sich einmal für, ein anderes Mal gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen – es bedarf also mehr denn je einer landesweiten und eindeutigen Entscheidung seitens der Regierung. Die Hoffnung ist daher groß, dass es noch vor dem G7-Gipfel im Mai in Hiroshima zu einem politischen Machtwort kommen könnte. Japan ist derzeit das einzige Land unter den G7-Staaten, das Schwulen und Lesben die Ehe untersagt.
Homo-Ehe muss Gesprächsthema bleiben
Die konstitutionell-demokratische Partei (KDP) hat deswegen jetzt einen offiziellen Antrag eingereicht, in dem festgehalten wird, dass die bisherigen gesetzlichen Regelungen diskriminierend und deswegen verfassungsfeindlich seien. Premierminister Kishida hatte unbedacht erst vergangene Woche noch erklärt, dass aus seiner Sicht heraus das Verbot von gleichgeschlechtlichen Ehen nicht diskriminierend sei – nach massiver Kritik auch seitens der Medien erklärte sein Büro kurz darauf, man wolle den Sachverhalt jetzt doch noch einmal eingehend, sorgfältig und neu überprüfen. Die Opposition wie auch einheimische LGBTI*-Verbände versuchen derweil alles, damit das Vorhaben auch weiterhin Gesprächsthema unter der Bevölkerung bleibt und so der Druck auf die japanische Regierung weiter anwächst.