Direkt zum Inhalt

Kampf um Gleichberechtigung Druck der G7-Staaten könnte in Japan ein positives Umdenken bewirken

Von ms - 09.03.2023 - 10:00 Uhr
Kampf um Gleichberechtigung
Foto: iStock / RichLegg
ANZEIGE
Loading audio player...

Für die Einwohner Japans ist die Sache mehrheitlich (inzwischen 64 %) klar – sie sprechen sich für die gleichgeschlechtliche Ehe aus. Nur noch knapp jeder vierte Japaner (24,9 %) lehnt dies ab. Die Regierung des Landes indes tut sich damit auch nach mehreren Gerichtsurteilen, Verfahren und politischen Schritten einzelner Regionen und Stadtverwaltungen des Landes noch immer schwer. Vermutet wird, dass die japanische Regierung nicht die ländliche Bevölkerung des Landes vor den Kopf stoßen will, welche Homosexuellen zumeist noch eher ablehnend gegenüberstehen. Jetzt wagt die Opposition einen weiteren Versuch, um endlich die Homo-Ehe auch in Japan Wirklichkeit werden zu lassen.

Massiver Druck seitens der G7-Staaten

Der Zeitpunkt ist dabei durchaus clever gewählt, denn der internationale Druck auf Japan ist kurz vor dem bevorstehenden G7-Gipfel größer als jemals zuvor. Das könnte vielleicht auch Premierminister Fumio Kishida überzeugen, zudem drängt sich eine Entscheidung immer mehr auf. Rund 200 Regionen des Landes haben bereits lokale Partnerschaftsgesetze für Homosexuelle erlassen, die Schwule und Lesben in einigen rechtlichen Aspekten wie beispielsweise bei der Wohnungssuche gleichstellen. Mehrere Bezirksgerichte indes haben sich einmal für, ein anderes Mal gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen – es bedarf also mehr denn je einer landesweiten und eindeutigen Entscheidung seitens der Regierung. Die Hoffnung ist daher groß, dass es noch vor dem G7-Gipfel im Mai in Hiroshima zu einem politischen Machtwort kommen könnte. Japan ist derzeit das einzige Land unter den G7-Staaten, das Schwulen und Lesben die Ehe untersagt.

Homo-Ehe muss Gesprächsthema bleiben

Die konstitutionell-demokratische Partei (KDP) hat deswegen jetzt einen offiziellen Antrag eingereicht, in dem festgehalten wird, dass die bisherigen gesetzlichen Regelungen diskriminierend und deswegen verfassungsfeindlich seien. Premierminister Kishida hatte unbedacht erst vergangene Woche noch erklärt, dass aus seiner Sicht heraus das Verbot von gleichgeschlechtlichen Ehen nicht diskriminierend sei – nach massiver Kritik auch seitens der Medien erklärte sein Büro kurz darauf, man wolle den Sachverhalt jetzt doch noch einmal eingehend, sorgfältig und neu überprüfen. Die Opposition wie auch einheimische LGBTI*-Verbände versuchen derweil alles, damit das Vorhaben auch weiterhin Gesprächsthema unter der Bevölkerung bleibt und so der Druck auf die japanische Regierung weiter anwächst.  

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Die Presse„Vor Scham im Boden versinken“: Audi-Chef Döllner erntet harsche Kritik für Auftritt bei Trump-WahlkampfSüddeutsche ZeitungNews-Überblick: Das sind die Nachrichten des TagesSüddeutsche Zeitung„Sextortion“ in München: Er wollte sich zum Sex treffen. Dann wurde er erpresstrbb24Queere Demo in Kreuzberg: Mehrere tausend Menschen fordern Schutz queeren LebensAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Großer Preis für Wunnicke

Ihre Romane erzählen queere Liebe

Christine Wunnicke hat den Büchner-Preis erhalten. Mit „Wachs“ und „Missouri“ erzählt sie von ungewöhnlichen Liebesgeschichten.
Boomer ist wieder da!

Erster Clip zum Wentworth-Ableger

Fünf Jahre nach dem Finale zeigt BINGE den ersten Clip zu „Wentworth: Halfway Home“. Boomer startet draußen neu – bis eine Leiche auftaucht.
BBC tilgt Pride-Pins

BBC erklärt Eingriff in Quizshow

Zwei Studierende kritisieren die BBC: Ihre Pride-Anstecker verschwanden aus „University Challenge“. Der Sender verweist auf Richtlinien.
30 Jahre Intersex-Protest

Für das Recht am eigenen Körper

Am 26. Oktober 1996 protestierten intergeschlechtliche Menschen in Boston. Drei Jahrzehnte später geht es weiter um Selbstbestimmung.
Renaissance trifft Hollywood

Verblüffende Ähnlichkeit begeistert

Fotos von „Heated Rivalry“-Star Connor Storrie erinnern verblüffend an Michelangelos David, finden zumindest viele Fans und zeigen sich begeistert.
Wer wird der nächste 007?

Elf Kandidaten im Gespräch

Die Suche nach einem neuen James Bond geht in die entscheidende Phase. Elf LGBTIQ+-Schauspielstars könnten der Agentenreihe ein neues Gesicht geben.
Streit bei Tom of Finland

Finland Gedenkhaus in Gefahr

Nach 40 Jahren droht dem Tom of Finland House in Los Angeles das Aus. Ein Streit um Geld, Kunst und die Zukunft der Stiftung eskaliert.
Täglicher Hass gegen TV-Autor

Attacken auf Russell T Davies

Wegen seines Einsatzes für LGBTIQ+-Rechte wird Russell T Davies täglich beschimpft. Der „Queer as Folk“-Macher warnt vor wachsendem Hass.
Die geheime Pionierin

Ihr Mut schrieb Geschichte

1947 gründete eine junge Sekretärin heimlich das erste bekannte homosexuelle Magazin der USA – und riskierte damit ihre berufliche Existenz.