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Neuer Film mit Jake Shears
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Jake Shears´ neues Projekt Geschichte über verdrängte Tragödie der Gay-Community

ms - 14.07.2026 - 15:30 Uhr
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Der verheerende Brand im Up Stairs Lounge in New Orleans, bei dem 1973 insgesamt 32 schwule Männer starben, soll jetzt verfilmt werden. Grundlage des Projekts ist das 2018 erschienene Sachbuch „Tinderbox: The Untold Story of the Up Stairs Lounge Fire and the Rise of Gay Liberation“ von Robert Fieseler. Wie der Hollywood Reporter berichtet, beteiligt sich nun auch Scissor-Sisters-Frontmann Jake Shears als Produzent an dem Film. Außerdem steuert der Musiker mehrere seiner Songs zum Soundtrack bei. Zuletzt machte er Schlagzeilen mit seinem Comeback und seiner Rolle im schwulen Biker-SM-Film „Pillion“.

Das Wichtigste im Überblick

  • Jake Shears wird Produzent der geplanten Verfilmung von „Tinderbox“.
  • Der Film erzählt die Geschichte des Brands im Up Stairs Lounge 1973 in New Orleans.
  • Bei dem Feuer kamen 32 schwule Männer ums Leben.
  • Die Tragödie galt bis zum Anschlag auf den Pulse-Nachtclub 2016 als das schwerste Massaker an homosexuellen Menschen in den USA.
  • Grundlage des Films ist das Sachbuch „Tinderbox“ von Robert Fieseler.

Ein wichtiger Film

Die Verfilmung trägt derzeit den Arbeitstitel „Tinderbox“. Für Drehbuch und Regie zeichnen Colby Holt und Sam Probst verantwortlich, die bereits gemeinsam den Film „Ganymede“ realisierten. Mitproduzent Cory Thompson von Rewind Artists bezeichnete das Projekt als eine Geschichte von großer kultureller Bedeutung: „Tinderbox ist genau die Art von Projekt, die wir bei Rewind Artists entwickeln möchten – Geschichten, die sowohl künstlerisch anspruchsvoll als auch kulturell bedeutsam sind. Roberts Buch ist außergewöhnlich, und als Colby und Sam uns ihre Vision für die Verfilmung vorgestellt haben, war sofort klar, dass wir diesen Film mit auf den Weg bringen wollen. Jakes Beteiligung macht das ohnehin schon außergewöhnliche Kreativteam noch stärker, und wir freuen uns darauf, das Projekt gemeinsam weiterzuentwickeln.“

Lang verdrängte Katastrophe

Der Brand im Up Stairs Lounge gilt bis zum Anschlag auf den Pulse-Nachtclub in Orlando im Jahr 2016 als das folgenschwerste Massaker an homosexuellen Menschen in den USA. Obwohl 32 Menschen starben, verschwand die Katastrophe damals schnell aus der öffentlichen Wahrnehmung. Als wesentlicher Grund gilt, dass die Opfer homosexuell waren. Bereits 2015 erschien mit „Up Stairs Inferno“ eine vielfach gelobte Dokumentation über das Unglück. Drei Jahre später veröffentlichte Robert Fieseler sein Sachbuch über den Brand und dessen Bedeutung für die frühe Schwulenbewegung in den USA.

Treffpunkt der schwulen Community

Das Up Stairs Lounge befand sich am Rand des French Quarter von New Orleans und wurde 1970 vom ehemaligen Seemann Phil Esteve übernommen. Die Bar entwickelte sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt der örtlichen Schwulen-Community. Neben Drag-Aufführungen und Live-Unterhaltung fanden dort auch die sogenannten „Beer Busts“ statt – regelmäßige gesellige Sonntagsveranstaltungen. Zeitweise nutzte auch die Metropolitan Community Church (MCC), eine speziell für homosexuelle Menschen gegründete Kirche, die Räumlichkeiten für ihre Gottesdienste. Viele Gemeindemitglieder blieben anschließend traditionell zum Beer Bust in der Bar – auch am Tag der Katastrophe.

Feuer breitet sich in Sekunden aus

Am Nachmittag des 24. Juni 1973 war die Bar gut besucht. Nachdem Stammgast Luther Boggs die Eingangstür geöffnet hatte, schlugen plötzlich Flammen in das Lokal. Das mit leicht entflammbaren Materialien ausgestattete Treppenhaus wirkte wie ein Kamin und leitete das Feuer unmittelbar in die Bar weiter. „Es war sofort das reinste Chaos, als das Feuer in die Bar eindrang. Und der Beer Bust war gerade zu Ende gegangen, deshalb hatten viele Menschen viel Alkohol getrunken“, erinnerte sich später ein Überlebender.

Der frühere Feuerwehrangehörige Buddy Rasmussen konnte rund 25 Menschen durch einen versteckten Notausgang retten. Viele Gäste kannten den Fluchtweg jedoch nicht. Andere versuchten verzweifelt, durch vergitterte Fenster zu entkommen. Die meisten Opfer wurden später dort gefunden. Der gerettete Duane „Mitch“ Mitchell kehrte noch einmal in das brennende Gebäude zurück, weil sein Partner vermisst wurde. Das FBI fand später die verkohlten Skelette der beiden Männer eng umschlungen.

Kaum Anteilnahme nach dem Unglück

Die Reaktionen der Behörden blieben damals verhalten. Ein ranghoher Polizeibeamter bezeichnete die Bar gegenüber Medien als Treffpunkt von „Dieben, Einbrechern und Schwulen“. Viele Überlebende lebten nicht offen homosexuell. Einer von ihnen, Mike Moreau, berichtete später, er sei am nächsten Tag zur Arbeit gegangen und habe seine Verbindung zur Tragödie verschwiegen, weil er um seinen Arbeitsplatz fürchtete. Weder Bürgermeister Victor H. Schiro noch Louisianas Gouverneur Edwin Edwards veröffentlichten eine offizielle Erklärung. Auch der katholische Erzbischof Philip Hannan äußerte sich nicht öffentlich. Es gab keinen offiziellen Trauertag, und keine katholische Kirche richtete einen Gedenkgottesdienst aus. Die Mutter eines Opfers verweigerte sogar die Abholung des Leichnams ihres Sohnes, nachdem sie erfahren hatte, dass er schwul war.

Verdacht fiel auf jungen Mann

Die Ermittler gingen früh von Brandstiftung aus. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stand der 26-jährige Rodger Dale Nunez. Er war kurz vor dem Feuer mit Gästen aneinandergeraten und hatte laut einem Zeugen beim Verlassen der Bar gedroht: „Ich werde euch alle ausräuchern.“ Heute gehen viele Historiker davon aus, dass Nunez selbst homosexuell war und unter starker internalisierter Homophobie litt. Er bestritt jede Beteiligung an dem Feuer. Während einer Befragung erlitt er jedoch einen schweren epileptischen Anfall; später wurde bei ihm ein Hirntumor diagnostiziert. Im November 1974 nahm er sich das Leben, bevor ihn die Polizei erneut vernehmen konnte.

Viele Menschen halten ihn bis heute für den Brandstifter. Bekannte berichteten später, er habe die Tat unter Alkoholeinfluss eingeräumt, sie nüchtern jedoch stets bestritten. Ihrer Einschätzung nach habe er die Gäste vermutlich einschüchtern und nicht töten wollen. Erst im Jahr 2013 – vier Jahrzehnte nach der Katastrophe – wurde vor dem ehemaligen Standort des Up Stairs Lounge ein dauerhaftes Denkmal für die Opfer errichtet.

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