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Homophober WM-Fangesang Forderungen nach Reaktion der FIFA werden laut

Von ms - 30.06.2026 - 12:00 Uhr
Homophobe Mexiko-Fans
Foto: IMAGO / Icon Sportswire
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Beim Gruppenspiel der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Mexiko und Tschechien haben Fans der mexikanischen Nationalmannschaft erneut den homophoben Schmähruf „Puto“ angestimmt. Der Vorfall sorgt in diesen Tagen abermals für viel Kritik und rückt ein Problem in den Fokus, das den mexikanischen Fußball seit Jahren begleitet.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Beim WM-Gruppenspiel zwischen Mexiko und Tschechien skandierten mexikanische Fans erneut den homophoben Schmähruf „Puto“.
  • Augenzeugen, die Nachrichtenagentur Associated Press und Beobachter in sozialen Medien berichteten über den Vorfall.
  • Der umstrittene Gesang gilt seit Jahren als Problem im mexikanischen Fußball und führte bereits mehrfach zu Sanktionen der FIFA.
  • Kritiker sehen den Ruf als eindeutig homophob, während einige Fans diese Einordnung zurückweisen.

Homophober Schmähruf überschattet Spiel

Nach Angaben von Augenzeugen gegenüber Outsports war der Schmähruf mehrfach ab der 39. Minute zu hören. Auch die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete über die Gesänge. Zudem bestätigten zahlreiche Beobachter in den sozialen Netzwerken entsprechende Vorfälle. Zum Zeitpunkt der Gesänge hatte Mexiko den ersten Platz der Gruppe A bereits sicher. Selbst mögliche Maßnahmen der FIFA oder der Spielleitung hätten daher keinen Einfluss mehr auf den Einzug in die K.o.-Phase gehabt. Die mexikanische Mannschaft gewann die Begegnung schließlich mit 3:0. Alle drei Tore fielen in der zweiten Halbzeit. Für Tschechien bedeutete die Niederlage das Aus in der Gruppenphase.

Problem begleitet Mexiko seit Jahren

Der Vorfall kommt nicht überraschend. Bereits bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar hatten mexikanische Fans trotz wiederholter Warnungen und Sanktionen der FIFA den gleichen Schmähruf verwendet. Zwar haben Verbände und Funktionäre in Mexiko mehrfach versucht, die Anhänger von dem Gesang abzubringen, doch bislang ohne nachhaltigen Erfolg. Im Mittelpunkt der Debatte steht das spanische Schimpfwort „Puto“, das traditionell von Teilen der mexikanischen Fans skandiert wird, wenn der gegnerische Torwart zum Abstoß ansetzt. Einige Anhänger bestreiten sogar, dass der Ausdruck homosexuellenfeindlich sei, obwohl der Begriff einen Mann bezeichnet, der gegen Bezahlung sexuelle Beziehungen mit anderen Männern eingeht, eine „männliche Nutte“. Umgangssprachlich bedeutet das Wort so viel wie „Schwuchtel“ oder „Schwanzlutscher“. Im Stadion wird der Ausdruck immer wieder gezielt verwendet, um den gegnerischen Torwart herabzuwürdigen, indem ihm homosexuelles Verhalten unterstellt wird. 

Nach Einschätzung von Outsports bleibt der Ursprung der Beleidigungen bis heute eindeutig homophob. „Das zu leugnen, ist absurd“, so ein Sprecher. In der zweiten Halbzeit verstummten die Fan-Rufe schlussendlich, zum einen vermutlich, weil Mexiko bereits in Führung lag, zum anderen möglicherweise durch Stadiondurchsagen. Online fordern viele Fußballfreunde und queere Aktivisten trotzdem, dass die Schmäh-Gesänge Konsequenzen haben müssten, bisher schweigt die FIFA dazu. Abseits der Diskussionen verlief das Turnier für Mexiko bislang erfolgreich. Die Mannschaft gewann alle drei Gruppenspiele und blieb ohne Gegentor. 

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