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Homo-Ehe bald in ganz Japan? Mehr Rechte für homosexuelle Menschen in Japan

Von ms - 16.05.2022 - 10:00 Uhr
Tokio setzt mutiges Zeichen für LGBTI* // © sasirin pamai
Foto: Tokio setzt mutiges Zeichen für LGBTI* // © sasirin pamai
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Bisher hinkt Japan weit hinterher, wenn es um LGBTI*-Rechte geht. Galt in früheren Zeiten die Liebe zwischen Männern sogar als die “reinste Form der Liebe“, hat sich durch den Einfluss der westlichen Gesellschaft die Einstellung zur homosexuellen Liebe geändert. Heute wird gleichgeschlechtlicher Sex weitestgehend toleriert, schwule oder lesbische Partnerschaften finden indes nur im Geheimen statt.

 

Einzelne Kommunen des Landes hatten seit 2017 zwar bereits Partnerschaftszertifikate speziell für Homosexuelle eingeführt, doch hatten diese anfangs noch mehr Symbolcharakter – inzwischen gibt es aber tatsächlich auch rechtliche Verbesserungen dadurch für homosexuelle Paare. Nun hat erstmals die Hauptstadt Tokio bekanntgegeben, ab November 2022 gleichgeschlechtliche Partnerschaften ebenso rechtlich anerkennen zu wollen. Zudem soll auch die rechtliche Situation von queeren Regenbogenfamilien sowie LGBTI*-Menschen im Allgemeinen verbessert werden.

 

Tokio ist damit zwar bereits die neunte (von 47) Präfekturen in Japan, die diese Partnerschaftszertifikate einführt und anerkennen will, doch nebst Sapporo erst die zweite Metropole, die diesen Schritt geht – noch dazu als Hauptstadt des Landes. Das Stadtparlament hatte beinahe einstimmig dafür votiert. Eine Umfrage unter der Stadt-Bevölkerung hatte vorab bereits gezeigt, dass die Mehrheit der Einwohner einer Ehe-Öffnung für Homosexuelle positiv gegenübersteht.

Die künftigen Zertifikate sollen dann online angefordert und auch verschickt werden. Durch die Anerkennung bekommen gleichgeschlechtliche Paare mehr Rechte, beispielsweise in medizinischen Belangen oder auch bei der Wohnungssuche.  Nachdem nach Sapporo nun auch die Hauptstadt ein klares Zeichen für LGBTI*-Menschen setzt, könnte eine vollständige Einführung einer gleichgeschlechtlichen Ehe in greifbare Nähe gerückt sein.

Zuletzt hatte im März 2021 ein Gericht geurteilt, dass das derzeitige gesetzliche Verbot von Homo-Ehen gegen die japanische Verfassung verstoßen würde.       

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