Direkt zum Inhalt
Heiratswelle in den USA
ANZEIGE

Heiratswelle in den USA Wird die Homo-Ehe wieder zurückgenommen? Aus Furcht davor wollen immer mehr US-Homosexuelle jetzt kurzfristig heiraten

ms - 13.11.2024 - 16:00 Uhr
Loading audio player...

Die Angst ist groß in den USA – in den letzten Tagen nach dem Sieg von Donald Trump bei der Wahl zum nächsten US-Präsidenten mehren sich die Anzeichen, dass immer mehr schwule und lesbische Paare kurzfristig noch heiraten wollen, vor allem in jenen Bundesstaaten, die per Verfassung die Homo-Ehe im Grundsatz nach wie vor verbieten.

Angst vor homophoben Gesetzleichen 

Bisher steht über all jenen Verbotsgesetzen die Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichts von 2015 – seitdem sind gleichgeschlechtliche Ehen in den ganzen Vereinigten Staaten von Amerika erlaubt. All jene Gesetze, die allerdings Ehen zwischen zwei Männern oder zwei Frauen ausschließen, sind deswegen nicht obsolet geworden, sie wurden sozusagen nur „überstimmt“ und befinden sich im Schlafmodus.

Bereits mehrfach äußerten sich zwei Richter des inzwischen mehrheitlich konservativ eingestellten Supreme Courts dahingehend, dass die Entscheidung der Kollegen von 2015 noch einmal überarbeitet werden sollte – es droht der Entzug der landesweiten Ehe für alle. Mit Donald Trump als Präsident könnte die Debatte dabei möglicherweise von neuem an Fahrt aufnehmen. Würde es tatsächlich dazu kommen, gelten automatisch wieder die bestehenden Verfassungsvorgaben – in rund 40 US-Bundesstaaten würde dies bedeuten, dass die Homo-Ehe erneut verboten werden beziehungsweise schlicht illegal würde.

„Wir kümmern uns um uns selbst“

Allerdings können bestehende schwul-lesbische Ehen seit 2022 nicht mehr rückgängig gemacht werden, diese müssen seit dem Bundesgesetz von Präsident Joe Biden rechtlich landesweit anerkannt werden. Deswegen beginnt in diesen Tagen offensichtlich immer mehr der Run auf die Standesämter, wobei bereits mehrere queere Organisationen versuchen, Gelder einzusammeln, um auch finanzschwachen homosexuellen Paaren eine Ehe kurzfristig zu ermöglichen. 

Federführend dabei ist aktuell die Organisation Lesbians of Iowa – eine rege Zusammenarbeit besteht mit Kaplanin Anitta Milloro, die den Ansturm auf den Bund fürs Leben bestätigt und zudem bekräftigt: „Ich kann nicht ewig über die Situation jammern, also muss ich die Ärmel hochkrempeln und etwas tun. Wir kümmern uns um uns selbst. Das mussten wir schon früher tun, und das werden wir auch jetzt tun.“ Online mittels einer interaktiven Karte wird unter dem Titel „For A Time Such As This“ Homosexuellen angezeigt, wo kostenlose Dienste angeboten werden und wo es anderweitig Hilfsorganisationen gibt. 

Mitunter kommt allerdings Kritik auf, es handele sich bei der Aktion um reine „Panikmache“. Das allerdings lässt Kaplanin Milloro nicht gelten und erklärt: „Viele Schwule und Lesben glauben, dass es passieren kann, weil es genauso bereits beim Recht auf Abtreibung passiert ist.“ In drei Bundesstaaten denkt man offensichtlich ebenso, weswegen in Kalifornien, Colorado und Hawaii nach einer Bürgerbefragung die homophoben Gesetzestexte zur Ehe nun aus der Verfassung gestrichen werden. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Bekennervideo CSD Anschlag

Ermittler finden neue Hinweise

Neue Ermittler-Hinweise: Ein Bekennervideo des Berliner CSD-Attentäters Abdul Ballout soll bei einer britischen IS-Anhängerin in Syrien gelandet sein.
Joe Locke in heikler Rolle

Trailer sorgt für großes Rätsel

Aufregung um Joe Lockes umstrittenen Film „Black Church Bay“ – darin wird die intime Beziehung zwischen einem Schüler und seinem Lehrer erzählt.
Freizügige Bilder im Wahlkampf

US-Kandidat wird zum Internet-Hit

Alte sexy BDSM-Fotos von Demokrat Chris Gallant sorgen im US-Wahlkampf derzeit für viel Aufsehen – und überwiegend für positive Reaktionen.
Der erste schwule US-Präsident

US-Bevölkerung ist bereit dazu

Demokrat Pete Buttigieg hält Amerika für bereit für einen schwulen Präsidenten, legt sich aber noch nicht auf eine Kandidatur 2028 fest.
Kieferbruch bei Timo Cavelius

Schwuler Judoka schwer verletzt

Der schwule deutsche Judoka Timo Cavelius erlitt nach einem Kampf einen Kieferbruch und muss Monate pausieren - ist die Olympia-Teilnahme in Gefahr?
Historisches Tennisfinale

Dank für das Coming-Out

Der schwule Tennisprofi Mika Brunold hat das Finale gegen João Lucas Reis da Silva gewinnen und dankte ihm für die Inspiration zu seinem Coming-Out.
Eklat bei UN-Atombehörde

Russischer Funktionär suspendiert

Die UN-Atombehörde IAEA hat den russischen Funktionär Mikhail Chudakov suspendiert, nachdem er ein umstrittenes homophobes Buch verbreitet hatte.
Drogen und die Community

Schockstudie aus Großbritannien

Eine neue Schock-Studie offenbart die Folgen des Drogenkonsums in Londons schwuler Community inklusive drogenbedingter Todesfälle und Überdosierungen.
Vermisster aufgefunden

Berliner Polizei gibt Entwarnung

Der seit Sonntag vermisste Tourist und Fetisch-Partygänger Gabriel Ronco Gonzales ist wohlbehalten in Berlin gefunden worden.