Direkt zum Inhalt
DFB zeigt Flagge für Vielfalt
ANZEIGE

DFB zeigt Flagge für Vielfalt Kritik begleitet Pride-Engagement des Verbandes

ms - 15.07.2026 - 08:00 Uhr
Loading audio player...

Mit seiner Teilnahme am Christopher Street Day (CSD) in Frankfurt will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erneut ein Zeichen für Offenheit, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen. Wenn Mitte Juli tausende Menschen für Gleichberechtigung und Akzeptanz durch die Mainmetropole ziehen, beteiligt sich der Verband gemeinsam mit der Bundesliga, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der Deutschen Sportjugend (dsj), dem Deutschen Turner-Bund (DTB), der Sportjugend Hessen, dem Sportkreis Frankfurt, SportPride und dem LSVD+ an der Veranstaltung. Nach Angaben des DFB soll damit das Engagement für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe unterstrichen werden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der DFB beteiligt sich erneut am Christopher Street Day in Frankfurt.
  • Gemeinsam mit zahlreichen Sportorganisationen setzt der Verband ein Zeichen für Vielfalt und Chancengleichheit.
  • Der CSD Frankfurt steht 2026 unter dem Motto „Demokratie braucht keine Alternative“.
  • DFB-Vizepräsidentin Celia Sasic bezeichnet den CSD als „Symbol für unsere Demokratie“.
  • Der Verband verweist auf zahlreiche Maßnahmen gegen Diskriminierung im Fußball.
  • Gleichzeitig gibt es Kritik am früheren Umgang des DFB mit queerfeindlichen Äußerungen und der WM-Vergabe an Saudi-Arabien

Stärkung der Demokratie 

Der Christopher Street Day in Frankfurt steht in diesem Jahr unter dem Motto „Demokratie braucht keine Alternative“. Die Veranstalter wollen damit die Bedeutung demokratischer Werte für ein freies und vielfältiges Zusammenleben in den Fokus rücken. Das Programm erstreckt sich von Donnerstag bis Sonntag. Höhepunkt ist die Demonstration am Samstag. Nach Darstellung des DFB geht die Beteiligung weit über eine symbolische Geste hinaus. Fußball bringe Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und Hintergründen zusammen. Damit sich alle unabhängig von ihrer Identität im Sport entfalten könnten, seien gleiche Chancen und faire Rahmenbedingungen notwendig.

„Der CSD steht für Vielfalt, er ist ein Symbol für unsere Demokratie“, sagt Celia Sasic, DFB-Vizepräsidentin für Gleichstellung und Diversität. „Als DFB stehen wir fest an der Seite aller Menschen, die sich für Respekt, Offenheit und ein faires Miteinander einsetzen. Fußball wird überall auf der Welt gespielt, Fußball bringt die unterschiedlichsten Menschen zusammen - wir haben die Verantwortung, die verbindende Kraft des Fußballs zu schützen und noch stärker zur Entfaltung zu bringen.“

Einsatz gegen Diskriminierung 

Der Verband verweist darauf, dass der Einsatz gegen Diskriminierung und für ein respektvolles Miteinander seit Jahren zum eigenen Selbstverständnis gehöre. Neben der Teilnahme am CSD engagiert sich der DFB nach eigenen Angaben mit verschiedenen Projekten für ein wertschätzendes Umfeld auf und neben dem Platz. Dazu zählen unter anderem das Spielrecht für trans*, intergeschlechtliche und nicht-binäre Personen im Amateurfußball, Maßnahmen für ein genderneutrales Stadionerlebnis sowie Projekte zur Förderung diskriminierungssensibler Sprache im Fußball. Darüber hinaus soll ein queeres Mitarbeiter-Netzwerk die Sichtbarkeit und Vernetzung queerer Menschen innerhalb des Verbandes stärken. Gemeinsam mit den beteiligten Partnerorganisationen will der DFB nach eigenen Angaben ein deutliches Signal senden: Sport verbindet Menschen – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität.

Umgang mit queerfeindlichen Vorfällen

Das öffentliche Engagement des DFB für Vielfalt wird allerdings immer wieder auch von Kritik begleitet. In der Vergangenheit war dem Verband so mehrfach vorgeworfen worden, bei queerfeindlichen Äußerungen nicht konsequent genug gehandelt zu haben, zuletzt im Fall des deutschen Nationalspielers Felix Nmecha. Erst vor einem Monat hatte DFB-Präsident Bernd Neuendorf Nmecha attestiert, nicht homophob zu sein, obwohl dieser sich mehrfach negativ gegenüber der Community äußerte und den Pride beispielsweise mit dem Teufel verglich. Auch die Jahre zuvor gab es immer wieder Kritik am Verhalten des DFB, der auch für die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2034 in Saudi-Arabien votiere – also einem Land, in dem auf Homosexualität die Todesstrafe steht.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Nazi-Post sorgt für Empörung

Republikaner unter Druck

Ein hochrangiger Mitarbeiter des republikanischen Wahlkampfteams von Mike Collins aus Georgia hat sich online offen als „twink fascist“ bezeichnet.
Schlappe für Donald Trump

Privatsphäre von Patienten bewahrt

Ein US Berufungsgericht lehnt den Antrag des Justizministeriums ab, medizinische Daten von trans* Jugendlichen aus New York einzusehen.
YouTube-Pionier bleibt aktiv

DaveyWavey erfindet sich neu

DaveyWavey prägte früh das schwule Internet und verbindet nunmehr seit 20 Jahren erotische Inhalte mit Humor, Körpervielfalt und sexueller Aufklärung.
Urlaub fällt aus

Kein Geld für freie Tage

Düstere Statistik: Mehr als 2,1 Millionen LGBTIQ+-Menschen in Deutschland haben inzwischen kein Geld mehr übrig für einen Urlaub.
Botswanas mutiger Lehrer

Historischer Sieg für Schwule

Ein schwuler Lehrer brachte Botswanas Anti-Homosexuellen-Gesetze zu Fall – doch trotz des historischen Erfolgs bleibt der Alltag mitunter schwierig.
Autopsie bei Adult-Darsteller

Ursache und Umstände unklar

Die US-Polizei untersucht den Tod von Gay-Porno-Star Christian Styles: Autopsie und Ermittlungen des erst mit 29 Jahren Verstorbenen.
Erster offen schwuler Premier

Hochzeit vorerst verschoben

Rob Jetten, niederländischer Premierminister, hat über seinen Wunsch gesprochen, gemeinsam mit seinem Partner Nicolás Keenan eine Familie zu gründen.
US-Bundesstaat Texas

Schutz für LGBTIQ+-Artists

Ein Richter hat in Texas ein Verbot von Drag-Shows, das von der republikanischen Parlamentsmehrheit beschlossen wurde, für verfassungswidrig erklärt.
Musik gegen das Schweigen

Künstler hinterlässt Vermächtnis

Charles TJ machte mit seinen Liedern auf das Leben queerer Menschen in Simbabwe aufmerksam – sein Debütalbum erscheint nach seinem Tod.